Handgemacht - musikalisches Experiment gelungen - das Publikum fasziniert

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"spontaner" erster Auftritt
Mülheim an der Ruhr: Stadtbibliothek im Medienhaus | Die zweite Veranstaltung dieser Art in der Bibliothek im Medienhaus war für alle Beteiligten eine spannende Sache. Mit der 19jährigen Sängerin Hannah Stienen und dem 18jährigen Gitarristen Jonas Pavel präsentierten sich zwei Newcomer auf der Medienhausbühne. Dazu Lutz Overrath, ein bühnenerfahrener Haudegen, allerdings ohne die gewohnte Rockcombo MIG - diesmal nur mit seiner Gitarre.
Als Unterstützung standen bereit: Alexander Kleer an der Violine und Philipp Hemmelmann am Cajon.

Letzterer zeigte - wie bereits bei der ersten Veranstaltung - dem Publikum am Beispiel eines alten Bill Withers Stückes, wie man mit einem Effektgerät (Loop) live auch ohne Vorbereitung die Illusion einer kompletten Kapelle hervorrufen kann.

Dann ging es ans handgemachte:

Jonas Pavel zeigte an der Gitarre so mitreißende fingerstyle Techniken, dass man vorsichtig nachschaute, ob sich nicht doch irgendwo ein zweiter Gitarrist vesteckt hielt. Nach diesem beeindruckenden Auftritt sah man dann doch, unter welcher Anspannung der junge Virtuose gestanden haben muss. Das Publikum kümmerte dies wenig und forderte eine Zugabe. Eine ganz frische Eigenkomposition - noch ohne Namen - ließ diesen Programmteil ausklingen.

Hannah Stienen bringt schon einige Bühnenerfahrung mit und trat selbstbewusst auf die Medienhausbühne. Nur mit ihrer Gitarre sang sie ausschließlich Eigenkompositionen und zog das Publikum augenblicklich in ihren Bann. Souverän wechselte sie von der englischen in die deutsche Sprache, ohne dass man einen Bruch hätte wahr nehmen können. Auch sie kam ohne Zugabe nicht von der Bühne.

Lutz Overrath rockte nach der Pause derart los, dass ihm nach drei Liedern und einem Schluck Wasser ein Frosch im Hals kurz die Stimme nahm. Ganz Routinier fragte er seine im Publikum anwesende 11jährige Tochter, ob sie nicht ein Lied singen wolle, bis seine Stimme wieder da sei.

Was macht man nicht alles, um den Papa zu retten.
So kam also die kleine Julia zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt, begleitet mit Gitarre, Geige und zweistimmigem Backgroundchor. Welch ein Einstieg!
Mit Hilfe von Bonbons aus dem Publikum wieder genesen, brachte der Papa dann sein Programm stimmgewltig zu Ende.

Im Finale konnten sich alle Künstler noch einmal auf der Bühne einbringen, was allen - Musikern und Publikum - sichtlichen Spaß machte.

"Blind Date" für Musiker
Der Reiz dieser Veranstaltung liegt für die beteiligten Musiker auch gerade darin, dass sie sich "blind" auf diesen Abend einlassen. Es gab vorher keine gemeinsamen Proben, in diesem Fall kannten sich die Beteiligten teilweise nicht einmal.
Dem Publikum hat es gefallen.
Nächster Termin: Freitag, 13. Oktober
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