Michael Donsbach holt zweimal Gold bei Deutschen Meisterschaften

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Das Lachen fiel dem neuen Deutschen Meister Michael Donsbach nicht sonderlich schwer
 
Die Delegation des Rheinischen Turnerbundes mit den Kampfrichtern Christian Fuß und Matthias Bramkamp, dem Goldjungen Michael Donsbach und Trainer Sydnee Ingendorn
Wer den jungen Oberhausener Turner vom KTTO/ TC 69 kennt, weiß, dass er meist ein freundliches, sympathisches Lächeln mit sich trägt. Dieses Grinsen sollte gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen bei Michael Donsbach, nachdem die Finalwettkämpfe am Sonntag bei den diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn zu Ende gingen.

Junioren- Nationaltrainer sieht großes Potenzial


Bei warmen Bedingungen in der sehr gut ausgestatteten Halle der TG Böckingen, ging es für die einzelnen Jahrgänge von der Altersklasse 12 bis zur Altersklasse 17/18 bei den nationalen Meisterschaften von Freitag bis Sonntag um die Mehrkampfmedaillen, sowie die Medaillensätze an den einzelnen Geräten. Am Freitag stellte sich Donsbach der Pflicht, die bis auf einen Patzer am Reck eine gute Basis für mögliche Finalteilnahmen ergeben sollte. Nach diesem Durchgang führte der Oberhausener bereits deutlich an den Ringen und war zweiter am Barren. Am Samstag folgte dann der Kürdurchgang, die eigentliche Stärke aller KTTO- Turner. Dementsprechend konnte Donsbach auch überzeugen und machte souverän mit der besten Barren- und Ringeübung den Einzug in beide Gerätefinale perfekt. Durch einen guten Sprung, konnte er sich noch auf Platz acht schieben und erreicht auch am Sprung den Finaleinzug. Aufgrund des Patzers am Reck und bei der Kür am Pauschenpferd landete er im Mehrkampf auf Platz 11, in der Kür auf Platz 9. Vom Potenzial her, gehört er zu den besten sechs des Landes. Dies machte auch Jens Milbradt, Nationaltrainer Junioren, nochmals nach dem Wettkampf in einem persönlichen Gespräch mit den beiden Trainern deutlich.

Nervenstark am Barren


Der Showdown sollte jedoch am Sonntag mit den besten acht Turnern an jedem Gerät in jeder Altersklasse erfolgen. Für die Altersklasse 13/14, darunter auch Michael Donsbach begann der erste Durchgang am Barren. Für alle ging es von null los, die Qualifikationswertungen zählten nicht mehr. Als fünfter Turner von acht waren die Hauptkonkurrenten vor ihm an der Reihe. Der Mehrkampfsieger Daniel Schwed aus Berlin patzte beim Abgang, die anderen blieben unter der Qualifikationswertung vom Oberhausener Nachwuchstalent. Nun lag es an ihm zumindest schon einmal die Medaille zu sichern. Mit einem engagierten und aggressiven Turnen brachte er seine schwierige Übung an den Barren. Ein kleiner, kaum zu sehender Wackler bei der halben Drehung, lies Trainer Sydnee Ingendorn kurz die Spucke wegbleiben, aber Donsbach ließ sich dadurch keineswegs beirren und turnte seine nächste Schwierigkeit direkt hinten dran. Nur noch der Doppelsalto rückwärts trennte ihn von einer großen Titelchance. Und wie schon beim Einturnen zu erahnen war, war auch heute der Abgang kein Problem. Mit festem Stand ohne Wackler, richtete sich Donsbach schon mit einem Lächeln auf und streckte die Arme in die Höhe. Auch Sydnee Ingendorn war erleichtert, was auch alle weiteren anwesenden Personen in der Halle durch den Jubelschrei wohl unfreiwillig mitbekamen. „Das ist der Titel. Das kann keiner mehr packen“ war sich Cheftrainer Siegfried Ingendorn nach der Übung schon erwartungsfroh sicher, der sich das Geschehen an diesem Wochenende von der Tribüne anschaute. Und er sollte recht behalten. Die drei weiteren Turner konnten in den Schwierigkeiten und den Ausführungen nicht dagegen halten und so ging nach 19 Jahren, damals der heutige Mannschaftsarzt Dr. Roland Weidenbach, wieder die erste Goldmedaille bei einer deutschen Meisterschaft nach Oberhausen. „Das war die beste Barrenübung, die ich von ihm bisher je gesehen habe und das genau im richtigen Moment. Seine Form und Nervenstärke war in diesem Moment überragend.“ War Sydnee Ingendorn durchweg von einem Schützling überzeugt.

Überragend an den Ringen


Doch neben dem Barren stand noch eine Tür zu einer weiteren Medaille sehr weit offen. Als bester Turner im Mehrkampf an den Ringen, wollte Michael Donsbach im Finale nochmal sein riesen Potenzial an diesem Gerät abrufen. Bei starker Konkurrenz, bei der die ersten fünf vom Ausgangswert eng beieinander lagen, musste Donsbach als Erstes ans Gerät. „Da gibt es nur eine Marschroute und Taktik: Alles oder Nichts!“ gab Ingendorn dem jungen Oberhausener auf den Weg. Mit den Worten: „Hau einen raus Micha!“ hob Sydnee Ingendorn seinen Turner ans Gerät. Und Donsbach sollte auf seinen Trainer hören. Die Stützwaage am Anfang als Kraftteil souverän und Abzugsfrei. Die Schwungelemente sicher in den Handstand ohne Wackler, noch besser als in der Qualifikation. Und wie am Barren zuvor, trennte ihn nur noch der Abgang von einer guten Ausgangsbasis. Der Doppelsalto gestreckt stand hoch in der Luft, die Landung folgte und wieder stand er mit beiden Beinen wie verankert auf der Matte. Mit einer Wertung von 13,50 Punkten war diese Übung ein Fingerzeig an die weiteren sieben Finalteilnehmer. Jetzt kam der Teil des langen Zitterns und Wartens. Die Hauptkonkurrenten kamen wieder aus Berlin. Sie turnten gut und auch von den Schwierigkeiten ähnlich. Doch in der Ausführung war eben wieder der Junge aus Oberhausen entscheidende Zehntel besser. Und so kam das woran niemand so richtig glauben mochte. Das zweite Gold.

„Das ist der absolute Hammer für Michael, dem KTTO/ TC 69, dem rheinischen Turnerbund und der Stadt Oberhausen. Die Erfolge waren souverän. In dieser körperlichen und nervenstarken Form war er nicht zu schlagen an diesen beiden Geräten.“ Resümierte Sydnee Ingendorn schon kurz nach dem Wettkampf den historischen Erfolg.

Am Sprung landete Donsbach noch auf Platz sieben, was einen rundum gelungenen Sonntag perfekt machte.

Einer der Erfolgreichsten seiner Altersklasse


Zwei Goldmedaillen erreichte nur noch der Mehrkampfgewinner mit einer weiteren Medaille am Reck. Somit gehörte der Schützling von Siegfried und Sydnee Ingendorn zu den erfolgreichsten Turnern seiner Altersklasse. Und so kam es nicht von ungefähr, dass am Ende eben der sympathische junge Mann aus Oberhausen das Lächeln am größten durch die Halle trug.
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