Velberter Feuerwehr zog Bilanz für 2015

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(von links:) Frank van Dinther, Frank Mürkens, Dirk Müller, Richard Hippauf, Gerd Schmidt, Norbert Bodendorf, Sebastian Hoguth und Frank Kapuczinski wurden mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold des Landesinnenministers ausgezeichnet.
 
Stadtjugendfeuerwehrwart Sven Tegtmeier freute sich über zahlreiche Neuzugänge.
Velbert: Bürgerhaus | Die wichtigsten Eckdaten vorneweg: „Es war kein Jahr, das von großen Schadensereignissen geprägt war“, betonte Wehrleiter Markus Lenatz, der die Feuerwehr zur Jahreshauptversammlung im Langenberger Bürgerhaus begrüßte.

Während die Ausfahrten zu Brandeinsätzen auf 288 (plus vier) leicht anstiegen, sanken die Hilfeleistungen deutlich um 112 auf 630. Die Zahl der Rettungs- und Krankentransporte hat dagegen mit rund 13.000 noch einmal zugelegt. Leicht zugenommen hat die Gesamtstärke der Wehr, die um sechs auf 599 Mitglieder angewachsen ist: „Es wird eine Herausforderung sein, sich auf Dauer gegen
den Trend zu stemmen und diesen Stand zu halten“, so Lenatz. Aber auch diese Zahl gehört zur Feuerwehr: Allein im ehrenamtlichen Bereich wurden 2015 über 20.000 Stunden Aus- und Fortbildung geleistet, Sonderdienste oder etwa die Stunden der Ausbilder nicht einbezogen. Berechne man diese Zeit mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, werde deutlich, welche Leistung die Feuerwehr für Velbert erbringe. Daneben engagiere sich die Wehr auch anderweitig in der Stadt und für die Stadt, etwa mit dem alljährlichen Aufhängen und Abbauen der Weihnachtsbeleuchtung.

In einem bebilderten Rückblick ließ Markus Lenatz das Jahr 2015 Revue passieren.


An Großeinsätzen stachen die Brände bei der Firma Voormann an der Siemensstraße im Februar und ein ausgedehntes Feuer in einem Fachwerkwohnhaus an der Hohlstraße im Oktober hervor. Daneben waren die Einsatzkräfte zum Beispiel bei einer Vielzahl von Verkehrsunfällen tätig. Auch Kurioses gab es zu berichten: Zu den ungewöhnlichsten Einsätzen gehörte mit Sicherheit das Einfangen einer Vogelspinne, die ein Tönisheider Ehepaar in seiner Wohnung vorfand - die Herkunft des haarigen Exemplars ist bis heute nicht geklärt.

Mit dem Wechsel in der Führung vor einem Jahr gingen zahlreiche Entwicklungen der hauptamtlichen Wehr einher, die der stellvertretende Abteilungsleiter Wolfgang Daldrup erläuterte. Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt sowie der Ausbau
der Vernetzung der verschiedenen Einheiten der Feuerwehr werden einen Arbeitsschwerpunkt bilden. Als wichtigste Veränderungen nannte Wolfgang Daldrup unter anderem die Einstellung von 14 Mitarbeitern - 18 sollen es insgesamt werden
- für den Rettungsdienst. Dies bedeute, wie die Umsetzung der 48-Stunden-Woche, eine enorme Entlastung der hautamtlichen Kollegen. Des weiteren wurde die gesetzlich neu geregelte Ausbildung der Kollegen zum Notfallsanitäter sichergestellt,
bis 2020 könne man die erforderlichen 65 Lehrgangsplätze belegen.

Intermezzo des Musikzuges


Nach einem Intermezzo des Musikzuges, der unter der Leitung von Armin Jakobi die musikalische Gestaltung des Abends übernommen hatte, galt es, eine ganze Reihe von Aufnahmen, Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen vorzunehmen. Neben zehn Neuaufnahmen in die aktive Wehr, davon drei in den Musikzug, konnte sich Stadtjugendfeuerwehrwart Sven Tegtmeier über 15 neue Mitglieder in der Jugendfeuerwehr freuen. 14 Jugendliche waren seit der letzten Jahreshauptversammlung in die aktive Wehr gewechselt - einmal mehr erwies
sich die Jugendfeuerwehr, die mit 79 Mitgliedern die größte im Kreis Mettmann ist, als wichtigste Nachwuchsquelle für die Löschzüge. Zahlreiche Beförderungen vom Feuerwehrmann bis zum Brandoberinspektor folgten, ebenso die Neubesetzung in der Führung einiger Löschgruppen.

30 Feuerwehrangehörige wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, darunter Musiker Karl-Heinz Blanke für 70 Jahre in der Feuerwehr. 15 Feuerwehrmänner erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesinnenministers in Silber beziehungsweise Gold. Eine besondere Ehrung nahm Guido Vogt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes vor: Er zeichnete Olver Schmidt für dessen langjähriges Engagement als Stadtjugendfeuerwehrwart mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber aus.
Den Dank der Stadt Velbert wie auch seine persönliche Anerkennung für die geleistete Arbeit und für die gewährleistete Sicherheit brachte Dirk Lukrafka zum Ausdruck. Der Bürgermeister hob den großen Zusammenhalt von der Jugendfeuerwehr bis zur Ehrenabteilung hervor. Die Feuerwehr sei ein verlässlicher Partner und genieße hohe Wertschätzung in Velbert und darüber hinaus. „Die Velberter Feuerwehr ist wie ein Fels in der Brandung“, so das Stadtoberhaupt, das bei dieser Gelegenheit auch den Dank von Rat, Bürgermeister und Feuerwehr der Stadt Heiligenhaus überbrachte, nachdem die Velberter Wehr den Nachbarn vor zwei Wochen beim Großbrand der Firma Mosca zur Hilfe geeilt war. Man setze auf Velbert,
wenn man es nicht allein schaffe. Auch für den Musikzug fand Dirk Lukrafka lobende Worte. Als einziger im Kreis Mettmann sei er ein Alleinstellungsmerkmal.

Sicherheitsassistenten für die Feuerwehr


Zum Abschluss berichtete Markus Lenatz über einige Neuerungen, nachdem das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) die Arbeit der Feuerwehren auf eine neue juristische Grundlage gestellt hat. So wurden in jeder Einheit - hauptamtliche Wachabteilungen wie freiwillige Löschzüge - Vertrauenspersonen ernannt. Des weiteren wurde die Funktion des Sicherheitsassistenten eingeführt. Seine Aufgaben sind die Unfallprävention und die Sicherheit der Einsatzkräfte. Er ist direkt dem Eisatzleiter unterstellt und soll diesen unterstützen. Die Velberter Feuerwehr ist eine der ersten, die die gesetzliche Vorgabe umsetzt.

Zur Förderung des Ehrenamtes wurde außerdem ein entsprechender Arbeitskreis gegründet. Auch künftig wird die weitere Vernetzung von Haupt- und Ehrenamt
einen Arbeitsschwerpunkt bilden. Dabei stehen weitere gemeinsame Arbeitskreise zur Entwicklung der Feuerwehr genauso auf der Agenda wie die in 2015 begonnenen gemeinsamen Ausbildungsveranstaltungen.
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