Projektwoche „Gegen Gewalt und Rassismus“ bei der Werkstatt im Kreis Unna

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Projektwoche "Gegen Gewalt und Rassismus": Mehrere Nationen sangen gemeinsam die Deutsche Nationalhmyne im Werkstatt-Berufskolleg. (Foto: privat)
Unna: Unna |

Beispielhaft: Gelebtes tolerantes Miteinander fremder Kulturen

„Ich finde gut, dass wir zeigen können, wie man auch ohne Streit und Hass mit anderen Nationen zusammenleben kann. Das machen wir hier jeden Tag. Ich bin offen gegenüber jedem Menschen“, bringt es Ana Marija auf den Punkt. Die 18-Jährige geht auf das Werkstatt-Berufskolleg und ihre Mitschülerin Katharina ergänzt: „Auch wenn die sprachliche Verständigung manchmal schwierig ist. Mit Händen und Füßen können wir uns immer verständlich machen“. Die beiden gehören zu den 400 Schülern des Werkstatt-Berufskollegs – unter ihnen etwa 80 Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien, Ägypten und Somalia, die sich an der vom "Runden Tisch gegen Gewalt und Rassismus" ausgerufenen internationalen Projektwoche beteiligen.

Benjamin Eickler, Bildungsgangleiter des Werkstatt-Berufskollegs, erklärt das Engagement: „Deutschland ist bunt und das spiegelt sich in unseren Klassen wider. Für die Jugendlichen hier ist das Alltag. Durch die persönliche Erfahrung werden Ängste abgebaut und genau das wollen wir auch nach außen signalisieren.“ So strebt das Werkstatt-Berufskolleg das Siegel „Schule ohne Rassismus“ an.

Die Projektwoche „Gegen Gewalt und Rassismus“ lief im Rahmen der durch die Bundesagentur für Arbeit und das Land NRW geförderten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme mit einem produktionsorientiertem Ansatz (BvB-Pro) der Werkstatt im Kreis Unna. „Die Teilnahme an der Projektwoche hat neben der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen noch einen weiteren wichtigen Aspekt“, betont Marlies Langhorst von der Agentur für Arbeit Hamm „ Die Agentur für Arbeit verfolgt mit der Förderung der Jugendlichen im Rahmen der BvB-Pro das Ziel, dass sie in eine betriebliche Ausbildung einmünden. Die Arbeit im Projekt fördert ihre Toleranz, lassen ihre persönlichen Kompetenzen im Team mit einfließen und schult ihr Organisationsvermögen. All diese Fähigkeiten können sie für ihren späteren beruflichen Alltag sehr gut verwerten.“

Anders als das Werkstatt-Berufskolleg nimmt die BvB-Pro-Maßnahme schon seit einigen Jahren an der Projektwoche teil. „Wir knüpfen jedes Mal wieder an den gemachten Erfahrungen an, um unser Engagement gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt – vor allem jungen Menschen nahezubringen“, beschreibt Teamleiter René Landgraf von der Werkstatt im Kreis Unna.

In der gemeinsamen Projektwoche haben die Pädagogen, vor allem aber die jungen Menschen einiges auf die Beine gestellt: Eine Ausstellung mit Fotos, Zeichnungen und Texten dokumentiert ihre Flucht und zeigt Wissenswertes über die einzelnen Länder. Ein Foto titelt „Hand in Hand gegen Rassismus“. Es zeigt viele Hände mit unterschiedlicher Hautfarbe. Der 23-jährige Ashraf aus Ägypten und der 24-jährige Yussuf aus Somalia haben bei dem Fotoprojekt mitgemacht und sind begeistert: „Der Kontakt zu den anderen ist prima.“

Darüber hinaus haben die jungen Menschen verschiedene nationale Spielregeln eines Brettspiels zu einer zusammengefasst und auf Video aufgenommen. Wieder eine andere Gruppe hat die deutsche Nationalhymne in viele andere Sprachen übersetzt. Die Schüler bereiten mit Unterstützung von Jugendlichen aus der Wohngruppe der Werkstatt im Kreis Unna für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Bergkamen kulinarische Köstlichkeiten aus ihren Herkunftsländern zu, die an dem Projekttag gekostet werden können.

Neben den gestalterischen Aktionen haben die jungen Erwachsenen aber auch mit den Pädagogen über fremde Kulturen, Diskriminierung und Gewalt diskutiert. „Ziel der Projektwoche ist es, den Jugendlichen deutlich zu machen, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Bildung ein Recht auf Menschlichkeit und Würde hat“, betont Marion Velikonja, Abteilungsleiterin bei der Werkstatt und Mitglied der Steuerungsgruppe des "Runden Tisches". Zum Abschluss präsentierten die jungen Menschen ihre Ergebnisse allen Interessierten und freuten sich auf einen Austausch zum Thema Toleranz.
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