Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher referiert beim Hospizkreis Menden

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Dr. Hans-Jörg Hilscher
Gut besucht war dieser offene Montagstreff, der das Thema Palliativmedizin behandelte.
Dr. med. Hilscher ist als Allgemein- und Palliativmediziner tätig und betreut seit fast
20 Jahren das stationäre Hospiz Mutter Teresa in Iserlohn-Letmathe, das 6 Betten
vorhält.
Schwerkranke Menschen, deren Tod in absehbarer Zeit eintreten wird, können dort
aufgenommen werden. Sie werden palliativ-medizinisch versorgt, d. h. ihre Schmerzen,
Beschwerden und Ängste werden behandelt und damit ein friedliches Sterben ermöglicht.
Die Kosten werden zu 90 % von den Kranken- und Pflegekassen übernommen; die rest-
lichen 10 % müssen durch Spenden gedeckt werden. Für die Gäste ist der Aufenthalt kosten-
frei. Die Verweildauer in einem Hospiz liegt bei ca. 3 Wochen; das Letmather Haus Mutter
Teresa hat in den vergangenen 20 Jahren 2.300 Gäste betreut.
Seit 2007 ist die Durchsetzung der Palliativmedizin gesetzlich geregelt. Diese Aufgabe
führt der Palliativmedizinische Konsiliardienst – Netz Iserlohn/Letmathe (PKD-NIL) durch.
Zum Dienst gehören 7 Palliativärzte und 3 Palliativschwestern, die als Koordinatorinnen
den Kontakt zwischen Patient und Palliativversorgung herstellen. Im Vorfeld muss der
behandelnde Hausarzt seinen Patienten in dieses Palliativnetz einschreiben; im Schnitt
werden 120 Patienten pro Quartal dort angemeldet.
Mit dieser umfassenden Behandlungsmöglichkeit ist gesichert, dass der Kranke zuhause
leben, im Fall einer Verschlechterung oder akuter Beschwerden rund um die Uhr den PKD
anrufen und Hilfe bekommen kann. Die Koordinatorin stellt Kontakte zu Ambulanten
Pflegediensten, Palliativ-Pflegediensten, Ambulanten Hospizdiensten, Stationären Hospizen
oder auch Altenheimen her. Dieses aufgestellte System ermöglicht einen würdevollen
letzten Lebensabschnitt, möglichst ohne belastende Krankenhausaufenthalte.
Das Verfassen einer Patientenverfügung hält Dr. Hilscher für richtig; eine Vorsorgevollmacht
für noch wichtiger, um im Fall einer nicht mehr selbst zu beurteilenden Situation einen
Fürsprecher zu haben, der die Interessen des Kranken glaubhaft vertritt.
„Wie werden die Schwerkranken medizinisch behandelt?“ Das war eine von mehreren Fragen der Besucher des Abends. Für Dr.Hilscher spielt Methadon in der Palliativmedizin eine wichtige Rolle.
Die oft gut gemeinte Absicht der Angehörigen, ihre sterbenden Schwerkranken zum
Essen und besonders zum Trinken anzuhalten, konnte Dr. Hilscher entkräftigen. Eine gute
Mundpflege verschaffe Erleichterung bei aufkommendem Durstgefühl, und eine übermäßige
Flüssigkeitszufuhr belaste den Organismus; da die Nieren bei Sterbenden nicht mehr oder
nur sehr vermindert arbeiten.
Die Besucher des Abends nahmen neue Erkenntnisse mit nach Hause; sicherlich aber auch
Anstöße, über Situationen am eigenen Lebensende nachzudenken.
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