Stadt Herne und hsg entwickeln Selbsthilfe-Blog

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Vier der 19 hsg-Studierenden, die beim Aufbau des Blogs geholfen haben. Im Bild v.l.n.r.: Thomas Müller, Linda Lück, Falk Küpper und Celine Mester. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne
 
Auf dem Gruppenbild sind alle Beteiligten des Projekts: Studierende, Vertreter der Stadt Herne mit Oberbürgermeister Dudda (2. v. r.) und Vertreterinnen der hsg (Präsidentin Prof. Friedrichs 3.v.r. und Prof. Faller im Bild links) und der Selbsthilfe sowie Betroffene. Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Herne und der hsg vom 27.07.2016


Es ist nicht leicht, junge Menschen für die Selbsthilfe zu sensibilisieren. Wie es funktionieren kann, haben Studierende der Hochschule für Gesundheit (hsg) aus Bochum und engagierte Vertreter der Herner Selbsthilfe eindrucksvoll bewiesen: Mit einem Blog.

Die Seiten http://www.help-yourself-herne.de/ oder http://selbsthilfe-herne.de/ laden ab sofort zur interaktiven Nutzung ein. Neben allgemeinen Informationen, speziell adressiert an junge Menschen, finden sich fünf Themen, die von den Studierenden und den Engagierten der Selbsthilfe bearbeitet werden. Wer sich in Zukunft über Glücksspielsucht, Depression, Aneurysma, Lotsen für Menschen mit Behinderungen und Alkoholsucht informieren oder mit andere austauschen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. „Ich bin froh, dass wir diese gelungene Kooperation auf den Weg gebracht haben. Wir sind eben nicht nur Innovation-City, sondern wir tragen auch den Titel gesunde Stadt und sind ein wichtiges Mitglied im Gesunde-Städte-Netzwerk“, betonte Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda während der Pressekonferenz. Dort dankte er nicht nur allen Beteiligten, sondern erinnerte auch noch einmal an die letzte Gesundheitskonferenz, die ganz im Zeichen der Zukunftssicherung der Selbsthilfe in Herne stand. Die Einrichtung des Blogs ist ein Ergebnis der Gesundheitskonferenz, in dem gleich verschiedene Handlungsempfehlungen wie die Gewinnung von jüngeren Bevölkerungsgruppen oder eine breitere Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt werden.

„Es gehört zu den Aufgaben der Hochschule für Gesundheit, dabei mitzuwirken, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und dabei insbesondere die Region, also das Ruhrgebiet, im Blick zu haben“, betonte hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs. Seit Gründung der hsg gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Herne. Die hsg, die ein großes Netzwerk aufgebaut hat, arbeite mit zahlreichen Partnern in Herne eng zusammen – von großen Kliniken, über ein Hospiz bis hin zum Fachbereich Gesundheit der Stadt Herne. Friedrichs: „Zudem ist uns die Anwendungsorientierung in der Lehre sehr wichtig. Dieses Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür.“

Das Projekt wurde im Sommersemester 2016 im Bachelor-Studiengang „Gesundheit und Diversity“ der hsg im Modul „Mediale Kommunikation und Intervention“ umgesetzt, welches von Prof. Dr. Gudrun Faller, Professorin für Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen der hsg, geleitet wurde. Faller: „Die mediale Kommunikation wird auch zu Gesundheitsthemen immer wichtiger. Deshalb haben sich die Studierenden in dem Modul kritisch mit Fragen der medialen Gesundheitskommunikation auseinandergesetzt. Darüber hinaus konzipierten sie eine eigene Kommunikationsstrategie für eine spezifische Zielgruppe. Das Innovative an diesem Projekt ist die Verbindung der traditionellen face-to-face- Kommunikation in der Selbsthilfe mit den neuen elektronischen Möglichkeiten.“

Dass sich diese elektronischen Möglichkeiten nun auch in der Herner Selbsthilfe wiederfinden, erfreut auch Dr. Katrin Linthorst, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung: „Ich bin unheimlich stolz darauf, mit wie viel Herzblut die Studierenden bei der Sache sind. Schon im Vorfeld der letzten Gesundheitskonferenz haben wir in Workshops mit den Studierenden zusammengearbeitet, um herauszufinden, wie wir junge Menschen für die Selbsthilfe sensibilisieren können.“ Linthorst wies in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das Bürger-Selbsthilfe-Zentrum (BüZ) hin, das seit Jahrzehnten einen festen und wichtigen Platz in der Gesellschaft einnimmt. Engagierte Vertreter/innen des BüZ haben die Studierenden maßgeblich bei der Entwicklung des Blog unterstützt.

Am Selbsthilfeblog haben sich insgesamt 19 Studierende aus dem zweiten Studiensemester des hsg-Studiengangs „Gesundheit und Diversity“ beteiligt. Die vier Studierenden Thomas Müller, Falk Küpper, Celine Mester und Linda Lück präsentierten den Blog vor Medienvertretern in Herne. Dabei erläuterten sie, dass sie sich zunächst überlegt hatten, wie sie selbst an das Thema Selbsthilfe herangeführt werden wollten. „Wir haben beim Thema Glücksspielsucht gemerkt, dass Menschen die Anonymität des Internets nutzen“, erklärte Celine Mester und Linda Lück führte weiter aus, um welche Blog-Inhalte sich die Studierenden gekümmert haben: „Wir haben zum Beispiel zwei Interviews geführt: Mit Anne, einer Betroffenen, und ihrer Schwester. Die Tondokumente haben wir in den Blog eingefügt.“ Schließlich ergänzte die Studentin: „Online-Spiele sind gefährlich, weil man hier anonym bleiben kann. Es kann jeden treffen. Besonders gefährdet sich Jugendliche. Denn der Bezug der jungen Leute zum Internet ist viel größer.“

Anne selber zeigte sich während der Pressekonferenz sehr angetan von der Herangehensweise der Studierenden. „Ich fand das ganz toll. Ich bin ja schon etwas älter, deshalb ist mir der Austausch zwischen den Generationen so wichtig und der hat hier auch stattgefunden. Ich habe durch dieses Projekt etwas gelernt und ich hoffe, auch die jungen Leute haben etwas von mir gelernt.“

Als befruchtend bezeichnete auch Inge Wilzoch die Zusammenarbeit. Die Hernerin kümmert sich in der Selbsthilfe der Stadt Herne um das Thema „Aneurysma“ und ist gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Selbsthilfe-Beirates. Inge Wilzoch: „Die Zusammenarbeit mit den Studierenden hat mir sehr gut gefallen. Es ist wichtig, junge Menschen mit ins Boot zu holen. Wir möchten darüber informieren, wie heimtückisch diese Krankheit ist. Man kann nicht früh genug damit anfangen, auf sich aufzupassen.“
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