"Eine Fortsetzung der B 9 Richtung Nimwegen wird es in den nächsten 30 Jahren nicht geben."

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Freute sich über eine sehr gut besuchte Veranstaltung im Caféhaus Niederrhein: Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins bei der Begrüßung der Unternehmerfrühstücks-Gäste.
Kranenburg: Cafehaus Niederrhein |

Diese Aussage ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Die Trasse ist tot, sie wurde aus dem Regionalplan gestrichen. Eine Fortsetzung der B 9 Richtung Nimwegen wird es in den nächsten 30 Jahren nicht geben. Das muss ich Ihnen in aller Offenheit zum Ausdruck bringen.“

Bürgermeister Steins sagte dies im Rahmen des jüngsten Unternehmerfrühstücks mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Fast 50 Gäste – deutlich mehr als in Vergangenheit – wohnten dem Morgen im Caféhaus Niederrhein bei und erlebten Landrat Wolfgang Spreen mit einem überzeugenden Dankeschön an die Unternehmer, die „unter Rahmenbedingungen arbeiten müssen, die nicht immer die einfachsten sind“.
Auf den Punkt zwei Stunden dauerte die aktuelle Zusammenkunft, bei der Spreen die Themen Arbeit, Bildung und Daseinsvorsorge bot. Zunächst allerdings blickte der Landrat auf die nahe Draisine, auf deren Gleisen er gerne auch wieder eine richtige Zugverbindung erleben würde. Erneut brachte der Landrat zum Ausdruck, dass der Niers-Express durchaus mehr Zuverlässigkeit zeigen könnte. Hier sei man als Kreis gefordert, aufmerksam zu bleiben. Das Thema Arbeit verband der Referent unter anderem mit den über 1.000 Vollzeit-Arbeitsplätzen, die am Airport Weeze entstanden seien. Auch habe die 130-Millionen-Euro-Groß-Investition der Hochschule Rhein-Waal nicht nur in der Bauzeit als „Konjunkturprogramm“ für Arbeit gesorgt, nein. Bis heute seien hier mehr als 250 feste, gute, auch gut bezahlte Stellen geschaffen worden. Hinzu kämen 250 Lehrbeauftragte. Mehr als 200 Unternehmer hatten, so erinnerte sich der Landrat an die lange Liste der durch die Kreis-WfG generierten Unterstützer, schon in der Bewerbungsphase die Notwendigkeit dieser Hochschule zum Ausdruck gebracht. 5.300 Studierende seien Zeugnis dafür, dass die Anstrengungen Früchte getragen hätten. „Wir haben hier keine hochnäsige Uni, sondern eine kooperative Hochschule für unseren beweglichen Mittelstand“, so Spreen überzeugend.

Mit dem 36-Millionen-Euro-Neubau des vor der Rohbau-Fertigstellung stehenden neuen Berufskollegs in Geldern unterstreiche der Kreis Kleve seine Haltung, alles erdenklich Gute für die Ausbildung junger Menschen zu leisten. 40.000 Schülerinnen und Schüler zähle der Kreis, 8.000 davon besuchten die beiden Berufskollegs, von denen alleine 5.500 die Kreisstadt Kleve zum größten nordrhein-westfälischen Berufsschul-Standort machen.
Auf verschiedenen Wegen begegnet der Kreis Kleve dem Thema „Ärztemangel“, das Spreen als das „wohl wichtigste Zukunftsthema der Daseinsvorsorge“ empfindet. In 2030 werden 136 Ärztinnen und Ärzte fehlen, so seine Voraussicht. Das habe man auch in Kranenburg erkannt, wo die Gemeinde bekanntlich 25.000 Euro bereit stelle für die Ansiedlung eines Facharztes. Spreen sprach von „falscher Verteilungspolitik“ und vom Kampf gegen ein „negatives System“. Nicht 10.000, sondern 16.000 Studierende der Medizin brauche das Land – und zwar jährlich.
Kranenburgs Günter Steins begegnete seinen Unternehmern erstmals als Bürgermeister einer schuldenfreien Gemeinde. Das solle auch so bleiben, formulierte der erste Bürger seine Wünsche für die Zukunft. Nicht Gewerbesteuererhöhungen, sondern der angedachte Windpark über den Baumkronen des Reichswalds sollte helfen, weitere Gewerbesteuern in die Gemeindekasse zu spülen. 32.000 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden – deutlich mehr als Kranenburg selbst habe. Und was für die notwenigen Flächen mit Kiefernwald gerodet werden müsse, das werde anderswo mit wertvollem Laubwald wieder aufgeforstet. Die benötigte Fläche betrage insgesamt 10 Hektar aus einer 2.156 Hektar großen Waldfläche.

Ein ausgesprochen gutes Zeugnis stellte Dr. Andreas Henseler, der neue Leiter der IHK-Geschäftsstelle im Klever Technologie-Zentrum, dem Kreis Kleve und seiner Wirtschaftsförderung aus. 52 Standortfaktoren hatte die IHK in der Region abgefragt, bei den berufsbildenden Schulen punkte man ganz besonders. Die „Achillesferse“, wie der neue Leiter im TZK und Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren es nannte, bleibe das Thema Breitbandversorgung. Hier müsse das Land deutlich mehr Mittel bereit stellen, um Anschluss an die Ballungsräume erreichen zu können. Gerade in Kranenburg war Henseler wichtig, auf die Chancen einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit zu achten.
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