Platz nehmen und lächeln - Wie eine Haßlinghauser Fotografin Flüchtlingen hilft

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Jannik Benner, Mitarbeiter von Carola Frege-Backhaus, während der Bewerbungsaufnahmen für die Flüchtlinge. (Foto: Carola Frege-Backhaus)

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt die Öffentlichkeit schon das ganze Jahr. Ohne ehrenamtliche Helfer scheint der Flüchtlingsstrom, der verstärkt aus Syrien und Irak den Weg nach Europa findet, nicht zu bewältigen. Auch in der Region engagieren sich die Menschen und helfen den Schutzsuchenden.



Eine Reihenhaussiedlung in Haßlinghausen: Eigenheim reiht sich an Eigenheim, jeder Vorgartenrasen ist mustergültig gestutzt. Das, was man hier am wenigsten erwartet, ist ein Fotostudio.

Carola Frege-Backhaus arbeitet hier mit ihren Mitarbeitern. Die Menschen, die sie derzeit häufig fotografiert, unterscheiden sich von ihrer gewöhnlichen Kundschaft. Es sind Flüchtlinge.

„Als die Flüchtlingswelle kam“, erzählt Carola Frege-Backhaus, „habe ich mich an die Stadt gewandt und meine Hilfe zur Verfügung gestellt.“ Denn die Schutzsuchenden brauchen nicht nur eine Unterbringung und Verpflegung. Sie brauchen auch Fotos.

„Für die ersten 100 Flüchtlinge, die in deer Sporthalle Haßlinghausen ankamen, haben wir bereits Fotos gemacht“, sagt Carola Frege-Backhaus. Bevor in Gevelsberg eine zentrale Flüchtlingsnotunterkunft für den Kreis geschaffen wurde, kamen viele der Menschen in der Sporthalle unter. Diese brauchten Fotografien, um sich vor Ort ausweisen zu können.

Die Schutzsuchenden, die jetzt den Weg in Carola Frege-Backhaus‘ Fotostudio finden, sind andere. „Das sind jetzt die ersten Flüchtlinge, die einen Aufenthaltsstatus haben und für die wir Fotos für Bewerbungen machen“, erläutert die Fotografin.

In der ersten Dezemberwoche kamen insgesamt 35 Menschen. Woher die Flüchtlinge, die auf zwei Tage verteilt fotografiert wurden, herkommen, wissen Carola Frege-Backhaus und ihre Mitarbeiter nicht immer genau. Manche kommen aus Syrien, manche aus Afghanistan. Die meisten sprechen kein Deutsch oder nur ein wenig. Sie lächeln meist freundlich, wirken oft etwas schüchtern. Die Haßlinghauser Fotografin bittet sie, auf einem Stuhl Platz zu nehmen, sorgt für das richtige Licht, schießt ein paar Fotos und bittet die Flüchtlinge, sich die fertigen Fotos auf einem Bildschirm anzuschauen; dann wird das beste ausgewählt.

Wieviele Menschen noch kommen werden und wann, ist ungewiss. „Bei Bedarf wird die Stadt an mich herantreten“, erzählt Carola Frege-Backhaus. Fotos für Ausweispapiere und Bewerbungen braucht jeder. Für die Menschen ist es ein erster Schritt – vom Flüchtling zum Neubürger.
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