Kitas werden bestreikt

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In Nordrhein-Westfalen sollen am Montag (23. März) über 8.000 Beschäftigte kommunaler Kindertagesstätten, der kommunalen Jugendhilfe- und Sozialarbeit sowie der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe ganztägig die Arbeit niederlegen. Das teilt ver.di mit.

Dies sei „die Antwort auf die Aussage des kommunalen Arbeitgeberverbandes VKA, es gebe keinen Grund für eine verbesserte Eingruppierung und Bezahlung der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten“, erklärte ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Die Eltern der betroffenen Kitas und Nutzer der Einrichtungen seien rechtzeitig über die Streiks informiert worden. Man müsse davon ausgehen, dass ein Großteil der Kindertagesstätten am Montag geschlossen ist oder nur sehr eingeschränkt arbeiten kann. Zu Ausfällen kommt es auch in der Arbeit von Kinder-und Jugendheimen, Beratungsstellen, Sozial- und Jugendämtern, Werkstätten und Wohnheimen für behinderte Menschen, Jugendhilfeeinrichtungen und Sozialdiensten in
Krankenhäusern.

Zeitgleich mit den Streiks findet am Montag in Münster die zweite Verhandlungsrunde für die 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst statt. Vor dem Verhandlungsort werden über 1.000 Strei-kende zu einer Protestdemonstration erwartet. ver.di fordert eine Zuordnung der Beschäftigten zu höheren Entgeltgruppen. Dies würde durchschnittlich zu einer Einkommensverbesserung von zehn Prozent führen. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern. Tarifverträge dieses Bereichs orientieren sich im Volumen an den kommunalen Einrichtungen.

Die Eingruppierungsmerkmale für die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste sind seit 1991 nicht mehr verändert worden. „Man kann doch nicht in jeder Sonntagsrede die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsdienste betonen, sich aber bei einer finanziellen Neubewertung vor der Verantwortung drücken“, sagte ver.di Landesleiterin Schmidt. Die Anpassung sei auch notwendig, um dem zunehmenden Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegen zu treten.
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