Verregnete Ernte auch auf Hof Buchholz

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Zu feucht, zu wenig Sonne, diese Umstände verhagelten den Bauern der Region die Ernte 2016. Auch Landwirtschaftsmeister Jochen Unterhansberg vom Hof Buchholz zieht deshalb eine eher ernüchternde Bilanz.
 
Frischer kann man nicht kaufen: Produkte direkt vom Erzeuger werden im Hofladen angeboten.
Mülheim an der Ruhr: Buchholz-Hof |

Ein verregneter Frühling auf dem Buchholz-Hof, Unwetter im Sommer und nun Sonne ohne Regen. Die Bauern im Kreis haben es dieses Jahr mit ihrer Ernte nicht leicht. Ein gutes Erntejahr war es auch für Jochen Unterhansberg, Landwirtschaftsmeister vom Hof bislang nicht, aber er möchte nicht klagen. Etwa 70 Hektar Land bewirtschaftet er mit Kürbissen, Erdbeeren, Kirschen, Spargel, Kartoffeln und Getreide. Seine Tochter, gelernte Obstbauerin, wird schon in zwei Jahren für eine hoffentlich ertragreiche Apfelernte sorgen. Auch die älteste Tochter arbeitet mit auf dem Hof und kümmert sich um Pferde und Hühner.

Jochen Unterhansberg: Wieder kein gutes Jahr

„Durch den vielen Regen sollte man meinen, dass wir im Getreidebereich eine Rekordernte erzielen, aber das Gegenteil ist der Fall“, so Unterhansberg. „Der Dauerregen sorgte dafür, dass der Ertrag deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt.“ 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr und 20 Prozent weniger als im Durchschnitt bedeutet das für den Bauern. „Vergangenes Jahr war aber auch ein sehr gutes Jahr für Getreide in unserer Region“.

Erdbeeren beginnen vor der Lese zu faulen

Im April begann Unterhansberg auf dem Hof Buchholz mit der Spargelernte, dieser ist allerdings schon im Juni nicht mehr gewachsen. Anfang Mai wurde mit der Erdbeerlese gestartet. Da die erste Ernte der Erdbeeren unter Folienhäusern statt fand, war hier der Ertrag normal. „Aber die Haupternte im Juni war deutlich weniger, 50 Prozent wurden uns verregnet.“ Das Problem war die feuchte Witterung. „Dann fangen die Erdbeeren an zu faulen und durch die mangelnde Sonne fehlt auch der Geschmack.“ Jochen Unterhansberg ist sich bewusst, „wir sind eben vom Wetter abhängig, so ist das, wenn man unter freiem Himmel arbeitet.
Auch den Kirschen bekam der viele Regen nicht gut. „Es hat im Juni viel geregnet, Kirschen, die ohne Schutzdach gewachsen sind, sind aufgeplatzt. Die frühen Sorten sind dieses Jahr alle kaputt.“ Die Kartoffeln haben in der Region eine späte Lage. „Wir haben einen Pilzdruck im Boden und durch die schwüle Witterung in der Luft ist Schimmelbildung bei den Kartoffeln möglich.“ So zieht er Bilanz: „Unter dem Wetter hat dieses Jahr alles gelitten.“

Wir müssen akzeptieren, was die Natur uns gibt

Ideales Wetter wären gleichmäßig verteilte Niederschläge, „damit die Pflanzen ganzjährig eine gute Wasserversorgung haben“. Auch Hitzestress kann die Natur nicht gut gebrauchen. „Das ist wie bei Mensch und Tier. Was für den Menschen gut ist, ist auch für die Natur gut, wenn es heiß ist, geht unsere Leistungskurve runter“, weiß Unterhansberg. „Im April freuen wir uns, wenn das Frühjahr beginnt, im Mai dann darüber, wenn es nachts nicht mehr unter 10 Grad kalt wird und im August brauchen wir dann auch keine Temperaturen über 30 Grad mehr.“ Doch er resümiert: „Wir müssen akzeptieren, was die Natur uns gibt, sonst sollten wir uns auf diese Arbeit nicht einlassen.“

Ab August reifen nur noch die Kürbisse

Jetzt hofft Unterhansberg noch auf ein paar trockene Tage, um möglichst „alles trocken vom Feld zu bekommen.“ Wenn es die Witterung zulässt, wird dann auch mal eine Nachtschicht eingelegt. „Ab dem 10. August etwa können wir uns dann hoffentlich entspannen. Denn dann werden die Tage kürzer und dann nimmt auch durch Morgentau die Wahrscheinlichkeit ab, trockene Ernten einzufahren.“ Dann reifen nur noch die Kürbisse auf etwa drei Hektar Land. „Da müssen wir mal abwarten, wie das Wetter ihnen bekommen ist.“ Dennoch weiß Unterhansberg: „In unserer Region sind wir vom Schlimmsten verschont worden, die massiven Unwetter haben uns hier zum Glück ja nicht ereilt.“
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