Ausgezeichneter Arzt ohne Grenzen - Paracelsus-Medaille für Dr. Tankred Stöbe

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Dr. Tankred Stöbe hält am kommenden Freitag wieder einen Vortrag in der UW/H. (Foto: UW/H)

Dr. Tankred Stöbe, Alumnus der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und Mitglied des internationalen Vorstands von Ärzte ohne Grenzen, ist auf dem 119. Deutschen Ärztetag mit der Paracelsus-Medaille ausgezeichnet worden. Der Preis ist die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft und wird seit 1952 alljährlich auf dem Deutschen Ärztetag an zwei bis sechs Mediziner verliehen. Geehrt werden damit laut Statut der Medaille Ärzte, "die sich durch vorbildliche ärztliche Haltung oder durch erfolgreiche berufsständische Arbeit oder hervorragende wissenschaftliche Leistungen besondere Verdienste um das Ansehen des Arztes erworben haben."

"Durch seine ärztliche Tätigkeit und sein außergewöhnliches humanitäres Engagement ist Tankred Stöbe ein großes Vorbild", begründete der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Wahl. "Er hat weltweit zahllose Menschenleben gerettet und sich damit national und international auch um das Ansehen der deutschen Ärzteschaft in hervorragender Weise verdient gemacht." Tankred Stöbe ist neben seiner klinischen Tätigkeit als Internist und Notfallmediziner seit fünfzehn Jahren für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz. Er leistete in zahlreichen Katastrophen-, Krisen- und Konfliktgebieten vor allem in Asien und Afrika humanitäre Hilfe und setzte sich damit nicht selten Gefahren für Leib und Leben aus. Zwischen 2002 und 2015 war er fünfzehn Mal in zwölf verschiedenen Ländern im Einsatz.

Notarzt und Intensivmediziner


Sein Staatsexamen legte Stöbe 1998 an der Uni Witten/Herdecke ab. Nach seiner Zeit als Arzt im Praktikum am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin arbeitete er als Notarzt und Intensivmediziner am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Schon als Medizinstudent wusste er, dass er seine Kenntnisse und Fähigkeiten für die Menschen einsetzen möchte, die sonst keine Hilfe erfahren, und absolvierte seine Famulaturen unter anderem in Kliniken in Kenia, Lesotho und Indien. Über seine Studienzeit in Witten sagt Stöbe: "Das praxisnahe und patientenzentrierte Medizinstudium war eine gute Vorbereitung für die späteren humanitären Einsätze, wo ja meist mit eingeschränkten diagnostischen Mitteln eine schnelle Behandlung begonnen werden muss und das individuelle Leid des Menschen stets im Fokus meines ärztlichen Tuns steht."

Karriere auch bei Ärzte ohne Grenzen


Später bewarb er sich bei Ärzte ohne Grenzen, einer regierungsunabhängigen humanitären Organisation, die seit ihrem Gründungsjahr 1971 in Katastrophen- und Konfliktgebieten medizinische Nothilfe leistet. Seit 2004 ist Tankred Stöbe Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, von 2007 bis 2015 war er deren Präsident, bis er im Juni 2015 auf der internationalen Vollversammlung in Barcelona in das höchste Entscheidungsgremium der Organisation, den Internationalen Vorstand, gewählt wurde.

Der Dekan der Fakultät für Gesundheit der UW/H, Prof. Dr. Stefan Wirth, sagte: "Ich gratuliere Tankred Stöbe sehr herzlich und bin sicher, dies auch im Namen aller Studenten und Kollegen der Fakultät für Gesundheit tun zu können. Wir freuen uns, dass einer unserer Absolventen auf diese außerordentliche Weise geehrt wird. Sein herausragendes persönliches Engagement ist für uns alle beispielhaft. Es ist für uns an der UW/H zusätzlich wertvoll, weil Tankred Stöbe immer wieder zu uns zurückkehrt und uns an seinen Erfahrungen teilhaben lässt. So haben wir die Chance, von ihm zu lernen."

Seiner ehemaligen Alma Mater ist Stöbe weiterhin verbunden. So hielt er zahlreiche Vorträge an der UW/H, war Schirmherr der Sommerakademie für Integrative Medizin in Witten, begleitete Wittener Studierende der Initiative "Future Doctors Network" nach Albanien, um den Studierenden dort mehr Praxisanteile in ihrem Studium zu vermitteln. Am Freitag, 10. Juni 2016, spricht er erneut an der UW/H. Das Thema lautet "Leid, Mitleid, Überforderung und Glück - Einblicke in die humanitäre Hilfe".
Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Senatsraum 1.151. Der Eintritt ist frei.
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