Kunst und Kultur beflügeln zum Weltalzheimertag 2016 (mit Video)

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Wenn Herzen lachen ...

Drei Aktionstage hatte das Arnsberger Netzwerk Demenz zum Weltalzheimertag 2016 geplant – drei Tage voll und ganz im Zeichen des Alters, ganz gleich ob mit oder ohne Demenz. Kunst, Kultur und Humor sollten Betroffene, Pflegepersonal sowie pflegende Angehörige davon überzeugen, den ebenso wichtigen Verstand auch mal an die Seite zu legen und mit dem Herzen zu handeln – denn Kunst, Kultur und Humor beflügeln Menschen mit und ohne Demenz.

Ob Dieter Fechtel, Klappmaul-Puppenspieler, in der PROVITA Tagespflege; Joachim Kampschulte, Musikpädagoge, im St. Johannes Pflegezentrum oder Susanne Bötel, alias Rosalore, die einerseits ein Humortraining für Pflege-und Betreuungskräfte abhielt, andererseits aber auch ein Seminar für Angehörige von Menschen mit Demenz – sie alle zeigten in den drei Aktionstagen, dass Herzen niemals dement werden. Während die kognitiven Fähigkeiten zu schwinden beginnen, können Erinnerungen und auch die ein oder anderen künstlerischen Talente aufrechtgehalten werden, indem sie über Kunst, Kultur oder Humor aktiviert werden.

Als Kunstbegleiterin und Clownin für Menschen mit und ohne Demenz weiß Susanne Bötel, alias Rosalore, dass Menschen mit Demenz noch einiges zu „erzählen“ haben, selbst dann, wenn ihnen die Worte bereits verloren gegangen sind. Als Rosalore geht sie clownesk auf diese Menschen zu, sprich völlig frei und ungezwungen, im Hier und Jetzt. Sie holt den Menschen dort ab, wo er sich derzeit befindet – bis hin dazu, dass sie sich schlicht schweigend daneben setzt und rein über die Atmung kommuniziert.

Zur Auftaktveranstaltung im Bürgerzentrum Arnsberg wie auch zur Abschlussveranstaltung im Seniorenhaus Sankt Anna hinterließen Susanne Bötel und ihre Rosalore bleibende Eindrücke. „Ich habe meine Mutter seit Wochen nicht mehr so lachen gesehen“, erzählt ein sichtlich berührter Sohn. „Das ist sehr schön!“



Bereits im Frühjahr dieses Jahres zog es die Hamburgerin nach Arnsberg – auf Einladung der Fachstelle Zukunft Alter der Stadt Arnsberg. Damals lernte sie auch Walter Rupert kennen, einen über 95-jährigen liebenden Ehemann, der seine an Demenz erkrankte Dorle seit mehr als 15 Jahren zu Hause pflegt. Und auch diesmal ließ dieser sich die Begegnung mit Rosalore nicht entgehen – denn sie ist besonders. Sie zeigte ihm, dass auch er in seinem hohen Alter noch etwas Außergewöhnliches erleben kann. Dass das Leben im Alter nicht aufhört.

Doch ist nun alles vorbei? Nein – ganz gewiss nicht. Denn das Arnsberger Netzwerk Demenz wird weiterhin daran arbeiten, älteren Menschen glückliche Momente und vor allem lachende Herzen zu bescheren – mit Kunst, Kultur und einer gesunden Portion Humor!
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