Reil: "Das neue ROT der Arbeitnehmer ist BLAU"

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Offene Diskussion - Guido Reil, Norbert Senges, Moderator Martin Schiller, Sibylle Schmidt und Michael Schild (v.l.n.r.)

Am Dienstag, 24. Januar, startete die AfD in ihren Ruhrgebiets- Landtagswahlkampf im Schwerter Rathaus im Kreis Unna. Der Beginn der Vortragsreihe „Der Steiger kommt – Guido on Tour“ fand reges Interesse - drinnen wie draußen.

Eine „offene Diskussionsrunde ohne Maulkorb“ sollte es sein und dies war eine gut gewählte Veranstaltungsform, denn auch kritische Stimmen aus dem Publikum wurden gehört und von den Protagonisten aufgegriffen. Hundert Leute passten in den Saal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Laut Polizei wären gerne noch 40-50 weitere Interessenten in den Bürgersaal hinein gekommen. Diese Bürger mussten jedoch von der Polizei vor der 'friedlichen' Antifa im Rahmen der Gegendemo geschützt werden. „Wenn 200 Polizisten 100 demokratische Diskutanten schützen müssen, zeigt das, in welchem schlimmen Zustand unser Land ist“, bemerkte anschließend Michael Schild recht treffend zu diesem Szenario.

Die Sozialdemokraten haben auf ganzer Linie versagt

Das Thema des Abends war schnell gefunden. Die Sozialdemokraten! Sie notieren derzeit um die 20 Prozent. Ist dies etwa ein Hinweis darauf, dass das Thema „Soziale Gerechtigkeit“, für das die SPD ja früher immer eingetreten ist, zu weit in den Hintergrund getreten ist? Immerhin hat die SPD im vergangenen Jahr über 4000 Mitglieder verloren und wird im 21. Jahrhundert nicht länger als altehrwürdige "Arbeiterpartei" wahr genommen, weil es immer weniger gelingt, dem Bürger das Gefühl von Sicherheit zu geben. Das trifft insbesondere auf Großstädte im Ruhrgebiet zu. Guido Reil, Betriebsrat, Gewerkschafter und aktiver Steiger schilderte eindrucksvoll, warum nicht nur er gegen die defizitäre Politik angeht, die immer seltener für die Einheimischen gestaltet werde. Deshalb schloss er sich der AfD an, weil er „die Realitätsverweigerung des SPD-Establishments nicht mehr ertragen“ konnte“.

Verdi-Chef Frank Bsierske hatte gleich zu Beginn des Jahres medienwirksam in Deutschlands größter Tageszeitung gesagt, er verstehe nicht, warum so viele Arbeitnehmer jetzt Zuflucht bei der AfD suchen würden, denn die hätte den Arbeitnehmern doch gar nichts zu bieten. Was würden Sie Herrn Bsirske darauf entgegnen, fragte der Münsteraner Moderator Martin Schiller Lokalmatador Michael Schild und der entgegnete: „Ich denke der erste Unterschied zwischen ihm, der ja Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen ist, liegt darin, dass wir den Menschen auf der Straße zuhören“. Damit traf der Kreissprecher der AfD, der zur Landtagswahl im Wahlkreis Unna II antritt, den Nagel auf den Kopf.

Die Menschen da draußen haben die Schnauze voll

Sibylle Schmidt, die ja in Kreuzberg - im Herzen von Berlin - gelebt und auch dort Wahlkampf als Kandidatin für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gemacht hatte, wurde nach ihren Erfahrungen gefragt und beschrieb zur Überraschung vieler, dass gerade dort die türkischstämmigen Anwohner Angst vor Überfremdung hätten. „Wir müssen uns diesem Problem stellen und das ernst nehmen, sagte die ehemalige Sozialdemokratin voller Sorge. Probleme, die uns allen im bevölkerungsreichen Ruhrgebiet ebenfalls nicht allzu fremd sind.

Handwerksmeister Norbert Senges, der seit 20 Jahren in der Schulung und Ausbildung tätig ist, wies darauf hin, dass NRW – als Kernproduktionsland – immer mehr an eklatantem Fachkräftemangel krankt. Warum ist das so? Was können wir dagegen tun, lauteten die Fragen. Senges ermunterte zum Beispiel die Schulen, ihre Schüler wieder mehr auf das Berufsleben einzustimmen und sie besser auf die auf sie wartenden Aufgaben vorzubereiten.

Kurz bevor ein interessanter Abend sich dem Ende zuneigte, betonte Guido Reil, der erst vor wenigen Tagen zum Landessprecher der Alternativen Vereinigung der Arbeitnehmer (AVA) in der AfD gewählt wurde noch einmal, dass er in der AfD "die Volkspartei der Zukunft" sehe. Er habe in der Partei bereits viele Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen und Geschichten kennengelernt - auch Lehrer und Beamte - die alle eines verbinde: „Die haben die Schnauze voll und wollen, dass endlich mal Politik für sie gemacht wird.“ Da mochten dem gebürtigen Gelsenkirchener im Schwerter Bürgersaal niemand so recht widersprechen.
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