Diamanthochzeits-Tipp: "Der eine hat das Sagen!"

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Hannelore und Heinz Kannenberg blicken auf 60 Jahre Ehe zurück. (Foto: PR-Foto Köhring/SH)
„Der Eine hat das Sagen!“ ist sicherlich ein gutes Rezept für eine glückliche und lange Ehe, doch auch dieser Floskel nehmen Heinz und Hannelore Kannenberg gleich wieder die Schärfe. „Mal hat der Eine mehr Wissen über eine Sache – mal der Andere.“ Ein eingespieltes Team sind die beiden Eheleute, die am Donnerstag, 23. März, 60 Jahre lang verheiratet sind. Hannelore Kannenberg: „Man baut sich gemeinsam etwas auf und dann bleibt man auch zusammen. Aber ganz ohne Streit geht das auch nicht.“

Die Kannenbergs erinnern sich: Sie ist in Styrum geboren und hat als 7-jährige den Zweiten Weltkrieg miterlebt. „Wenn die Sirenen gingen, habe ich meinen Tornister gepackt, meine Puppe geschnappt und dann ging es ab in den Bunker.“ Er ist in Ostpreußen geboren und lebte mit fünf Geschwistern auf einem Bauernhof. Im Krieg musste er flüchten, arbeitet erst als Helfer bei einem Großbauern mit 600 Tieren auf Fehmarn und siedelte 1953 nach Mülheim über. „Das war eine Familienzusammenführung. Mein Bruder war auf der Zeche hier,“ erinnert sich Heinz Kannenberg.

Die Kannenbergs haben sich 1954 auf einer kleinen Kirmes in Styrum kennengelernt. Hannelore Kannenberg war damals Verkäuferin bei Schätzlein und mit einer Freundin dort. Heinz Kannenberg war mit seinem Cousin auf der Kirmes. „Da haben uns die beiden Männer angequatscht,“ so war der Anfang und dann ging alles seinen Weg. Der Vater von Hannelore Kannenberg musste 1957 noch seine Einwilligung zur Hochzeit geben, denn sie war damals noch keine 21 Jahre alt. „Geheiratet haben wir wegen einer Wohnung - 32 qm in Speldorf.“ Dort sind sie zehn Jahre wohnen geblieben und haben dann 1966 an der Folkenbornstraße in Heißen gebaut, im wahrsten Sinne des Wortes „gebaut“.

Der Bauherr hatte Pleite gemacht und so hat das Ehepaar den Innenputz selbst übernehmen müssen. „Da musste meine Frau ganz schön arbeiten.“ Auch sie erinnert sich an die harte Arbeit, die zerschundenen Hände und Arme. Heute wohnen die Kannenbergs seit 50 Jahren in Heißen und haben dort ihre Enkelkinder groß werden sehen. Sie war bekennende Citroen-Ente-Fahrerin und erzählt lachend über die 21 PS, mit denen so manche Berge nur mit Mühe und Not erklommen werden konnten. Er ist Hobby-Gärtner und pflegt seinen eigenen Nutzgarten. Jetzt startet wieder die Gartensaison. Die Beete sind schon vorbereitet.

Beide schätzen die gute Nachbarschaft, haben schon das eine oder andere Nachbarschaftsfest organisiert. Er am Grill und die Nachbarin macht den Kartoffelsalat. Fast alles kommt aus dem Garten: Kartoffeln, Gemüse, Obst und Kräuter. Heinz Kannenberg: „Der Garten ist wie ein Sparziergang für mich. Da ist immer was zu tun.“

Die Diamanthochzeit feiern die Kannenbergs mit 40 Personen in einem Lokal an der Ruhr. Da hat sie sich durchgesetzt. „Einer muss ja das Sagen haben.“ Darauf freut sich das Jubiläums-Ehepaar, denn dann kommen auch die Kinder, die heute an der Ostsee zuhause sind, die Tochter, die ihre Eltern nett als „80+“-Generation bezeichnet, über das Alter spricht man nicht.
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