Es war einmal...

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Er ist wieder da: Der „böse“ Wolf hat sich nach rund 180 Jahren sein Revier zurückerobert. Anfang diesen Jahres hat er nun auch endlich die Landesgrenze von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen überschritten.

Für Naturfreunde ein Grund zur Freude, für viele Menschen allerdings auch ein Grund zur Sorge. Noch immer herrschen negative Ressentiments in den Köpfen der Menschen, was diese sensiblen und scheuen Wildtiere angeht. Die Mythen und Mären um die kinderfressende Bedrohung aus der Dunkelheit des Waldes scheinen in ihrer Archaik noch immer Sinn und Verstand der Menschen zu betäuben.

Die Stigmatisierung des Bösen in Form des Wolfes führte zu einem Massenaussterben in großen Teilen Europas, zur Verdrängung einer Spezies, die deutlich weniger gefährlich für den Menschen ist als die ansässigen Wildschweine in deutschen Wäldern.

Bei der nun aufflammenden, grundaversiven Hysterie vermisst man dann doch die letzten 180 Jahre Weiterentwicklung und Differenzierungsmöglichkeiten in der Reflexion des Themas. Anstatt die Größe und den Wert für diese „zweite Chance“ zu begreifen, keimen längst widerlegte Ängste auf.
So gehört der Mensch selbstverständlich nicht in das Beutespektrum des Wolfes, im Gegenteil. Wölfe sind scheue Tiere und meiden Menschen von Natur aus, was auf den ein oder anderen überzüchteten und abgerichteten Kampfhund in so manchen Haushalten nicht zutrifft.

Anstatt uns also à la „Frau Großmutter, was hast du für große Augen?“ zu fürchten, sollten wir diese lieber für eine weitere wunderbare Facette unserer heimischen Natur öffnen, damit es nicht schon bald wieder heißt: „Es war einmal“.
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 10.04.2015 | 13:58  
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