Arnsberger Feuerwehr präsentiert Integrations-Projekt beim Dies Internationalis

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  Arnsberg: Neheimer Markt |

Viele Nationen unterstützten die Brandschützer bei der Erstellung eines Einsatz-Wörterbuchs

Neheim. Den Dies Internationalis, das Fest der Kulturen in Arnsberg, nutzte am Samstag, den 08. Juni die Arnsberger Feuerwehr, um ihr neues Integrations-Projekt eines mehrsprachigen Einsatz-Wörterbuchs voranzutreiben.

Bei strahlendem Sonnenschein fanden zahlreiche Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit vielfältigen sprachlichen Hintergründen den Weg auf die Neheimer Marktplatte, die erneut Schauplatz dieses farbenfrohen multikulturellen Festes war. Neben den kulinarischen und kulturellen Angeboten, die das Fest zu bieten hatte, präsentierte sich auch die Feuerwehr der Stadt Arnsberg.

Die Neheimer Gruppe der Jugendfeuerwehr hatte wieder ihr beliebtes Spritz-Spiel aufgebaut und bot damit den kleinen Festbesuchern die Möglichkeit, einmal auszuprobieren, wie man als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau löscht. Dieses Angebot fand regen Zuspruch im jungen Publikum. Zudem hatte sich eine Gruppe von Arnsberger Wehrleuten aus unterschiedlichen Stadtteilen vorgenommen, an diesem Tag ihr innovatives Integrations-Projekt „Einsatz-Wörterbuch“ vorzustellen und mit der Unterstützung der Festbesucher zu entwickeln. Dieses Wörterbuch soll Feuerwehr-Führungskräften, die während der Leitung eines Einsatzes in Kontakt mit Menschen kommen, die die deutsche Sprache nicht oder nur teilweise beherrschen, eine sprachliche Hilfestellung an die Hand geben. Es soll sie dazu in die Lage versetzen, in einer solchen Situation in verschiedenen Sprachen die wichtigsten Anweisungen zu geben und Fragen zu stellen, um die für einen erfolgreichen Einsatzverlauf erforderlichen Informationen zu übermitteln und zu erhalten. Dabei sind die Fragestellungen so formuliert, dass entweder eine „Ja/Nein“-Antwort möglich ist, welche durch Nicken oder Kopfschütteln gegeben werden kann, oder die Übermittlung der erbetenen Information durch Zeigen möglich ist.

Übersetzungen in zahlreiche Sprachen angefertigt

Die Wehrmänner sprachen die Festteilnehmer an, bei denen sie einen fremdsprachlichen Hintergrund vermuteten, und baten sie, insgesamt 17 in deutscher Sprache formulierte Anweisungen und Fragen in die jeweilige Muttersprache zu übersetzen. Diese Bitte verkündeten sie auch im Rahmen eines Aufrufs von der Bühne des Veranstaltungsgeländes herab und trafen damit auf offene Ohren. Nach und nach fanden Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern den Weg zum Stand der Feuerwehr und trugen fleißig die erbetenen Übersetzungen in vorbereitete Erfassungsbögen ein. Zusätzlich zu der Übersetzung in die jeweilige Landessprache wurde auch eine Version in einer Lautschrift angefertigt, die es den Adressaten des Einsatz-Wörterbuches erlaubt, die Sätze im Einsatzfall verständlich auszusprechen.

Auf diese Weise kamen Übersetzungen in den Sprachen Englisch, Griechisch, Italienisch, Marokkanisch, Russisch, Spanisch und Türkisch zustande. Der Portugiesische Kulturverein sagte zudem zu, die Übersetzung in dessen Muttersprache im Nachgang zu dem Fest zu liefern. Und um den Reigen der wichtigsten in der Stadt Arnsberg vertretenen Sprachen zu komplettieren, soll zudem noch eine polnische Übersetzung angefertigt werden.

Wörterbuch wird nun zusammengestellt

Die Projektgruppe wird die gesammelten Ergebnisse nun zusammenführen und in das Einsatz-Wörterbuch aufnehmen. Nach dessen Fertigstellung wird es dann in der Arnsberger Feuerwehr vorgestellt und den Einsatzleitern der Umgang mit dem Nachschlagewerk vermittelt. Aber auch die in der Stadt Arnsberg etablierten Kulturvereine sollen Exemplare des Wörterbuches erhalten als Einladung, ihre Mitglieder über das Projekt der Arnsberger Feuerwehr zu informieren und sie auf den Kontakt mit der Wehr in Einsatzsituationen vorzubereiten. Durch das Beschreiten dieses neuen Weges kann der Kontakt zwischen den Arnsberger Brandschützern und den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte hoffentlich noch weiter intensiviert und das gegenseitige Verständnis gefördert werden. Die Feuerwehr der Ruhr-Stadt würde sich hierüber jedenfalls sehr freuen.
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