Der Walfischbach fließt wieder

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Jürgen Domogalla und seine Handballdamen haben am Walfischbach ganze Arbeit geleistet.

„Es fließt schon viel schneller!“, schallte es durch den Wald am Walfischbach. Rund ein Dutzend junge Damen in Gummistiefeln sorgten am Samstag dafür, dass das Wasser nach Beendigung ihrer Aktion noch schneller floss.

Der kleine Wasserlauf am Bebbelsdorf, der vielen Wittenern gar nicht bekannt ist, hat seinen Namen vom nahe gelegenen Gebiet der ehemaligen Steinkohlezeche Walfischbusch. Umso besser bekannt ist er Jürgen Domogalla, Trainer der vierten Handballmannschaft vom ETSV Witten. „Das war meine Kindheit. In diesem Bach habe ich gespielt“, erinnert er sich. „Da ich hier öfter mit meiner Frau spazieren gehen, haben wir das Elend schon länger entdeckt“, sagt er.
Das Elend: Im Wasser liegt jede Menge Kleinholz, liegen Abfälle, selbst eine Matratze und Reifen wurden hier entsorgt, und der kleine Bach kann kaum noch fließen.
Dies galt es, für Jürgen Domogalla zu ändern. Er machte sich bei „seinen“ Handballdamen für eine Aufräumaktion stark. Die Motivation war nicht schwierig, wie er sagt: „Einer für alle und alle für einen - wir sind ein Team und ziehen alle an einem Strang.“
Mit ins Boot geholt wurde die ESW (Entwässerung Stadt Witten), die für diese Aktion nigelnagelneue Gummistiefel zur Verfügung gestellt und den gesammelten Müll entsorgt hat. „Das war für uns gar keine Frage. Wir können über solche Aktionen doch nur froh sein“, so ESW-Leiter Rudolf Grothaus.
Doch ganz einfach nach dem Motto „Ab in den Bach, Zeug raus, Wasser fließt wieder“ war es nicht. Denn der Zugang war teilweise komplett zugewuchert, und es lagen umgestürzte Bäume über oder im Bach. Hier kam die Stadt Witten ins Spiel, der die Problematik ebenfalls bekannt war. Und so wurde im Vorfeld der Aufräumaktion ein Trupp Arbeiter mit Motorsägen an den Bach geschickt, um das Grobe zu erledigen.
Mit den nigelnagelneuen Gummistiefeln, Greifern, Harken, Schubkarren und Müllsäcken bewaffnet, gingen die ETSV-Damen schließlich allem, das nicht in den Bach gehörte, an den Kragen. In mehrstündiger Teamarbeit konnten sie die etwa 200 Meter lange Strecke, die der Bach zurücklegt, bis er unterirdisch weiterverläuft, erfolgreich säubern und am Ende verkünden: „Das Wasser fließt wieder.“
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