Links des Rathauses nicht gleich rechts des Rathauses ?

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Das ehemalige Standesamt der Gemeinde Rheinkamp, auch der ehemalige Sitz der AWO Kreisverwaltung. Im Hintergrund das Rheinkamper Rathaus
 
Eingang zum Bergamt im alten Utforter Rathaus ca. 1995
Moers: Rathaus Rheinkamp |

Zweierlei Maß beim Utforter Rathaus ?

Bei der jüngsten Sitzung des Stadt-Bau- und Planungsausschusses am 22. Juni 2017 betonten nahezu alle im Stadtrat vertretenen Parteien unisono, wie froh sie darüber seien, daß man einen Investor für das marode Utforter Rathaus gefunden habe, dem man den Problemfall habe auf`s Auge drücken können.

Jedoch kam von Gabriele Kaenders (Linke) eine Frage an den technischen Beigeordneten Thorsten Kamp.
Frau Kaenders fragt nach dem Umstand, den engagierte Bürger bereits in die Diskussion gebracht hatten, nämlich daß die Stadt bei der Problematik Denkmalschutz wohl mit zweierlei Maß messen würde.
Bei der Beantwortung der Frage musste Kamp allerdings passen, da der Vorgang vor seiner Amtszeit gewesen sei.

Dem Manne kann geholfen werden.

Hier schildern wir in komprimierter Form den damaligen Vorgang.

Im Jahr 2011 wollte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreis Wesel einen Anbau an ihre Kreisverwaltung , dem Rathaus Utfort benachbart, das ehemalige Rheinkamper Standesamt anbauen.

Vorausschicken muß man, daß die Arbeiterwohlfahrt Mitte der neunziger Jahre das alte Standesamt der Gemeinde Rheinkamp erworben hatte. Unter der Leitung des Kreisgeschäftsführers Bernhard Scheid wurde damals des Haus in geradezu beispielhafter Weise, dem Charakter des Gebäudes entsprechend, liebevoll wieder hergestellt. Mit viel Fingerspitzengefühl für die alte Substanz wurde es in einen, dem Bedarf der AWO entsprechenden Verwaltungsbau umgewandelt.

Im Laufe der Jahre war die AWO Verwaltung durch neu hinzugekommene Aufgabenfelder gewachsen und so wurde wegen eines erhöhten Raumbedarfs der Plan für einen Anbau, zum Utforter Rathaus hin orientiert, entwickelt. Eine erste Planung, die nur in einer Skizze die Dimensionen des Anbaus verdeutlichen sollte, ohne auf weitere architektonische Details einzugehen, wurde eingereicht.

Diese Skizze war dem damals noch existierenden Gestaltungsbeirat schon Anlass genug, gegen das Vorhaben ein Veto einzulegen. Der Anbau rücke zu nah an das Rathaus wurde argumentiert. Durch den Anbau sei das gesamte denkmalgeschützte Solitär - Erscheinungsbild des Utforter Rathauses in unzumutbarer Weise beeinträchtigt.

Den eingereichten Antrag beschied die Stadt nach Stellungnahme des Gestaltungsbeirates abschlägig, nachdem anderthalb Jahre der Planung vergangen waren. Zwischenzeitlich war immer wieder versichert worden, man sehe keine Probleme bei der Genehmigungsfähigkeit.

Die Stadt Moers schaut in die Röhre

In Folge dieser Entwicklung zog die Kreisverwaltung der AWO nach Rheinberg, die Rheinberger freuten sich über einen jährlichen Zuwachs an Steuereinnahmen von knapp unter 100 000 Euro für die Stadtkasse, Moers schaute in die Röhre! Die seither nicht eingenommene mehr als eine halbe Million Euro hätte die ohnehin klamme Stadt vermutlich gut brauchen können.

Manche Utforter Bürger fragen sich angesichts der derzeitigen Neubaupläne der Gruppe Zumwinkel, wie ist es nach dem „Gleiches Recht für Alle – Grundsatz“ vertretbar, dass der Denkmalschutz rechts des Rathauses ein anderer ist als auf dessen linker Seite. Der geplante Neubau rückt eher näher an das Rathaus und ist in seinen Dimensionen um ein Vielfaches größer als es damals der AWO Bau gewesen wäre.
Wird hier, nur weil die Stadt ihre Problemimmobilie loswerden will, mit zweierlei Maß gemessen ?

Entstehen hier womöglich Regressansprüche zugunsten der Arbeiterwohlfahrt ? Auch wenn es derzeit offenbar keinen Gestaltungsbeirat mehr gibt, der zu fragen wäre, der Denkmalschutz wird kein anderer sein als vor sechs Jahren.

Anfrage beim Denkmalamt und beim Bauministerium läuft

Inzwischen haben sich Vertreter der Anwohnerinitiative in dieser Frage auch mit einem entsprechenden Schreiben an das Landesamt für Denkmalpflege und an das Bauministerium in Düsseldorf gewandt. Sie bitten die Behörden um Prüfung des Vorgangs.
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