Als blinde Soziusfahrerin auf dem Radtandem

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Susanne Winter (auf dem Rücksitz) mit ihrem Tandempiloten Günther Kraus.
 
Blindenschießen erfolgt nach Gehör.
 
Am Basti-Bus konnten cSc-Herzen gebastelt werden. Links außen der päd. Leiter Jo Ruppel.

Susanne Winther beschreibt, wie sie ihre sportliche Beteiligung beim cSc (capp Sport cup) "Gemeinsam rollt's" im letzten Jahr erlebt hat.

cSc bedeutet capp Sport cup. Der Gründer des cSc ist Bernhard Weik. Wer mehr über ihn erfahren möchte, kann unter www.gemeinsam-csc.de nachlesen.

Seit 2001 findet jeden 1. Sonntag im September in Langenfeld (Rheinland) das cSc-Sportfest statt. Bekannt ist es auch unter dem Namen: gemeinsam rollts. Es ist ein Sportfest, bei dem Sportler mit und ohne Behinderung zusammen Sport treiben, egal ob 4 oder 80 Jahre alt, Freizeit- oder aktiver Sportler. weiblich oder männlich. Dabei geht es vor allem ums Tandemfahren, Fahren mit Rollis, Handbikes, Tretrollern, Skateboards, Einrädern, Dreirädern und Inlinern. In vier Rennen fahren die Teilnehmer von nur 1 Runde (Kinder) bis zu 90 Minuten rund um den Freizeitpark. Die Runde ist 2,3 Km lang.

Wir nehmen mit einigen Tandem-Teams unseres Blinden- und Sehbehindertenvereins Rhein-Wupper e. V. auch immer an dem cSc-Sportfest teil, im letzten Jahr mit drei Teams. Für uns ist es immer ein sehr schöner Tag. Auch im letzten Jahr habe ich mitgemacht. Morgens um 09.30 Uhr wurde ich von meinem Tandempiloten Günther Kraus zu Hause abgeholt. Wir fuhren zuerst mal zur Anmeldung. Dort holten wir unsere Startnummern und den Transponder ab. Für den Transponder muss man als Pfand entweder seinen Personalausweis oder 100,00 € hinterlegen. Der Transponder wird ans Bein geschnallt. Er zählt die gefahrenen Runden. Dadurch können ganz schnell die exakte Zeit gemessen und ganz einfach die Urkunden ausgestellt werden.

Um 10.00 begann das Sportfest. Zuerst begrüßte Frank Schneider, der Bürgermeister von Langenfeld, die Sportler/innen und Zuschauer. Auch der Veranstalter Bernhard Weik begrüßte uns alle. Um 10.15 Uhr startete das erste Rennen der Inliner für die Freiseitsportler. Günther und ich setzten uns auf eine Bank und sahen den Sportlern zu. Über Lautsprecher wurden die Namen der Teilnehmer durch gegeben, die gerade an uns vorbei rasten. Wir feuerten sie zwischendurch an.

Dann kamen auch die anderen beiden Teams unserer Tandemgruppe. Wir fuhren beim 2. Rennen mit, das um 11.30 Uhr startete und über 40 Minuten ging. Bevor es für uns losging, tranken wir zur Stärkung Mineralwasser. Es wird kostenlos von den Stadtwerken Langenfeld zur Verfügung gestellt. Um 11.20 Uhr machten wir uns bereit für den Start. Voraussetzung bei dem Sportfest ist, dass alle einen Helm tragen. Wer keinen Helm trägt, wird disqualifiziert. Nun war es endlich wieder so weit. Um 11.30 Uhr ertönte für uns das Startsignal. Am Anfang geht es noch etwas langsam, bis sich alle nacheinander auf der Bahn eingereiht haben. Jetzt konnten wir zügig fahren.

Während meines Rennens standen immer mal wieder Bekannte und Freunde von mir am Wegesrand, die mich anfeuerten. Natürlich waren auch meine Eltern dabei. Als ich nach meiner ersten Runde wieder am Start vorbei kam, wurde auch mein Name über Lautsprecher genannt. Unterwegs überholten uns Wolfgang und Peter, eines unserer beiden anderen Tandem-Teams. Nach 40 Minuten mussten wir unsere letzte Runde fahren. Dann endete unser Rennen. Wir schwitzten und waren abgekämpft. Wir stärkten uns zuerst mal mit Obst und einem Becher Wasser. Günther brachte den Transponder wieder zurück.

Nun war eine Pause bis 13.00 Uhr. In der Zeit führte Takafumi Ogasawara, ein Japaner, Kunststücke auf seinen selbst gebauten Fahrrädern vor. Rund um die sportlichen Aktivitäten gibt es nämlich auch ein Rahmenprogramm. Auch für das leibliche Wohl ist sehr gut gesorgt. Viele Vereine bieten Essen und Trinken mit allerlei Spezialitäten aus vielen Ländern an. Günther und ich setzten uns zusammen mit den anderen vier Teilnehmern unserer Tandemgruppe an einen Tisch. Ich habe Reibekuchen gegessen, die der Schützenverein auf dem Fest immer anbietet. Manfred und Joachim erzählten uns, dass bei Manfreds Tandem während des Rennens öfter die Kette abgesprungen ist. Sie mussten dann immer wieder an die Seite fahren und reparieren. Dadurch hatten sie natürlich einen großen Zeitverlust. Viele Freunde und Bekannte kamen zu mir und begrüßten mich.

Um 13.00 Uhr ging es mit den Rennen weiter. Nun begannen die ganz Schnellen. Sie fahren 90 Minuten. Ich konnte richtig hören, wie sie dahin rasten. Auch das Publikum rings herum ist immer ganz begeistert von dem Tempo, das die Teilnehmer haben. Zwischendurch trat eine koreanische Trommlergruppe auf. Gegen 14.30 Uhr wurde die Auswertung der 2. Gruppe, zu der unsere drei Tandem-Teams gehörten, bekannt gegeben. Wer bei der schriftlichen Anmeldung angegeben hat, dass er eine Urkunde erhalten möchte, bekam sie ausgehändigt. Da ich schon viele Urkunden habe, beantragte ich keine. Darum habe ich mir nur von weitem die Auswertung angehört. Ich glaube, ich hatte in meiner Altersstufe den 3. Platz gemacht. Die Auswertung steht auch anschließend noch angeschlagen.

Nachdem ich mir die Auswertung angehört hatte, besuchte ich meinen Tandempiloten Jo in seinem Basti-Bus. Das ist eine sehr schöne Beschäftigung für Kinder, die gerne mit Holz basteln. Fünf Mädchen saßen gerade in seinem umgebauten VW-Bus an kleinen Werkbänken, feilten und schmirgelten an einem Herz aus Holz, das sie anschließend behalten durften. Anschließend ging ich ins Schützenhaus, wo die Schießgruppe unseres Blinden- und Sehbehindertenvereins ihren Schießstand aufgebaut hat. Hier haben die Besucher die Gelegenheit, das Schießen für Blinde auszuprobieren. Auch hier traf ich noch viele Freunde und Bekannte.

Ich war lange im Schützenhaus. Als ich wieder heraus kam, war das 4. Rennen, das auch 90 Minuten dauert, schon fast zu Ende. Um 17.00 Uhr ging für mich ein sehr schöner Tag zu Ende. Wer das cSc-Sportfest mal mit machen möchte, kann das bald machen. Es findet statt am Sonntag, dem 06.09.2015 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr in Langenfeld, Langforter Str. 72.

Wer als Sportler/in mit machen möchte, muss sich vorher schriftlich bei Bernhard Weik anmelden. Das geht am besten im Internet unter www.gemeinsam-csc.de und dort unter dem Link Anmelden. Nach der Anmeldung am besten gleich die Startgebühr von 10,00 € überweisen.
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2 Kommentare
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Myriam Weskamp aus Castrop-Rauxel | 07.06.2015 | 09:28  
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Jürgen Steinbrücker aus Langenfeld (Rheinland) | 07.06.2015 | 15:26  
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