Nutrias sind zurück: Am Abtskücher Stauteich hat sich wieder mindestens eine Biberrattenfamilie angesiedelt

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Sobald das Wetter wieder besser ist, kann man die Biberratten am Teich bestaunen. Bislang unternimmt der Bergisch-Rheinischer Wasserverband nichts gegen die Tiere. (Foto: Isabel Nosbers)

Sie sind wieder da, die Biberratten mit ihren auffallend orangen Nagezähnen. „Das ist natürlich ein heikles Thema“, weiß der Heiligenhauser Förster Hannes Johannsen.

„Sie sind das liebste Kind der Spaziergänger und werden natürlich auch gern gefüttert“. Das darf man aber nicht, weil „man damit auch die Ratten mitfüttert.“
Vor 15 Jahren, erinnert sich Johannsen, waren am Abtskücher Stauteich über 100 Nutrias zu finden. „Dann hat der Bergisch-Rheinische Wasserverband sie wegfangen lassen.“ Noch vor drei Jahren, weiß der Förster, „wollten zwei Stundentinnen den Nutriabestand am Stauteich zählen, da musste ich ihnen sagen, dass keine mehr da sind.“ Davon ist Johannsen bislang auch weiter ausgegangen. Doch dann hat auch er eine Biberrattenfamilie entdeckt. „Es lässt sich jetzt im Winter allerdings schwer sagen, wieviele Nutrias nun am Teich leben. Denn im Winter sind die Tiere einfach weniger aktiv und ziehen sich viel in ihre Höhlen zurück.“

Ihre unterirdischen Behausungen könnten erneut für den Damm der Abtsküche ein Problem darstellen.

„Es ist schwer, dem Zustand Herr zu werden. Denn sie unterhöhlen Dämme und als reine Vegetarier nagen sie die Bäume und Sträucher weg.“ Der Förster kann nicht abschätzen, welche Folgen das Nageverhalten für das „von Menschen angelegte Gebiet“ haben wird. „In einem natürlichen Ökosystem ist so was kein Problem, aber bei einem Stauteich schon - er hat mit Natürlichkeit relativ wenig zu tun.“ Doch obwohl die Nutrias bereits erfolgreich vertrieben wurden, sind sie nun wieder hier. „Sie wandern die Bäche hoch“. Es scheint, dass die Bedingungen am Stauteich nicht die schlechtesten für die Tiere sind. „Sie haben hier keine großen Feinde, keine Nahrungskonkurrenz. Sie werden gefüttert und haben eine große Wasserfläche. Und das Wasser ist auch im Winter relativ warm durch das Klärwerk.“
Die Nutrias scheinen, ähnlich wie Ratten, Füchse oder Rehe, auch zu den Kulturfolgern zu gehören, eben den Tieren, die sich von den Menschen nicht aus der Natur vertreiben lassen, sondern ihnen folgen.
Bislang sind vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband keine Maßnahmen gegen die angesiedelten Biberratten geplant, so Kristin Wedmann von der Fachbereichsleitung Gewässer. „Wir handhaben es grundsätzlich so, dass wir die Tiere bekämpfen, also Fallen aufstellen oder jagen, wenn eine wasserwirtschaftliche Anlage gefährdet ist.“ Beispielsweise die Standsicherheit von Dämmen gefährdet ist. Im konkreten Fall sieht Wedmann bei den sich neu angesiedelten Nutrias keinen Handlungsbedarf. So dürfen sich die Spaziergänger also weiterhin an den Biberratten erfreuen.
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Andrea Di Monaco aus Düsseldorf | 10.03.2015 | 10:36  
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