Ruine Hardenstein: Wo standen die Wohngebäude?

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Hans Dieter Radtke, Jörg Hagenguth und Marieke Remke analysieren die ersten Ergebnisse am Laptop.

An der Burgruine Hardenstein geschieht dieser Tage Seltsames. Junge Menschen stecken Metallstäbe in den Boden, verbinden sie mit Drähten und schließen diese an eine Kiste an. Wollen Wahnsinnige die Burg in die Luft jagen? Sind es Satanisten, die hier ein blutiges Ritual abhalten wollen?

Entwarnung! Es handelt sich bei den jungen Menschen um Studenten der Uni Bochum, die hier fundierte Messungen durchführen. Und das kam so: „Auf Anregung der Burgfreunde wurde das Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik kontaktiert“, erzählt Hans Dieter Radtke, erster Vorsitzender der Burgfreunde Hardenstein. „Anstatt großflächiger archäologischer Untersuchungen in Form von Ausgrabungen kann man alternativ auf die Methode einer Bodenradarmessung zurückgreifen. Uns geht es darum, die ursprünglichen Grundmauerverläufe, die oberflächlich nicht mehr da sind, deren Vorläufer sich aber eventuell noch im Boden befinden, ausfindig zu machen, und auch herauszufinden, wo die Wohngebäude gestanden haben können“, so Hans Dieter Radtke weiter.
Das angefragte Institut unter der Leitung von Professor Jörg Renner signalisierte Kooperationsbereitschaft. Allerdings musste jemand gefunden werden, der über diese Thematik eine Arbeit schreibt. Und hier kommt Student Jörg Hagenguth ins Spiel, der seinen Bachelor mit dem Thema „Geophysikalische Kartierung der Burgruine Hardenstein“ anstrebt.
Mit geballter Kompetenz rückte ein Team der Uni Bochum an, darunter auch Marieke Remke, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die das Projekt betreut. „Zunächst wurde eine Bodenradarmessung durchgeführt, bei der ein Spezialgerät eingesetzt wurde, das auf Strukturunterschiede reagiert“, erklärt sie.
Anschließend kam die so genannte „Geoelektrik“ ins Spiel, bei der die eingangs erwähnten Metallstäbe, bei denen es sich um Elektroden handelt, in den Boden gesteckt wurden, um in selbigen Strom einzuspeisen. „Gemessen wird hierbei die Leitfähigkeit des Bodens, die bei verschiedenen Materialien unterschiedlich ist“, so Marieke Remke.
Nach den ersten Vorort-Messungen war noch nicht klar, wann vor mehreren Hundert Jahren wo was wie warum eventuell angelegt wurde – das konnte es aber auch nicht, denn die Ergebnisse durchaus möglicher erster Anzeichen, wann vor mehreren Hundert Jahren wo was wie warum eventuell angelegt wurde, müssen zunächst penibel im stillen Kämmerlein mit Computer-Unterstützung ausgewertet werden.
Auf den Bachelor-Anwärter kommt also noch eine Menge Arbeit zu. „Wann genau das Ergebnis feststeht, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht“, so Jörg Hagenguth, „es wird noch weitere Messungen geben, und ich hoffe, dass die Auswertung nicht länger als einen Monat dauern wird.“
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