Sporthalle am Kuniberg ist Notunterkunft für 120 Flüchtlinge

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Kreisrechtsdirektor Hans-Ulrich Seidel, Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke, Landrat Cay Süberkrüb, Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche und Dr. Walter Schulte, Leiter des Kuniberg-Berufskollegs, im Gespräch vor der Notunterkunft.

Ein „Brandbrief“ von Innenminister Ralf Jäger ging Mitte Februar an alle Regierungspräsidenten in Nordrhein-Westfalen. Grund: Die aktuelle Entwicklung der Flüchtlingszahlen.

Es werden dringend Notunterkünfte gebraucht, um den anhaltenden Flüchtlingsstrom - vor allem aus dem Kosovo, aber auch aus Syrien und anderen nordafrikanischen Ländern - unterbringen zu können. Eine Bitte, der Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke für den Bezirk Münster umgehend folgte.

Im Kreis Recklinghausen begab man sich sofort auf die Suche nach passenden Örtlichkeiten und wurde mit der Sporthalle des Kuniberg Berufskollegs fündig. Am Wochenende wurden direkt alle erforderlichen baulichen und infrastrukturellen Maßnahmen in die Wege geleitet. DRK und THW machten sich mit rund 50 Helfern an die Arbeit, stellten in der Halle Bauzäune auf, bauten Zelte und zusätzliche Toiletten auf. Hier werden bereits morgen 120 Flüchtlinge einziehen.

Nicht ideal, aber die Dreifachsporthalle ist auch wirklich nur eine Notunterkunft, die für zwei bis vier Wochen ausgelegt ist. „Es findet hier keine offizielle Erstaufnahme der Flüchtlinge statt“, betont Kreisrechtsdirektor Hans-Ulrich Seidel. Diese findet in den etablierten Einrichtungen statt und von dort aus wird auf die Städte in ganz NRW verteilt.

Nichtsdestotrotz ein enormer Aufwand. Die gesundheitliche Erstuntersuchung übernimmt der Fachdienst Gesundheit unterstützt durch Honorarärzte. Rund 30 Helfer von DRK und THW werden bei der Ankunft der Flüchtlinge für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Im weiteren Verlauf sollen tags fünf bis acht Kräfte und nachts drei bis vier Kräfte den Menschen zur Seite stehen.

Ein Wachdienst sorgt in enger Abstimmung mit der Polizei für die Sicherheit.
„Natürlich muss die Sicherheit gewährleistet sein, allerdings gibt es aus einer vergleichbaren Einrichtung in Coesfeld viel Gutes zu berichten. Hier gab es eine Welle der Hilfsbereitschaft seitens der Anwohner“, so Kreisbrandmeister Robert Gurk. Denn viele der Menschen kommen nur mit dem an, was sie auf der Haut tragen. Kleiderspenden nimmt hier das DRK an der Kölner Straße oder die Kleiderkammer an und verteilt diese an die Flüchtlinge.

Unterstützung soll es auch seitens der Schüler am Kuniberg geben. Hier sind bereits erste Projekte angedacht. Der Sportunterricht wird derweil auf andere Hallen verteilt. „Das wird auch kurzfristig bei den Vereinen zu Einschränkungen führen können, aber da müssen wir einfach mal alle zusammen rücken“, appelliert Seidel an die Bürger.
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