Den Obstbaum richtig schneiden

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Beim Seminar gab es zahlreiche nützliche Tipps. (Foto: Svenja Kruse)
Schwelm: Schwelm |

„Heute können Sie einmal richtig Hand anlegen“, begrüßt Gärtner Sebastian Ernst die Teilnehmer des Obstbaumschnitt-Seminars.

Noch recht kühle fünf Grad plus zeigte das Thermometer an diesem Morgen, „die sturmartigen Orkanböen haben wir allerdings extra zwei Tage eher bestellt“, schmunzelt Michael Treimer von der AGU Schwelm.
Knapp 20 Hobbygärtner trieb es am vergangenen Samstag zur Streuobstwiese „Am Tannenbaum“, um sich Tipps und Tricks vom Profi für die anstehenden Gartenarbeiten zu holen. Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um Apfel-, Pflaumenbaum und Co. zu stutzen oder doch eher komplett herunter zu schneiden? Auf diese Frage hatte der Fachmann eine klare Antwort: „Jetzt ist das Wetter optimal, um die Obstbäume zu schneiden. Und dabei sollte man nicht zu zaghaft vorgehen“, betont Ernst und fügt hinzu: „Bei Temperaturen zwischen drei und acht Grad Celisius können wir die ersten Sonnenstrahlen genießen und den Bäumen gleichzeitig Gutes tun.“ Generell können man beim Schnitt des Gehölzes kaum etwas falsch machen, wichtig aber seien vernünftige Werkzeuge. „Gerade Schnitte sind das A und O“, weiß auch Treimer, „damit sich an überstehender Rinde oder stumpf geschnittenen Astenden keine Pile oder Parasiten ansiedeln.“

Bäume brauchen Luft und Platz

Anstatt hier und da ein kleines Ästchen zu entfernen gilt es gerade bei Obstbäumen, ihr Volumen drastisch zu reduzieren, um den künftigen Blüten und späteren Früchten genügen Luft und Platz zum Atmen geben zu können. Nur vom Mitteltrieb „sollte man die Finger lassen“, erklärt der selbstständige Gärtner, der sich bereits seit fast 30 Jahren in der AGU engagiert. Und weil wir uns Gelerntes bekanntlich besser durch Ausprobieren einprägen hatten die Organisatoren genügend Scheren, Sägen und Leitern für die Teilnehmer mitgebracht, die nach einer kurzen Erklärung durch den Fachmann einigen Bäumen auf der Streuobstwiese einen neuen Frühjahrsschnitt verpassten. „Wie gesagt, falsch machen kann man eigentlich nichts und sollte doch einmal ein Schnitt daneben gehen ist das halb so wild, das können wir spätestens im nächsten Jahr wieder ausbessern“, machte Treimer den Hobbygärtnern Mut und stand am Ende des Seminars ebenso wie Sebastian Ernst für alle Fragen auch zum Heckenschnitt und anderen Vorbereitungen für den Frühling im heimischen Garten parat.
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