Aufs richtige Pferd gesetzt

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Auszubildender Nils Cohrs bei seiner täglichen Arbeit mit einem Pferd. (Foto: Heike Cervellera)

Eine Ausbildung, bei der man mit Tieren zusammenarbeitet, ist für viele Menschen ein Traum. Ein Traum, der aber auch viel Disziplin verlangt.

Regine Mispelkamp bildet auf Gut Saalhof zum Pferdewirt aus. Mispelkamp selbst ist seit sieben Jahren auf dem Hof. Mit der Ausbildung geht viel Verantwortung einher: „Wir betreuen die Pferde anderer Leute, das ist eine große Verantwortung. Sie geben uns ihre Tiere in Obhut, damit wir uns um sie kümmern.“
Bei der Ausbildung zum Pferdewirt unterscheidet man zwischen der Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“ und „Haltung&Service“, so erklärt Mispelkamp: „Wir hier bei uns bilden in der Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“ aus. Für junge Leute, die wenig Vorerfahrung mit Pferden haben, ist die Fachrichtung „Haltung&Service“ eher anzuraten, da es dort, wie der Name schon sagt, erstmal um den Umgang mit den Tieren und nicht ums Reiten.“

Empathie und Herzblut


Leider werde das Berufsbild oftmals falsch vermittelt und so kommt es, dass viele die Ausbildung abbrechen: „Es ist nicht so, dass die Azubis sich in der Ausbildung nur um zwei Pferde den ganzen Tag kümmern und somit viel Zeit für ein Pferd haben, sondern es sind in der Regel sechs bis sieben Pferde am Tag, um die sich gekümmert werden muss. Dazu gehört viel Empathie und Herzblut!“

Jacquline Peckelsen macht momentan ihre Ausbildung bei Mispelkamp. Sie hat zuerst die Ausbildung mit dem Fachbereich „Haltung&Service“ an der Landesreitschule und Langenfeld absolviert, bevor sie sich danach entschieden hat, die klassische Reitausbildung noch dran zu hängen.
Nils Cohrs ist der zweite Auszubildende, neben Peckelsen. Er hat zuvor Qualitätsmanagement studiert, bevor er die klassische Reitausbildung anfing: „Das Studium habe ich nicht beendet, weil meine Passion zum Reiten größer war. Ich war früher schon immer mehr im Stall als anderswo und bin froh, dass ich jetzt mein Hobby zum Beruf mache.“

Die Ausbildung bringt für die Beiden viele positive Aspekte mit sich: „Man bekommt direkt ein Feedback vom Pferd, wenn etwas gut oder schlecht ist,“ erläutert Cohrs.
Peckelsen: „Man muss aber auch komplett unvoreingenommen an jedes Pferd herangehen und kann die Alltagsdinge nicht mit aufs Pferd nehmen.“
Mispelkamp fügt hinzu, dass die Auszubildenden vor allem viel Disziplin benötigen: „Die sozialen Netzwerke von einem Auszubildenden sind schon etwas eingeschränkter. Sie arbeiten von dienstags bis samstags und alle zwei Wochen sonntags. Die Arbeitszeit ist sehr intensiv und abends weggehen ist oftmals nicht möglich.“
Trotzdem können sich die beiden Azubis vorstellen, diesen Beruf über ihre Ausbildung hinaus auszuüben, denn, so Cohrs: „Es gibt einem viel zurück, wenn man merkt, dass man Fortschritte mit dem Pferd macht. Das ist ein tolles Gefühl.“
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 08.03.2016 | 16:39  
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