NRW-Gesundheitspreis geht an die Wittener Uni

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Den Gesundheitspreis NRW 2015 erhielt die Universität Witten/Herdecke für die „Behindertenorientierte Zahnmedizin“. Gesundheitsministerin Barbara Steffens überreichte die Auszeichnung an Prof. Dr. Stefan Zimmer (Universität Witten/Herdecke). (Foto: MGEPA NRW/modusphoto.de)
 
Gruppenbild der Preisträger (Foto: MGEPA NRW/modusphoto.de)

Ministerin Barbara Steffens vergibt Gesundheitspreise für beispielhafte Projekte zur besseren Versorgung von Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Preisträger in diesem Jahr wurde unter anderen die Universität Witten/Herdecke.

Projekte, die die besondere Lebenssituation und die Bedarfe von Erwerbs- oder Wohnungslosen, Menschen mit Behinderungen oder Migranten ohne Zugang zum Regelsystem berücksichtigen, hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf mit dem „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen 2015“ ausgezeichnet.
„In unserer Gesellschaft leben Menschen, denen der Zugang zum Gesundheitssystem aus unterschiedlichen Gründen erschwert ist. Erhalt oder Wiederherstellung der Gesundheit ist unabhängig von den individuellen Lebensumständen ein Menschenrecht. Eine solidarische Gesellschaft ist in der Pflicht, den Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle – insbesondere in Notlagen – zu ermöglichen. Der soziale Frieden und individuell empfundene gute Zukunftsperspektive hängen eng zusammen und sind dauerhaft nur möglich, wenn wir uns auch um Benachteiligte kümmern“, erklärte Ministerin Steffens.
Mit dem Gesundheitspreis 2015 und jeweils 3 000 Euro wurden ausgezeichnet:
• Das Projekt „Behindertenorientierte Zahnmedizin“ der Universität Witten/Herdecke verbessert die zahnmedizinische Versorgung und Prävention behinderter Menschen unter anderem durch Behandlung direkt vor Ort in Behinderteneinrichtungen. Im Rahmen des Projekts wurde auch der einzige Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin im deutschsprachigen Raum geschaffen, so dass Lehre und Forschung auf diesem Gebiet langfristig unterstützt werden.
• Für die gesundheitliche Versorgung Obdachloser und anderer Menschen, die nicht durch die Regelversorgung erreicht werden, engagiert sich bereits seit 1995 das Projekt „Obdachlosenpraxis in Düsseldorf“ des Vereins „Medizinische Hilfe für Wohnungslose Düsseldorf“. Mit dem „Gesundheitsbus“ als rollende Praxis leistet der Verein nicht nur aufsuchende Hilfe, sondern bietet unter anderem auch Krankenzimmer. Das Projekt vernetzt Medizin, Pflege sowie Sozialarbeit und baut seine Strukturen kontinuierlich aus.
• Bei dem Projekt „Flüchtlinge im Blick“ der pro familia Beratungsstelle Bonn steht die Gesundheit und Versorgung von Frauen und Kindern, die als Flüchtlinge in Deutschland leben, im Mittelpunkt. Durch Schulung und Zusammenarbeit mit ehemaligen Flüchtlingen, die als Ehrenamtliche mitarbeiten, werden unter anderem Beratungen in Asylunterkünften, in Gemeindecafés oder im Rahmen von Deutschkursen für Flüchtlinge angeboten.
• Die Stadt Essen widmet sich mit dem Projekt „Arbeitslosigkeit und Gesundheit – integrierte Gesundheits- und Arbeitsförderung für die Stadt Essen“ den besonderen Bedarfen von Langzeitarbeitslosen. Mit Hilfe eines umfassenden Netzwerks werden sie in Angebote der Gesundheits- und Arbeitsförderung vermittelt, die die individuelle Lebens- Arbeits- und Gesundheitssituation der einzelnen Betroffenen berücksichtigen. Durch die Verbesserung der körperlichen und psychischen Situation der Teilnehmenden steigen ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz.
• Einen Sonderpreis erhält das Projekt „Brückenschlag – phasenübergreifende Unterstützung für krebskranke Eltern und ihre minderjährigen Kinder“ des Euregionalen comprehensive Cancer Centers Aachen. Durch die vorbildliche Vernetzung von Fachärzten, Therapeuten, Kliniken, Krankenkassen, Jugendämtern, Selbsthilfe und Sozialdiensten gelingt es, die Betroffenen in ihrer organisatorisch und emotional belastenden Situation zu unterstützen.
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