Ein Trickfilmstudio mitten in Oberhausen

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Die fertige Filmszene ist "im Kasten".
 

Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Voller Konzentration schauen die sechs Kinder und Jugendliche, die mit der Produktion des Trailers für das Kinder- und Jugendkino der diesjährigen Kurzfilmtage beschäftigt sind, auf ihre Szenerie.

Ein kleiner Windhauch oder ein falscher Lichteinfall, kann ihr ganzes Werk und damit die ganze Arbeit von vier Tagen zerstören, wie Sara Laukner, Künstlerin und Filmemacherin aus Oberhausen, die das Projekt betreut, erzählt: „Es kam gerade fast zur Katastrophe. So kurz vor Schluss darf nichts mehr schief gehen, aber es ist auch unglaublich, mit welcher Konzentration die Kinder dabei sind.“
Vor Kurzem trafen die drei Schüler der Marienschule, Allegra Zas Fris Bello, Paula Scholten und Philip Zeldin und die drei Schüler der Gesamtschule Osterfeld, Lisa-Marie aus der Wiesche, Niklas Fey und Kimberly Eis erstmalig aufeinander. Es wurde überlegt, welches Thema für den Trailer genommen wird und Kimberly und Lisa-Marie hatten die zündende Idee, wie die beiden Mädchen berichten: „Wir wollten gerne etwas Gruseliges machen, so in Richtung Slender Man“, so die beiden Schülerinnen der Gesamtschule Osterfeld. Die Idee, einmal keine fröhliche, sondern eine düstere Atmosphäre entstehen zulassen, stieß auch bei den anderen auf Interesse. Natürlich wurde das Ganze aber so umgesetzt, dass auch die etwas Jüngeren sich ohne Bedenken den Trailer anschauen können, wie Laukner, verspricht: „Die Stimmung des Trailers ist zwar gruselig, aber es passiert nichts Schlimmes.“

Sechs Regisseure

Nachdem die Idee feststand, ging es für die sechs Neu-Regisseure an die Arbeit. Die Szenerie wurde aus Knete gebastelt und mit Blättern ergänzt. So wurde binnen weniger Tage eine Wald-Situation geschaffen, die die düstere Atmosphäre perfekt wiedergibt. Ein Kameramann hält die Aufnahmen fest. Erfahrung, die Philip bereits früh sammeln konnte: „Mein Papa ist Kameramann und hat mit mir, als ich vier Jahre alt war, einen Film mit Playmobilfiguren erstellt.“ Die Arbeit, die die sechs Schüler in nur vier Tagen geleistet haben, ist nicht zu unterschätzen, wie Laukner erklärt: „Der Trailer dauert am Ende circa 25 bis 30 Sekunden. Pro Sekunde gibt es 25 Einzelbilder.“ Eine Menge Arbeit und vor allem volle Konzentration, die von allen Beteiligten an den Tag gelegt wurde. Umso mehr freuen sich alle, das fertige Ergebnis bei der Premieren-Veranstaltung des Kinder- und Jugendkinos, am 11. Mai, zu sehen.
Bereits zum 40. Mal findet das Kinderkino der Kurzfilmtage statt, nicht nur eine Zahl, die auch im Trailer wiederzufinden sein wird, sondern auch ein Grund zum Feiern, wie Sabine Niewalda, Pressesprecherin, erklärt: „Wir würden uns aufgrund des Jubiläums sehr freuen, wenn sich ehemalige Mitglieder der Kinder- und Jugendjury bei uns melden.“ Passend zum Jubiläum wurden zwei Programme aus Archivmaterial mit Kinderfilmen der Festivalgeschichte zusammengestellt, zudem die ehemaligen Jury-Mitglieder eingeladen sind. Wer interessiert ist, kann sich bei Sabine Niewalda unter kiju@kurzfilmtage.de melden. Jedes Blättchen wird zurecht gerückt, damit der Film auch authentisch wirkt.
VON SARAH DICKEL
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