Velbert schließt die Zukunft auf

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Mit dem Hammer bearbeitet Michael Bauer-Brandes das glühende Eisen, so wie die Schlosser in Velbert vor 400 Jahren. Foto: Bangert
 
Die Autos des Wirtschaftswunder sorgten auch für die Velberter Schloss- und Beschlagindustrie für Aufschwung. Foto: Bangert
Velbert: Europaplatz |

Schlüsselfest: Blick auf die künftigen Entwicklungen


Beim Tag der Städtebauförderung und dem Schlüsselfest trafen die Vergangenheit und die Zukunft von Velbert aufeinander. Kein Besucher des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums konnte sich der Faszination des Dioramas vom Velberter Ortskerns aus der Zeit um 1750 entziehen. Das Modell wurde vom Initiator des Velberter Heimatmuseums gebastelt, das vor 80 Jahren ins Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum umgewandelt wurde. Von dem idyllischen Dorf sind lediglich die Alte Kirche und das Fachwerkhaus am Offers übrig geblieben. Aus den kleinen Werkstätten der Schlossmacher wurden Fabriken, die sich über die ganze Innenstadt verteilten.

Um 1900 herum hatte sich zwischen der heutigen Oststraße, der Bahnhofstraße, der Friedrichstraße und der Kolpingstraße der Industriehof breit gemacht. Die Abteilung Velbert-Hardenberg des Bergischen Geschichtsvereins zeigte dazu eine informative Ausstellung mit vielen Bildern. Das Gewirr aus zahlreichen Industrie- und Gewerbebetrieben verschwand bis zu Beginn der 80er Jahre. Auf dem Gelände entstanden die Corbygasse, das Marktzentrum, der Europaplatz und das Forum Niederberg. Die Kirche St. Marien dient den Jüngeren als markanter Orientierungspunkt für all diese Veränderungen, die in den vergangenen 50 Jahren stattfanden.

Nun kommt mit der "StadtGalerie" die nächste große Veränderung. Dr. Andreas Martin, Inhaber von „Concepta“, informierte die Besucher mit ebenso großem Spaß wie seine Düsseldorfer Projektentwicklungsfirma auch an die Planung des Einkaufzentrums gegangen ist. „Wir hatten Velbert immer auf dem Radar. Nachdem das große Projekt nicht kam, stellten wir ein Konzept vor, das besser passt.“ Der Velberter Architekt Jens Hecker ist sich sicher, dass seine Planung auf die Velberter Bedürfnisse genau zugeschnitten ist. „Der Planungsstand ist schon sehr weit in Richtung Baugenehmigung fortgeschritten“, teilt er mit und lobt die Kooperation mit der Stadt: „Nach der Zustimmung des Rates ist die Zusammenarbeit vorbildlich.“
Investor und Planer sind sich sicher, dass der Eröffnungstermin im März 2018 gehalten werden kann. „Nach dem Weinfest im August wird das Marktzentrum abgerissen und die Ausschachtung kann beginnen.“

Das Planungsamt informierte über weitere Veränderungen in der Stadt. „Ab Januar wird der Platz am Offers umgebaut“, kündigt Cathrin Minor von der Stadt an. "Durch die ,StadtGalerie' wird sich der Europaplatz verkleinern, aber eine neue Qualität als Treff- und Ankommenspunkt erhalten“, verspricht die Städteplanerin, die neue Ideen für die Gebäudehülle des Forum Niederberg sucht. Auf jeden Fall wird das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum aus dem Forum ausziehen und angemessene Räume in der Villa Herminghaus mit einem Anbau erhalten.

Auf dem Europaplatz wurde anschaulich der Bogen von der handwerklichen Schlossmacherei bis hin zur High-Tec-Schließtechnik geschlagen. Michael Bauer-Brandes stellte die Metallbearbeitung mit Feuer, Hammer und Amboss vor, Peter Müller zeigte, wie Sandformen mit flüssigem Material ausgegossen werden. Nebenan präsentierte der Velberter Kfz-Schließsystemhersteller Huf, wie sich ein Auto durch eine Smartphone-App öffnen und starten lässt. Studenten der Hochschule Bochum waren mit einem Solarauto vorgefahren, das selbstverständlich keinen Tropfen Benzin braucht und noch nie an einer Steckdose angeschlossen wurde, sondern allein durch die Kraft der Sonne bereits 80.000 Kilometer gefahren ist. Ein interessanter Kontrast dazu waren die DKW-Fahrzeuge eines Velberter Sammlers, mit denen Deutschland ins Wirtschaftswunder aufbrach.
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