Laudate omnes gentes - Taizé Gesänge begeistern.

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Kerzenschein umhüllt den Raum (Foto: Marita Gerwin)
 
Querflöten-Töne begleiten die Taizé-Gesänge (Foto: Marita Gerwin)
Mein Abendspaziergang durch die Heidelberger Altstadt. Es dämmert schon. Beim Bummel durch die Gassen dringen leise Taizé Gesänge aus der Jesuiten-Kirche an mein Ohr. "Laudate omnes gentes - Laudate Dominum..."

Ich werde aufmerksam und schleiche mich hinein. Tief im Keller entdecke ich die Krypta und bin fasziniert. Ein Meer von Kerzen füllt den steinernden Altartisch. Die unzähligen kleinen Flammen züngeln vor sich hin und strahlen eine wohltuende Wärme aus. Stille wechselt sich ab mit temperamentvollen, rhythmischen und immer wiederkehrenden Klängen. Das Gewölbe erstrahlt im orangenen Lichterglanz. Mystisch, geheimnisvoll anmutend. Die Atmosphäre zieht mich in ihren Bann. Ich nehme Platz inmitten von ca. zwanzig Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie kommen für einen Augenblick zur Ruhe. In sich gekehrt ein Jeder. Kein Handy klingelt. Die Konzentration gerichtet auf den Kerzenschein, der den Raum umhüllt, wie ein Kokon den Schmetterling.

Neben mir sitzt auf einem wackeligen Klappstuhl eine junge Frau. Mitte 20, schätze ich. Mit Jeans, Sneeker-Sportschuhen, pfiffigen Ringelsöckchen und einem roten Lederblouson. Die Kopfhörer ihres iPhones baumeln ihr um den Hals. Die Stöpsel stecken nicht im Ohr. Ihre Ohren sind frei, aufnahmebereit für diesen Moment der Besinnung, des Rückzugs aus dem Alltag. Ihr schulterlanges schwarzes Haar zu einem wippenden Zopf gepflochten. Neben ihr, ein quietschgelber Leinenrucksack und prall gefüllte Einkaufstüten. Sie scheint ihre Shopping-Tour kurz unterbrochen zu haben. Ihre Augen sind geschlossen. Sie hält inne und stimmt begeistert mit ein in den Song „Jeder Tag ist ein Geschenk. Jeder Tag hat etwas Gutes. Mach die Augen auf und denk: Heut bin ich frohen Mutes...“ Sie scheint eine Auszeit zu nehmen im sonst so pulsierenden Treiben der Stadt.

Eine Querflöte begleitet das Keybord. Die junge Frau wiegt sich im Takt der Musik. Ihre Hände umschließen ein silbernes Medaillion, das sie um ihren Hals trägt. Sie küsst es. In ihren Gedanken versunken, Die Augen gerichtet auf die züngelnden Flammen. Um sie herum, Menschen, die ihr fremd sind und doch so vertraut. Jeder scheint mit sich und der Welt im Augenblick im Reinen zu sein. Ich habe das Gefühl, urplötzlich und unverhofft in eine andere Welt eingetaucht zu sein. Nur durch die mächtige Eingangstür getrennt vom Lärm der Stadt.

Das Abendlied „Freude in Fülle - Magnificat...“ erklingt zum Abschluss und erfüllt die Krypta. Ein Lächeln huscht über das Gesicht der Frau im roten Lederblouson. Mit den letzten Klängen schwingt sie ihren Rucksack auf den Rücken, greift zu den Einkaufstaschen im verschwindet im Getümmel der Großstadt.

Zurück bleibt ein Glücksgefühl, dass mich zutiefst berührt. Beschwingt trete auch ich meinen Heimweg an. Schön wars. Inzwischen ist es dunkel geworden. "Laudate omnes gentes, laudate dominum...." Der Taizé-Song geht ins Ohr - bleibt im Kopf. Kennen Sie das?

Taizé - Laudate omnes gentes
http://www.youtube.com/watch?v=xoMEMQQ35dU

Taizé - Nada te turbe
http://www.youtube.com/watch?v=go1-BoDD7CI

Der Sonnengesang
http://www.youtube.com/watch?v=8f48ZCyFXcg
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5 Kommentare
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Renate Schuparra aus Duisburg | 21.04.2013 | 12:01  
11.660
Marita Gerwin aus Arnsberg | 21.04.2013 | 12:28  
26.336
Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 02.01.2014 | 08:42  
11.660
Marita Gerwin aus Arnsberg | 02.01.2014 | 09:38  
26.336
Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 02.01.2014 | 10:51  
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