Oper in Miniaturform

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Auf den richtigen Atemstrom kommt es an: Opernsänger Raymond Modesti legt bei Tenor Luke Mitchell "Hand an".
  Velbert: Vereinigte Gesellschaft zu Langenberg | Die "Belcanto Academy" präsentiert am Sonntag, 24. Juli, die Oper "Werther" in der Vereinigten Gesellschaft zu Langenberg

Ein Opernbesuch bedeutet für die meisten Menschen die ganz große Bühne: Ein renommiertes Opernhaus, die passende Abendgarderobe und dazu Star-Tenöre und Co. Dass es auch eine Nummer kleiner geht, beweist die "International Belcanto Academy" aus den Niederlanden bereits zum dritten Mal in der Vereinigten Gesellschaft zu Langenberg, Hauptstraße 84, mit ihrer Vorstellung am Sonntag, 24. Juli, um 14 Uhr.

Und das hierbei die Qualität nicht leiden muss, das bewiesen die internationalen jungen Opernsänger bereits in den Jahren 2012 und 2013. Schon damals waren junge Gesangstalente für zwei Wochen im Velberter Jugendgästehaus untergebracht, um während eines Sommerkurses eine Oper einzustudieren. Unter der professionellen Anleitung des Opernsängers Raymond Modesti, Gründer der "Belcanto Academy", studierten sie hier diesmal die Oper "Werther" von Jules Massenet ein.

Schon auf dem Parkplatz vor dem Jugendgästehaus in Velbert wird an diesem Vormittag klar - hier wohnen gerade ganz besondere Gäste. Töne einer Arie begleitet von Klaviermusik dringen aus dem Gebäude und lassen den Sommertag noch schöner erscheinen. Es sind der Tenor Luke Mitchell, der die Rolle des "Schmidt" in der Goethe-Oper übernimmt, und sein Lehrer Raymond Modesti, die im Proberaum gerade an einer Arie feilen. Begleitet werden sie von Sungee Jo aus Südkorea als Pianistin.
"Ich versuche, meinen Gesangsschülern beizubringen, nach der Art von ,Belcanto' zu singen, der alten italienischen Gesangsschule. Das ist die Basisschule für Gesang und wird heute leider oft vernachlässigt", so der Opernsänger, der auf 35 aktive Jahre auf internationalen Opernbühnen zurückblicken kann. "Heute neigen die Sänger leider zum ,Bayreuth Bark', was soviel heißt wie ,Bayreuther Gebell' - je lauter, umso besser. ,Belcanto' bedeutet hingegen: Singen wie Bellini. Das sagte Robert Wagner schon." Daher muss Luke Mitchell an diesem Vormittag auch viel Bewegung in seine Stimme bringen. Denn Dynamik sei wichtig, so Modesti. Nur so entfalte sich die ganze Ausdruckskraft einer Stimme - das funktioniere nicht, wenn sie nur laut sei. Dabei sei die Atemtechnik das A und O. Und um den richtigen Atemstrom bei seinem Schützling zu erzeugen, legt der Meistro auch schon mal "Hand an", denn auch die richtige Körperhaltung ist beim Singen wichtig. Modesti: "Ich lege hier das Fundament. Nur eine wirklich geschulte Stimme kann in diesem schweren Fach bestehen. Für mich ist das eine Berufung."

Ein Stockwerk tiefer proben die restlichen sieben Schüler an den Szenen der Oper. Denn obwohl verkürzt, soll das Thema der Oper natürlich nicht leiden. In vier großen Szenen, die die dramatischen und musikalischen Höhepunkt der Akte wiedergeben, wirkt die Oper wie ein einzig fortdauerndes Liebesduett zwischen den Hauptfiguren Werther und Charlotte. In der Rolle des Werther wird der Tenor Andrew Richard auftreten, die Rolle der Charlotte wird von der isländischen Mezzosopranistin Magret Brynjarsdottir gesungen.

Und wer sich dieses hochkarätige Musik-Event nicht entgehen lassen möchte, erhält eine Karte an der Abendkasse. Und natürlich muss auch die festliche Garderobe nicht im Schrank bleiben.
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Klaus Zimmerhof aus Velbert | 20.07.2016 | 15:54  
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