UN(ser) Trinkwasser aus neuem Druckbehälter

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"Die Wanne ist voll" - Seltener Blick in den neuen Trinkwasserbehälter Schürmann. Hier wird der Wasserdruck vom Großspeicher Wilhelmshöhe reduziert und rund 75000 Haushalte in Unna, Bönen und Kamen Heeren-Werve versorgt.
Unna: Unna | Die Versorgung mit Trinkwasser ist für Unna und Umgebung ein Stück sicherer worden. An der Wilhelmshöhe nimmt jetzt der neue Trinkwasser-Hochbehälter Schürmann die Arbeit auf, nachdem der Probebetrieb beendet ist. 75 000 Haushalte beziehen ihr Wasser aus dem neuen Reservoir, das mit einer Füllung fast 7000 Badewannen randvoll laufen lässt und nebenbei auch noch Strom liefert.
 
In moderner Fertigbauweise erstellte Versorger Gelsenwasser den Speicher an der Iserlohner Straße in Rekordbauzeit. "Vier Wochen für solch eine Größe ist rekordverdächtig", erklärt Bauleiter Jürgen Sobert zum Start des Regelbetriebs. Der Neubau war überfällig, denn der alte Behälter aus dem Jahr 1888 zeigte sich so marode, dass eine Modernisierung zu kostspielig geworden wäre. Auch um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten wurde neu gebaut und 350 000 Euro investiert. Mit einem Speichervolumen von 1000cbm umfasst er zwar nur die Hälfte des Erstbehälters ( 2000 cbm). Die Gelsenwasser-Planungsabteilung ermittelte aufgrund gesunkener Nachfrage durch die Demographie wie auch Fortfall des Kohlebergbaus eine geringere Nachfrage. Zudem ist der Schürmannbehälter ein Durchgangsbecken. Im großen Speicher auf der Wilhelmshöhe stehen 23 000 cbm bereit. Aus dem Wasserwerk Halingen wird das Wasser nachts dorthin hochgepumpt. Drei Tagesverbrauchsspitzen deckt sein Volumen ab. Eine Leitung von der Wilhelmshöhe speist den neuen Schürmannbehälter, von dem eine Dopelleitung nach Unna führt. 75 000 Menschen in Unna, Bönen und Teilen von Kamen Heeren-Werve werden versorgt.
In der Bauphase merkte der Trinkwasserkunde nicht: In der Übergangszeit wurde nur das Wasser für den nördlich der B1- liegenden Teil eingespeist. Die Anlage Unna-Nord am Schulzentrum Königsborn übernahm einen Teil des Druckausgleichs und somit der Wasserversorgung. Ganz ausfallen kann die Trinkwasserversorgung ohnehin nicht. Solange kein Rohrbruch oder Katastrophenfall eintritt, genügt der Wasserdruck zur Versorgung der Haushalte.
Direkt neben dem Speicher verrichtet seit über 20 Jahren eine Turbine ihre Arbeit zur Stromerzeugung. Sie versorgt rund 200 Haushalte (60kw/h) rund um die Uhr mit Energie. Während früher der Wasserdruck vernichtet wurde, wird er heute für die Stromversorung genutzt.
Etwa 4.500 qm umfasst das Gelände. Noch steht die Gestaltung der Aussenanlagen des Behälters an. Eine Streuobstwiese wird angelegt, die Zuwegung erneuert und der nahezu kreisrunde Behälter selbst noch begrünt. Auf einer Tragbahn wird eine Substratschicht aufgebracht und mit Dauergrün bewachsen.
Anfang April wurde der Probebetrieb des Behälters gestartet, Schwankungen eingemessen. Da alles nach Plan funktionierte, wird der Regelbetrieb jetzt ab Mitte April aufgenommen.
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