Ein Jahr „reifer“

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Die Velberter Nico Schmidt (von links), Tobias Fischbach und Moritz Weßling erzählen von ihren Erlebnissen des vergangenen Jahres.
Ein Jahr ist es her, da haben Moritz Weßling, Nico Schmidt und Tobias Fischbach dem Stadtanzeiger ihre Zukunftspläne vorgestellt. Was daraus geworden ist, erzählten sie nun bei einem Wiedersehen. Und in den vergangenen zwölf Monaten ist auch einiges passiert: Zwei der drei jungen Velberter haben die Zeit im Ausland verbracht, der dritte ist hier geblieben und bezeichnet seine Entscheidung als „goldrichtig“.

Nico Schmidt (20 Jahre) ist nun seit einem Jahr Teil der „Sparkassen-Familie“. „Es war eine sehr gute Entscheidung, bei der Sparkasse Wuppertal meine Ausbildung zu beginnen“, ist Schmidt zufrieden. An den Anzug hat er sich längst gewöhnt und wenn ein Kunde gleich mehrere Anliegen hat, treten auf seiner Stirn keine Schweißperlen mehr hervor. „Über Fehler, die mir vor einem Jahr passiert sind, kann ich heute lächeln.“ Der Velberter wird als Vertreter der Jugend- und Auszubildendenvertretung sogar die neuen Azubis, die jetzt ihre Ausbildung beginnen, begleiten. „Ich fühle mich als Teil von etwas Großem, ein gutes Gefühl.“
Noch wohnt Nico Schmidt bei seinen Eltern. Das soll sich während der Ausbildung auch erstmal nicht ändern. Wie es danach weiter geht, steht noch nicht fest. „Ich möchte auf jeden Fall eine Mischung aus weiter arbeiten und Weiterbildung“, so der Velberter.

Ein abenteuerliches Jahr hat Moritz Weßling (19 Jahre) hinter sich. Vor wenigen Wochen hat er wieder deutschen Boden betreten, nachdem er das vergangene Jahr „Weltwärtsdienst“ in Kenia verrichtet hat. „Ich habe mit drei anderen Ausländern in Nähe des Victoriasees gewohnt“, berichtet der Langenberger.
Er hat in einem Kinderkrankenhaus gearbeitet, außerdem in einem Kindergarten und in einem Kleinkinder-Waisenhaus. „Natürlich sieht man dabei auch Kinder, die nicht so gut ernährt sind wie deutsche Jungen und Mädchen, aber ich habe nicht jeden Tag nur Elend gesehen.“ Beeindruckt hat Weßling die Freundlichkeit der Menschen und ihre Großzügigkeit. „Obwohl sie oft viel weniger haben, sind sie dennoch bereit, mehr zu geben.“
Er selbst ist in dem Jahr gereift, selbstständiger geworden. „Und ich habe Demut gelernt“, sagt Moritz Weßling. Auf einige Erfahrungen wie eine Malaria-Erkrankung hätte der 19-Jährige getrost verzichten können. Trotzdem sagt er: „Ich rate jedem, so etwas zu machen.“ Für ihn geht es nun als Student weiter. Weßling hat sich für Jura an der Ruhr-Universität Bochum eingeschrieben.

Bereits seit einem Jahr studiert Tobias Fischbach (20 Jahre) das Fach Physik. Die Besonderheit dabei: Es handelt sich um ein trinationales Bachelor-Studium, das in Nancy/Frankreich begonnen hat, nun in Luxemburg fortgesetzt wird und schließlich in Saarbrücken endet. „Am Anfang bin ich wirklich fast verzweifelt. Fehlende Sprachkenntnisse, gepaart mit fehlendem Fachwissen. Das hätte mir fast das Genick gebrochen“, gibt der Velberter ehrlich zu.
Aber er hat sich - im Gegensatz zu vielen Kommilitonen - durchgebissen und will an seinem Traum festhalten. Nur einmal hat er gezweifelt: „Als nach ,Charlie Hebdo‘ ganz Nancy zu einer Trauerfeier zusammenkam, ich aber nicht teilnehmen konnte, weil ich für eine Prüfung am nächsten Tag lernen musste.“ Jetzt freut er sich auf das neue Studienjahr in Luxemburg. „Ich hoffe auf noch mehr Internationalität und super Studienbedingungen.“ Dafür nimmt er auch in Kauf, seine Freunde und Familie zu vermissen. Denn das tut er.
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