Spezialgebiet: Reptilien

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Die Ringelnatter ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Dieses Exemplar hatte sich in einen Gartenteich in Bommerholz verirrt.

Bodo Haarmann ist Tierheilpraktiker. Sein Spezialgebiet: nicht etwa Hund, Katze, Maus oder Kaninchen, sondern Reptilien.

„Schon im Alter von sieben Jahren hatte ich meine erste Schlange“, erzählt er. „Einen Hund durfte ich nicht haben, weil er zuviel Arbeit gemacht hätte. Aber eine Schlange war okay.“
Auf eine Strumpfbandnatter folgten eine Königspython, eine Boa constrictor und weitere Schlangen. Mit der Heltung der Schlangen wuchs auch das Wissen um diese Tiere bei Bodo Haarmann, und nach seinem, wie er sagt „ersten Leben“ als Maschinenschlosser war er zunächst Leiter der Reptilienabteilung in der Zoo-Mühle in Dortmund, bevor er sich als Tierheilpraktiker selbstständig machte.
In Anspruch genommen wird seine fachliche Kompetenz nicht nur, wenn Schlangen, Eidechsen, Schildkröten oder Spinnen verletzt sind, sondern auch dann, wenn sie sich irgendwo aufhalten, wo sie nicht hingehören, wie in Vorgärten, Wohnungen oder Bäckereien.
„In eine ehemalige Bäckerei am Wittener Hauptbahnhof hatte sich eine Ringelnatter verirrt“, erzählt Bodo Haarmann. „Die Verkäuferinnen haben sofort die Arbeit eingestellt, denn keine von ihnen wollte die Kunden mit einer Schlange in der Auslage bedienen. Schließlich hat sich die Ringelnatter verkrochen. Ich musste die ganzen Panelen von der Wand abschrauben, und es hat vier Stunden gedauert, bis ich sie hatte.“
In einem anderen Fall hatte sich eine Königspython im Seitenholm eines Autos verkrochen. Der Besitzer des Autos rief die Feuerwehr, der es nicht gelang, die Schlange dazu zu bewegen, das Auto zu verlassen. Erst Bodo Haarmann schaffte es mit Geduld, Schlangenpsychologie und Lockmitteln, das Tier zu bergen.
Wann immer Stadt, Feuerwehr, Polizei, untere Landschaftsbehörde oder das Kreisveterinäramt Schwelm nicht mehr weiter kommen, klingelt das Telefon bei Bodo Haarmann. Meist sind die Einsätze ungefährlich, denn wie er sagt: „Es gibt in Deutschland nur zwei Giftschlangenarten: die Kreuzotter und die Aspisviper. Beide kommen in unseren Regionen nicht vor. Dennoch ist es als Bürger immer sicherer, die Polizei oder die Feuerwehr anzurufen.“
Aktuell beherbergt der 59-jährige Tierheilpraktiker keine eigenen Schlangen mehr, sondern nur noch einige Tiere in Quarantäne: eine Schildkröte und zwei Vogelspinnen, die er gesund pflegt. Und Arbeit hin, Arbeit her – mittlerweile hat Bodo Haarmann nicht nur einen, sondern sogar zwei Hunde.
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