Ist Libellen-Paradies gefährdet?

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Die äußerst seltene Nordische Moosjungfer ist eine Segellibelle, die in Moorgebieten lebt. In der Roten Liste ist sie als "stark gefährdet" (Stufe 2) aufgeführt. Der Mendener Horst Kühn hat vor einigen Tagen ein Exemplar am nördlichen Oeseteich entdeckt und natürlich als Beweis fotografiert. ^Foto: (Horst Kühn)

Menden. Der aktuelle Fund einer in Deutschland äußerst selten vorkommenden Libellenart an den Oeseteichen - der "Nordischen Moosjungfer" - bestärkt den Mendener Horst Kühn in seiner Meinung, dass die geplante Umgestaltung des Gebietes einer (Natur-) Katastrophe gleich käme. "Die Viefalt der seltenen Libellenpopulationen würde dadurch vernichtet!"

Tausende von Libellen sichtet der Hobbyfotograf jeden Monat an den Oeseteichen. Die meisten davon am sogenannten "Nordteich", der für Libellen, die auf Moorgebiete angewiesen sind, optimale Lebensbedingungen bietet. Insgesamt hat Horst Kühn 38 Libellenarten an den Oeseteichen gefunden.
Kühn ist der Meinung, dass die meisten der dort vorkommenden Libellen vom Nordteich stammen und dann zum Südteich weitergezogen sind.
Das sieht er durch das Renaturierungsvorhaben gefährdet. Es ist geplant, das Gebiet zur Hochwasserrückhaltung umzuformen und gleichzeitig als Naherholungsgebiet mit Bänken, Fuß- und Radwegen und Beobachtungsstationen für die Bürger zu gestalten. Dafür würden allerdings Bäume gefällt, Wasserbereiche zugeschüttet und der Wasserdurchfluss wieder hergestellt.

Sehr seltene
"Nordische Moosjungfer"
an den Oeseteichen
entdeckt


Dann, so ist sich Horst Kühn sicher, ist es mit dem Libellen-Paradies aus und vorbei.
Der Mendener bedauert, dass die äußerst seltene "Nordische Moosjungfer", die er kürzlich fand, "nur" als "stark gefährdet" auf der Roten Liste steht. Wäre sie in Stufe 1 als "vom Aussterben bedroht" gelistet, dann dürfe der Bereich nicht verändert werden, berichtete Kühn der Stadtspiegel-Redaktion.
Libellen sind das große Hobby des Mendeners, der seit einigen Jahren fast täglich viele Stunden lang an den Oeseteichen unterwegs ist. Mit seiner Canon-Kamera und einem 270 mm Teleobjektiv mit Zwischenring dokumentiert er seine Funde.
Hier hat sich im Laufe der letzten Jahre seine Motivation geändert: War Horst Kühn ursprünglich unterwegs, um schöne Tierfotos zu schießen, so steht jetzt die Dokumentation seiner Entdeckungen im Vordergrund.
"Ich suche nicht nach bestimmten Libellen", erläutert der Hobbyfotograf, "sondern schaue, welche da sind. Gegebenenfalls identifiziere ich sie dann mit dem Teleobjektiv." Und er betont: "Ich jage keinen Libellen hinterher - das ist verboten."
Seine Funde dokumentiert der Mendener in der Regel mit drei unterschiedlichen Bildern: eines mit Schwerpunkt auf den Kopf, eines seitlich und eines von hinten.
Übrigens:

Präsentation
der Planungen
im Umweltausschuss


Der Umweltausschuss beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung (16. Juni) anhand einer Powerpoint-Präsentation des Planungsbüros mit der Umgestaltung des Teichgebietes.
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Thorsten Kowalski aus Menden-Lendringsen | 04.06.2016 | 09:25  
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