Neue Wohnformen Unna - Alle Alter unter einem Dach

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Der Hoftrödel des Vereins Neue Wohnformen Unna diente auch dem Gemeinschaftsgefühl des Mehrgenerationen-Wohnprojektes "Die Salier" in der Effertzstraße.
 
Projekt-Pioniere der ersten Stunde: Peter Beuche, Sigrid Oberländer, Hildegard Beuche und Barbara Utzig
Unna: Marktplatz |

"Die Salier" in der Effertzstraße Königsborn sind die Keimzelle des Wohnprojektes Neue Wohnformen Unna und feierten jetzt ihr Sommerfest mit Trödelmarkt. dabei schauten Mieter, Mitbewohner, Gründer und zahlreiche interessierte Besucher auch auf die Entwicklung des Mehrgenerationen-Wohnprojektes zurück.

Bewusstes Miteinander und das Zusammenleben von Jung und Alt zu fördern sind Leitbilder des vor acht jahren gegründeten Vereins, unter dessen Dach bislang 51 Mietparteien leben. Nur ein Jahr nach der Gründung bezogen in der Effertzstraße die ersten Bewohner ihre Räume. Zwei Mehrparteien-Häuser aus den 60er Jahren, die als Übergangswohnheime für Aussiedler aus Polen genutzt wurden und später Flüchtlingswohnheime waren, baute die UKBS in Kooperation mit dem Verein um. "Es war sehr verwohnt", erinnert sich Mitgründerin Barbara Utzig. Die Gebäude wurden entkernt, später mit einem Neubau, der die Möglichkeit eines Gemeinschaftsraumes schuf, verbunden. "Die UKBS war sehr großzügig, die Mieter konnten mitbestimmen", so Sigrid Oberländer, die das Projekt mit ins Leben rief. Bei Wohnungsgrößen, Ausstattung wie Wand- und Bodenbeläge sowie Anordnung der Steckdosen bestimmten sie mit. Elektrische Rolläden erleichtern Senioren den Alltag, ein Blockheizkraftwerk liefert preisgünstigen Strom. Die Miethöhe ist etwas geringer als auf dem freien Wohnungsmarkt, liegt zwischen fünf und sechs Euro/qm. Teurer wird es für Mieter in den neuen Projekten in Unna Mitte-Webersportplatz. Von 33 Einheiten sind neun als Eigentumswohnungen bereits bezogen, für die Mietwohnungen steht kurzfristig das Richtfest an. In den öffentlich wie auch frei finanzierten Wohnungen liegt der Mietpreis günstigstenfalls bei 7,50 Euro/qm. Der Bezug ist für den Sommer kommenden Jahres geplant. Über die Zusammensetzung der Mieterschaft entscheidet der Verein, in dem jeder Mieter Mitglied sein muss. Angestrebt wird ein Drittel-Mix: Jung - Alt - Familie.

Gartenpflege in Eigenregie


Die Nachfrage ist groß, Leerstand gibt es nicht, denn die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens begeistert Familien wie auch Singles. Mieter Peter Beuche: " Das war ganz etwas Neues, es geht um die Gemeinschaft und es wird mit Rücksicht auf die Mieter gebaut." In einem Gemeinschaftsraum stehen Küche und Sitzecken zur Verfügung, Spiele und Bücher sind vorhanden. Renovierungs- und Gartenarbeiten werden gemeinschaftlich erledigt, was erheblich Nebenkosten spart. Wer einzieht kennt sich meist vorher recht lange. Ein Treffen gibt es einmal pro Monat, wenn nötig eine Moderation der Wohngemeinschaften. "Man weiß ein bisschen mehr voneinander als in anderen Miethäusern", erklärt Sigrid Oberländer. Konflikte gibt es auch. Wenn der Gemeinschaftsraum zu oft als Partyraum genutzt werde etwa. Sigrid Oberländer: " Es ist immer schwer ein Gleichgewicht zu finden." Die Räume seien sehr hellhörig.
Die Gemeinschaft zu stärken ist eine immerwährende Aufgabe. Auch dazu dient das jährliche Fest mit Hoftrödel. Der hatte zwar nur eine mäßige Resonanz wegen des extrem schwülen Wetters und reichlich umliegender Festangebote und zeitgleich hatte das Projekt Große Wiese in Massen auch sein Straßenfest. " Aber wir haben Spaß dabei", so Sigrid Oberländer. Einen Zweck für den Erlös hat die Gemeinschaft auch schon: Benötigt werden neue Tische für den Gemeinschaftsraum und ein leistungsstarker Rasenmäher.
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