Drohne rettet Rehkitze

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Bauern setzen auf High Tec, um Jungtiere im hohen Gras aufzuspüren


Immer wieder kommt es vor, dass Rehkitze, die von der Mutter ins Gras abgelegt wurden, von Mähmaschinen der Bauern tödlich verletzt werden.

Von Ulrich Bangert

Velbert. „Das Problem ist, dass man die Kitze im hohen Gras einfach nicht sehen kann und sie nicht weglaufen“, beschreibt Landwirt Michael Greshake. Den Vorsitzenden der Ortsbauernschaft befällt jedes Mal ein ungutes Gefühl, wenn er seinen Trecker mit Mähwerk durch die Wiesen steuert, um das Futter für seine Milchkühe zu ernten. „Wir haben versucht, am Tag vor der Mahd die Rehmutter durch Hunde zu vergraulen, so dass sie ihren Nachwuchs nicht dort ablegt, aber das ist aufwändig und nicht zuverlässig“, so die Erfahrung des Bauern.

Da kam das Angebot eines Tüftlers und Flugmodellbauers gerade recht, mit einer Drohne und Wärmebildkamera die betroffene Fläche direkt vor dem Mähen abzusuchen. Das passionierte Flugmodellbauer, der anonym bleiben möchte, erhielt von der Ortsbauernschaft und der Jagdgenossenschaft eine finanzielle Unterstützung, um das Suchgerät zu bauen. Den ganzen Winter über hat der Velberter daran gebaut und es getestet, seit ein paar Wochen ist die Drohne im Einsatz, die neben einer Wärmebildkamera über eine normale Kamera verfügt. In gut 30 Meter Höhe surrt das Fluggerät über die Wiesen, die systematisch abgesucht werden. „Sieben Hektar kann man in einer Viertelstunde schaffen, das funktioniert schon ziemlich Klasse“, ist Michael Greshake begeistert. Anhand von Kühen demonstrieren Modellflieger und Landwirt, wie von der Drohne die Bilder auf den Tablett-PC gesendet werden. Gleich bei den ersten Einsätzen wurde zwei Rehkitze entdeckt. „Die Rehkinder darf man nicht mit den Händen anfassen, da sie sonst den menschlichen Geruch annehmen und von der Mutter verstoßen werden“, weiß Greshake. „Mit viel Gras werden sie zur Seite getragen, die Mami findet sie schon“, hat der Ortslandwirt beruhigt feststellen können.

Bis Ende Juli müssen die Bauern noch mit dem niedlichen Nachwuchs im Gras rechnen. Bevor es ans Mähen geht, kommt die Drohne zum Einsatz. Der Pilot tritt ehrenamtlich in Aktion, nicht nur aus Spaß an der Technik, sondern auch mit dem guten Gefühl, für den Naturschutz mit High-Tec aktiv geworden zu sein.
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