Die DVMB und ich

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Die DVMB und ich
Was bedeutet mir die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew?
Was wäre ich heute ohne die DVMB?

Dass ich heute aktiv leben kann, ist nicht selbstverständlich, denn seit gut 50 Jahren bin ich an Morbus Bechterew erkrankt.

Zur Geschichte:
1967 kamen die ersten kleinen Schübe von Schmerzen im Kreuzdarmbeinbereich. Sechs Massagen halfen mir leider nur für kurze Zeit, denn 3 bis 4 Mal im Jahr wiederholten sich diese Beschwerden. Massagen, Fango und heiße Bäder linderten die Schmerzen, doch in den Jahren darauf wurden die Abstände zwischen den Schüben immer kürzer und die Schmerzen unerträglich. Es folgten sogar Ausfälle am Arbeitsplatz.
Die Ärzte waren ratlos und so dauerte es ganze acht Jahre bis die Diagnose stand: Morbus Bechterew! Eine rheumatische, in Schüben auftretende, entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Sie gilt bis heute als unheilbar.
Doch mit dieser Diagnose besserte sich meine Situation keineswegs. Im Gegenteil: Die Ärzte verordneten Tabletten, die täglich genommen werden mussten. Nach kurzer Zeit traten verschiedene Nebenwirkungen auf - ich fühlte mich zunehmend unwohl, konnte nicht mehr richtig arbeiten, geschweige denn meinen Alltag bewältigen.
Heilkuren und der Firmenarzt konnten mir nicht auf Dauer helfen.

18 Jahre Schmerzen.

1982 traf ich auf die DVMB (Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew). Ab da ging es dann aufwärts, denn der Verlauf dieser Krankheit kann massiv beeinflusst werden.
Ich reiste 1983 nach Österreich, machte eine Heilstollenkur und lernte den Arzt Dr. Schuster kennen. Dieser gab mir folgenden Rat: Die Tabletten nur noch nehmen, wenn sich ein Schub bemerkbar macht, danach sofort wieder absetzen. Ich ging dann später noch einen Schritt weiter und setzte die Medikamente komplett ab.
Während meines Aufenthaltes bemerkte ich, wie gut mir die Bewegung tat.
Bis heute ist sicher: Bewegung ist besser als jede Medizin. Mit kleinen Schritten angefangen, steigerten sich meine Spaziergänge zu ausgewachsenen Wanderungen, und mit Eintritt in die Morbus Bechterew Gruppe kam noch die Morbus Bechterew spezifische Gymnastik hinzu. Damit bekam ich meine Schmerzen völlig in den Griff.

Im Alter von 62 Jahren machte ich meinen Übungsleiterschein und so kann ich der Gruppe, und mir selber auch, noch besser helfen. Unser Gruppenangebot reicht vom Reha-Sport über Warmwasser-Gymnastik, Wanderungen und Rad-Touren bis hin zu Ausflügen. Viel Wert legen wir auf die Begegnung, hier können wir uns ungezwungen austauschen.
Wir möchten mit unserem Verein auch speziell junge Männer und Frauen ansprechen, da an Morbus Bechterew jeder erkranken kann. In unserer Gruppe gibt es aktive Hilfe im Umgang mit dieser Krankheit. Da jeder weiß, was diese Krankheit für Probleme mit sich bringen kann, steht jedes Mitglied offen mit Rat und Tat zur Seite.
Ich sehe mich selbst als das beste Beispiel für den Erfolg!
Manche Erkrankte gehen extrem gebeugt, doch mit dem richtigen Sport und ohne Medikamente kann man es wie ich erreichen ganz aufrecht zu bleiben.

Aktiv bin ich in der Gruppe Witten als Übungsleiter, 2. Kassierer, Organisator für Gruppenveranstaltungen, Grillmeister, Altenbetreuer und vieles mehr.

Die DVMB ist für mich so wichtig, denn ohne diese Vereinigung würde es mir und vielen anderen Erkrankten heute nicht so gut gehen.
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