Mit Ausnahme-Talent Jake Bugg auf den Spuren der Vergangenheit

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Jake Bugg tritt am 7.März 2013 zum ersten Mal im Bürgerhaus Stollwerck in Kön auf.
 
Eine einfache Bühne lässt auf einen großartigen Music-Act hoffen.
Köln: Stollwerck Bürgerhaus | „Wenn ich „Taste it“ von Jake Bugg höre, geht mir das Herz auf!“ Diesen Satz hörte ich nicht nur einmal, als ich das Konzert des Newcomers in Köln besuchte.
Jake Bugg ist ein 19jähriges Sänger, der gleich mehrere Generationen mit seiner Musik begeistert.

Als ich Jake Bugg das erste Mal mit seiner Gitarre vor gut einem halben Jahr in einem kleinen bescheidenen Mittagsmagazin singen hörte, bekam ich Gänsehaut! Es passiert mir nicht oft, dass Newcomer sofort meine Aufmerksamkeit erwecken. Also zog ich mir Informationen über diesen 19jährigen Engländer an Land, der während seines Auftritts schüchtern, ja fast traurig dreinschaute, und doch eine so grandiose Stimmung mit seinem Lied „Lightning Bolt“ verbreitete. Ich fand leider nur wenig Informationen über diesen Singer-Songwriter. Allerdings erfuhr ich, dass bereits eine CD von ihm existiert, die ganz einfach nur seinen Namen trägt. Das machte mich noch neugieriger, denn es ist bekannt, dass immer interessante Menschen hinter den einfachsten Dingen stecken. Ich bestellte die CD kurzum, und seitdem läuft sie nahezu jeden Tag bei mir zu Hause.
Nur wenige Tage nach dem Erhalt der CD schrieb ich eine Rezension in ein großes Internetportal und wunderte mich, dass es bei diesem Talent erst seine 66. war. Ich bedankte mich auf seiner Facebook-Seite für seinen Besuch in einem deutschen Studio und dafür, dass er mich damit „erreicht“ hatte.
Am 7. März diesen Jahres nahm ich die Gelegenheit wahr und besuchte ein Konzert dieses Burschen im Kölner Bürgerhaus Stollwerck, einer kleinen Konzerthalle am Rhein. Es wurde eines der großartigsten Konzerte, die ich je gesehen habe! Da stand dieser, auf den ersten Blick „unschuldige Knabe“, vor mir und sang und spielte mit großer Inbrunst seine Lieder vor einem generationsübergreifenden Publikum, das sich schier begeisterte. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Der ganze Auftritt wirkte authentisch und der Sänger so "unverbraucht", aber auch hochprofessionell. Man konnte förmlich spüren, dass hier ein „Frischling der Musikszene“ am Werk war! Vom Teenager bis zur Oma, alle waren sie da, um ihn zu hören – Paare, Singles, Durchgeknallte, Konservative, Flippige und Ruhige. Sie alle verbanden wohl ein Lebensgefühl und Sehnsüchte bestimmter Lebensabschnitte mit diesen Liedern. Jake Bugg erweckt in uns Erinnerungen, Träume und Leid zugleich.
Wie kann es sein, dass ein so junger Mensch von gerade mal 19 Jahren so viele unterschiedliche Herzen gewinnen kann? Es ist wohl, weil er uns den emotionalen Spiegel der Zeit vorhält: Er singt von Drogenkonsum und dessen Folgen, von Abstürzen, Depressionen, verlorener Liebe, aber auch von Freude, Hoffnung und Menschen und Orte, die er liebt und die ihm wichtig sind. Und das alles verpackt er in selbstverfassen Songs. Da stellt sich die Frage, wie ein 19jähriger so viele Erfahrungen und Emotionen transportieren kann? Wie alt ist diese junge Seele wirklich? Was hat dieser Knabe in seinem Leben schon alles erlebt? Wenn ich mir sein großes Vorbild Johnny Cash vor Augen führe, bekomme ich eine Ahnung. Auch dieser Sänger konnte sich nur über seine Musik mitteilen und das Leid, dass ihn verfolgte, bewältigen. Doch Jake Bugg holt nicht nur viele Musikepochen durch sein vielfältiges Talent wieder in unsere Erinnerung, sondern auch ganz viel Hoffnung, die uns den Alltag wieder ein bisschen erträglicher macht. Mir persönlich geht es einfach gut, wenn ich ihn höre!
Wer ist Jake Bugg? Er wuchs als Scheidungskind in Clifton/Nottingham auf und begann bereits im Alter von 12 Jahren Gitarre zu spielen. Er hörte in dieser Zeit Musik von Don McLean und schrieb sich in einem „music technology course“ ein, den er mit 16 Jahren verließ, um eigene Lieder zu schreiben und zu performen, inspiriert durch Johnny Cash, Donovan, The Beatles, The Everly Brothers, Jimi Hendrix und einigen mehr. Sie alle klingen in seinen Songs wider.
2011 wurde der 17jährige Jake von BBC zu den Galstonbury Festivals geladen und bekam dadurch einen Plattenvertrag bei Mercury Records. 2012 trat er in der Britischen Kultsendung „Later…with Jool Holland“ auf und spielte auf weiteren Festivals in England. Sein Lied „Country Song“ wurde zum Kultsong einer britischen Biermarke und „Lightning Bolt“ bei den Olympischen Spielen in London gespielt. Nach vielen weiteren erfolgreichen Auftritten in Großbritannien wurde er im Februar diesen Jahren für den „Brit Award“ in der Kategorie „British Breakthrough Act“ nominiert, was so viel wie "der erfolgreichste Durchbruch des Jahres“ bedeutet, verlor aber knapp gegen Ben Howard.
Im Juli diesen Jahres wird er mit den Rolling Stones in London auf der Bühne stehen.
Das frühreifes Talent und die Gabe, eine so auffallend gute Mischung von Retro Folk und Rock Riffs zu produzieren, lässt viel hoffen. Mein Wunsch wäre, dass sich Jake Bugg niemals von den Wellen seines Erfolges brechen oder gar verbiegen, sondern nur tragen lässt. Alles Gute für die Zukunft!
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