Abschieds-Interview mit Bürgermeister Fleige: "Ich würde nichts anders machen"

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Gab beim Besuch in der Stadtspiegel-Redaktion bereitwillig Auskunft und nahm kein Blatt vor den Mund: der scheidende Mendener Bürgermeister Volker Fleige. Foto: peb
 
„Das war der schönste Tag meiner Amtszeit: auf dem Bagger sitzen beim Ersten Spatenstich am Mendener Bahnhof.“ Foto: koe

Wenige Tage vor seinem Abschied aus dem Mendener Rathaus stand Noch-Bürgermeister Volker Fleige beim Besuch in der Stadtspiegel-Redaktion Rede und Antwort.

„Ich war so - ich bin so - ich bleibe so! Es ist nicht meine Art, Leuten nach dem Maul zu reden. Ich würde nichts anders machen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.“

In der Stadtspiegel-Redaktion nimmt Noch-Bürgermeister Volker Fleige - wie von ihm gewohnt - kein Blatt vor den Mund, zieht eine Bilanz seiner Amtszeit und gibt aus seiner ganz persönlichen Sicht Ausblicke auf die Zukunft.
Er schätzt sich auch so ein, wie er von den Menschen wahr genommen wurde und wird: „Ich bin immer einer mit Ecken und Kanten gewesen. Und dies ist gut so.“ Er habe Position bezogen, mag es auch ungewöhnlich gewesen sein. Manchmal war es sicher taktisch unklug, dessen ist sich Volker Fleige durchaus bewusst.


"Du hast Dein
Ding gemacht"

Doch schließlich wurde viel erreicht. Ein kritischer Wegbegleiter hat es mal auf den Punkt gebracht: „Du bist deinem Stil treu geblieben und hast dein Ding gemacht. Dafür bewundere ich dich.“
Seine bereits kurz nach der Wahlniederlage getroffene Aussage „Ich gehe nicht gerne, aber ich gehe zufrieden“, konkretisiert Fleige bei dieser Gelegenheit: „Die letzten sechs Jahre waren die erfolgreichsten in Menden der letzten Jahrzehnte. Da ist sehr viel in Bewegung gekommen.“
Dies nicht zuletzt: „... weil die Verwaltung mit mir an der Spitze sehr leistungsfähig und sehr leistungsbereit war.“
Unter anderem blickt der studierte Diplom-Verwaltungswirt zurück auf die Vermarktung des Bahnhofs, die Neugestaltung des Alten Rathausplatzes, das Anlegen des Glockenteichbaches und die Einrichtung der Gesamtschule.
Zum letzten Punkt: „Zuvor sind ganze Schülergenerationen über Jahrzehnte nach Fröndenberg gezogen.“

"Der Bahnhof war wie
ein Mühlstein"

Und über den Bahnhof: „Dieser Bahnhof hing der Stadt Menden wie ein Mühlstein am Hals. Die CDU-Mehrheit im Rat zusammen mit ihrem Bürgermeister hat den Bahnhof ‚nicht gebacken gekriegt‘. Da gab es kein konsequentes Handeln.“
Auseinandersetzungen wurden dabei gescheut. Die habe es gerade bei diesem Punkt in Mengen gegeben. Ihm war bewusst, dass gerade dieser Mendener Schandfleck nur mit konsequenter Arbeit und hartnäckigem Handeln angegangen und beseitigt werden konnte.
„Am Ende hat es ja auch funktioniert. Das Ergebnis ist durchaus sehenswert“, lehnt sich der (Noch)-Rathauschef entspannt im Stuhl zurück.
Volker Fleige wünscht sich, dass Menden auch nach dem Bürgermeister-Wechsel in Bewegung bleibt.

"Martin Wächter hat
Chance verdient"

„Es wird anders werden. Martin Wächter hat die Chance verdient, seine Zeichen zu setzen. Mein Nachfolger findet eine gut vorbereitete Stadtverwaltung mit gut vorbereiteten Projekten vor. Es ist seine Sache, was er gemeinsam mit dem Rat daraus macht.“
Auch beim Umbau der Behörde ist er seinen Weg gegangen, hat sich von Außenstehenden nicht reinreden lassen. Er hat seine Pläne der Politik vorgelegt, die hat abgestimmt und den Umbau mit vorangebracht.
Natürlich hat der gelernte Diplom-Verwaltungswirt gleich ein Beispiel zur Hand: „Nehmen wir doch mal das Bürgerbüro. Da wurde zehn Jahre diskutiert, überlegt, verworfen. Dann bedurfte es eines SPD-Bürgermeister, um das Konzept umzusetzen.“
Für seine eigene Zukunft macht sich der kulturbegeisterte Verwaltungsfachmann keine Sorgen. „Ich habe eine Reihe von Angeboten. Ich mache mir keine Gedanken, dass ich nichts finde oder mich langweile.“

"Ich fühle mich sogar
ein bisschen befreit"

Es beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Es braucht jetzt etwas Zeit, um für sich festzustellen, in welche Richtung der Weg führt.
Schließlich: „Ich war 30 Jahre in verantwortlicher Position im öffentlichen Dienst. Musste immer Rücksichten nehmen. So betrachtet, fühle ich mich sogar ein bisschen befreit.“

(Fortsetzung folgt)
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 21.10.2015 | 10:07  
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