Kleine Riesenröhre mit viel Bockfaktor und Topsongs im vollends begeisterten Burgtheater

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Rockröhre mit hohen Sympathiewerten. (Foto: Axel Wolff)

Mensch, wat ist die sympathisch! Und witzig! Und gut drauf! Anastacia lässt die Grenzen zwischen Attitüde und gelebtem Spaßfaktor verschwimmen. Die Rockröhre aus Chicago zeigt dem proppenvollen Burgtheater, dass man auch mit gefühlten Einsfuffzich ganz groß sein kann - mit oder ohne Absätze. In Dinslaken geht das!

Das "Fantastival"-Publikum gewöhnt sich langsam an internationale Superstars. Aber diese kleine Gigantin setzt doch noch neue Maßstäbe im historischen Rund nahe dem runderneuerten Stadtpark. Gleich zweimal füllt Anastacia die Arena. Am ersten Tag mit Platzregenbegleitung, am zweiten mit purer Wonne.

Die 47 Lenze haben ihre Hüften runder und das ganze Persönchen etwas draller werden lassen. Doch gerade dies steigert ihre Sympathiewerte. Die Künstlerin kokettiert mit dem Publikum, mit der Band und ihren drei Begleitsängerinnen. Sie macht Scherze über ihre Brille, den Ententeich nebenan und ihre Rolle als Boss der Crew.

Wer sich unter Umständen aus einer Neugier hierher verirrte, der resümiert nach zwei Stunden: Wow - ich kannte fast jeden Song! Und die sind über Kritik erhaben, denn Anastacia kann komponieren. Um ausschließlich den Mainstream zu bedienen, sind diese Lieder fast zu gut. "Not that Kind", "Cowboys & Kisses", "Paid My Dues", "One Day in Your Life", "Left Outside Alone" und viele mehr: Top-Qualität im Ohrwurmsektor!

Äußerte sich die Medienwelt voller Begeisterung darüber, wie Fußallgockel Ronaldo kürzlich zwei, drei Fanselfies zuließ? Lächerlich! Anastacia zeigt, wie man das richtig macht. Fast meint man, die Frau könnte sich zwecks Befriedigung aller Handyknipswünsche in die Menge stürzen - wäre da nicht diese Zinkstahlabsperrung.

Am Ende wird's dann fast ein bisschen zu kuschelig, als die Soulqueen ihr Publikum als "my Family" adelt. Aber naja, Amerikanerin halt. Was lässt man denen nicht alles durchgehen. Und wer so witzig ist, dem verzeiht man sogar den phasenweise eher miesen Sound. Wahrscheinlich hatte der Mann an den Knöppen einfach auch einen Riesenspaß!
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 17.07.2016 | 10:33  
Dirk Bohlen aus Wesel | 17.07.2016 | 10:45  
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Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 18.07.2016 | 20:57  
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