Integration durch Sport beim Judo-Club Holzwickede

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Dirk Jacobi, Ayman Youssef und Mannschaftstrainer Benjamin Heidrich. (Foto: Privat)
Der Judo-Club Holzwickede (JCH) begrüßt einen DAN-Träger (Schwarzer Gurt) aus Syrien in seinen Reihen. Seit vier Monaten ist der 23-jährige Ayman Youssef in der Rausinger Halle untergebracht und nimmt nun am Training der Judoka teil.

"Hajime", dieses Wort spricht der Kampfrichter beim Judo zu Beginn des Wettkampfes und ruft so zu fairem, sportlichem Verhalten auf. "Hajime" bedeutet wörtlich aus dem Japanischen übersetzt aber auch Anfang, Beginn. Für Ayman Youssef bedeutete der Neuanfang die Flucht aus seinem Heimatland Syrien über die Türkei nach Deutschland. Hier bietet ihm der JCH zumindest sportlich eine Heimat.

Ayman fühlt sich in Holzwickede wohl und wurde sehr freundlich aufgenommen, so auch beim Training des JCH. Nach kurzer Vorstellung durch den Vorsitzenden Dirk Jacobi ging es schnell zu der Sache über, für die alle Sportler gekommen waren: Judo. „In unserem Verein macht es keinen Unterschied, wo jemand herkommt. Bei uns gibt uns nur Judosportler. Ayman ist uns sehr willkommen und wurde sofort von allen hier herzlich aufgenommen und akzeptiert,“ macht Jacobi klar. Gerade dem Sport kommt eine herausragende Rolle bei der Integration zu.

Aymans Vater war bereits ein Jahr zuvor geflüchtet und ist in Hannover untergebracht, seine Mutter ist in einem Flüchtlingslager in der Türkei. "Ich hoffe, dass wir bald wieder zusammen sein können. Eine Familie gehört zusammen", erklärt Ayman, der sich bereits gut auf Deutsch verständigen kann. Dirk Jacobi weiß, dass dies nicht in der Macht des Judo-Clubs liegt: „Wir können Ayman in unseren Kreis integrieren und ihm eine sportliche Heimat bieten. Für alles andere ist die Politik zuständig. Wir haben sofort als Vorstand beschlossen, einen neuen Judoanzug für ihn anzuschaffen. Er soll sich schließlich in seiner Haut wohlfühlen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir ein Budget für Integrationsarbeit bekommen würden. An Ideen für Integration mangelt es uns nicht.“

Für die Anerkennung seines scharzen Gurtes sind nun noch formale Hindernisse beim Nordrhein-Westfälischen Dan-Kollegium aus dem Weg zu räumen. Nicht alle Dokumente konnte Ayman mit nach Deutschland bringen. Der Verein hofft, dass in solchen Fällen die Bürokratie einmal in den Hintergrund tritt und die menschliche Seite gewinnt. „Hajime!“ - Der Anfang ist gemacht.
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