Die Fahrschule der Hypnotiseure

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        Bochum: Palmengarten | Andreas Ahnfeld ist unter seinem Künstlernamen Aaron als Hypnotiseur bekannt. Seine bisher rund 4.000 Shows in Freizeitparks, Varietés und bei anderen Veranstaltungen haben bis heute mehr als eine Million Besucher gesehen. Ein Magier? Ein Hexer? Nein, Aaron glaubt nicht an das Übersinnliche, sondern beschreibt Hypnose als Kommunikationstechnik. Bei den Seminaren des Aaron Hypnose Instituts können Interessierte die Technik lernen und von der Erfahrung aus unzähligen Shows und Therapiesitzungen profitieren. Denn während Aaron auf der Bühne und der Spaß im Mittelpunkt steht, bietet Andreas Ahnfeld in seiner Praxis Lebensberatung und Coaching an. Die Seminare des Hypnose Instituts sind deshalb gleichermaßen für Interessenten an Showhypnose und therapeutischer Hypnose geeignet.

Beim Seminar „Grundlagen der Hypnose“ erlernen Einsteiger, was es mit Hypnose auf sich hat und wie man diese anwenden kann. Aaron verzichtet auf die bei vielen Seminaren übliche Powerpoint-Präsentation. Gemeinsam sitzt man am Tisch und arbeitet die verschiedenen Aspekte in Theorie und Praxis durch. Dabei werden die Grundlagen gelegt, um sich nach dem Seminar im Freundes- und Bekanntenkreis selbst an die erste Hypnose heranzutrauen. Das dreitägige Seminar richtet sich an Personen ohne oder mit wenigen Hypnose-Vorkenntnissen. Auch Berater, Coaches, Heilpraktiker und Ärzte, die Hypnose in ihrer Arbeit verwenden möchten, können vom Grundlagenseminar profitieren.

Das Seminar in Bochum beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Alle Teilnehmer beschreiben kurz ihren persönlichen Hintergrund, ihre Erwartungen an das Seminar und oft auch ihren ersten Kontakt zu Aaron, der in der Regel bei einer Hypnose-Show entstand. Die Teilnehmer haben unterschiedliche Hintergründe, finden aber schnell gemeinsame Themen auch über die Hypnose hinaus. Michael zum Beispiel hat dem Friseur-Beruf den Rücken gekehrt und ist nun auf dem Weg zur Heilpraktikerprüfung. Birgit arbeitet als Theaterpädagogin und Schauspielerin und möchte ihre Kenntnisse erweitern. Auch Aaron berichtet über sich und lässt auch während der Seminartage immer wieder lehrreiche Erfahrungsberichte in das Seminar einfließen.

Wie und warum funktioniert Hypnose? Mit diesem Thema beginnt das Seminar. Aaron arbeitet entlang einer Seminarunterlage mit den relevanten Stichworten, die die Teilnehmer nach eigenem Geschmack mit Notizen anreichern können. Er streift kurz Kontraindikatoren und Gefahren bei der Hypnose und thematisiert zum Beispiel die Angst der Kunden vorgeführt zu werden. Auch bei einer Hypnosesitzung in der Praxis gilt es achtsam zu sein. Hypnose ist ein mächtiges Werkzeug, kann aber nicht jede Erlösungsphantasie erfüllen. Je nach Tiefe der Hypnose und der Fähigkeit des Klienten sich darauf einzulassen, wird von der Lösung von Blockaden, Zahnarztbehandlungen ohne Betäubungen oder gar dem Stoppen von Blutungen berichtet. Gerne nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit dem oft nur von der Bühne bekannten Hypnotiseur ihre Fragen zu stellen. „Strike, super, den hab ich…“, beschreibt der die Denkweise der meisten Bühnenhypnotiseure. Aaron hat nach eigenem Bekunden längst einen Weg gefunden mit dem ersten Schritt auf die Bühne seine privaten Gedanken abzustreifen und sie durch die feste Überzeugung „Ich werde jetzt hypnotisieren“ zu ersetzen. Diese Überzeugung schützt auch vor weniger erfolgreichen Shows, denn letztlich ist jede Hypnose nur so erfolgreich wie sich die Hypnotisanden darauf einlassen.

„Ich glaube nicht an ein Energiefeld“, erklärt Aaron und führt dann ein in die nonverbale Induktion. Dazu erklärt er, dass ein hypnotischer Zustand oft unbemerkt im Alltag auftritt. Wer zum Beispiel mit dem Auto losfährt und fast automatisch zum Ziel steuert, der ist unbewusst bereits in Trance. Bei der Hypnose wird der Zustand hingegen absichtlich herbeigeführt. Aaron hält fest, dass jeder den Zustand der Hypnose anders erlebt und es deshalb schwer ist, ihn im Vorfeld genau zu beschreiben. Wichtig sei es Hypnosekennzeichen zu erkennen, so Aaron, der nicht nur auf der Bühne, sondern auch als systemischer Coach erfolgreich ist. „Meine Show, meine Regeln“, so die Devise von Aaron auf der Bühne. Durch diese Rollendefinition gelingt es, die Erwartung der Teilnehmer und damit die Erfolgswahrscheinlichkeit zu steigern. Auf der Bühne gibt Aaron häufig klare Anweisungen, Im Vergleich zu anderen Hypnotiseuren zeigt er sich aber mehr von der netten Seite. „Ich habe mehr den Mama-Style“, schmunzelt er.

Damit bei der Hypnose alles gelingt, ist es wichtig mit der zu hypnotisierenden Person Rapport aufzubauen. Dabei geht es um eine positive Grundstimmung, in der man sich auf die Worte des Hypnotiseurs einlassen kann. „Keine Hypnose ohne Rapport“, erzählt Aaron und gibt eine Menge Tipps, wie man es schafft, Rapport aufzubauen. Wichtig ist nicht nur der Pretalk, bei dem man über die Wirkung der Hypnose und die Spielregeln informiert, sondern auch der Aufbau eines vertrauensvollen Verhältnisses. Mit Humor, vorsichtiger Berührung und durch das Eingehen auf die Äußerungen des Gegenübers schafft man die Basis für die anschließende Hypnose. Wenn es gelingt Bewegungen und Äußerungen des anderen unbemerkt zu spiegeln, klappt es besonders schnell mit der Sympathie. Bei praktischen Übungen versuchen die Teilnehmer sich gegenseitig zu spiegeln und im Gespräch Rapport aufzubauen. Auch auf der Bühne gilt es mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. „Wer war schon einmal hypnotisiert?“, fragt Aaron sein Publikum und lädt dazu ein, gemeinsam mit ihm die Hand zu heben. Geschickt bringt er durch Fragen wie die nach dem Herkunftsort möglichst viele Menschen in die Interaktion. Auch wenn es auf der Bühne gilt tough zu sein, sind Aaron die Sicherheit und das Wohlbefinden seiner Gäste wichtig. Auch im Seminar legt er Wert darauf, keine gefährlichen Dinge zu suggerieren und niemanden dazu zu bringen, in Trance im Lebensalter zurück zu gehen. Im direkten Dialog kann man zum Beispiel eine Hand auf die Schulter des anderen legen und in dessen Atemrhythmus den Druck minimal erhöhen und senken. Auch eine Angleichung des Atemrhythmus erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der andere später in Trance geht. Wie das funktioniert, erproben die Seminarteilnehmer in einer weiteren Übung.

Während der Hypnose-Induktion gilt es, dem anderen den Weg in die Trance zu ebnen. Ob mit der Fixation eines Punktes am Rande des Gesichtsfeldes, durch eine Technik der Blitzhypnose oder durch Seeding „Du wirst gleich nach hinten fallen“, lädt man die andere Person ein die Trance wirken zu lassen. Eventuelle Störungen wie Geräusche bindet man dabei aktiv ein. Durch das Utilisieren werden zum Beispiel die Geräusche von vorbeifahrenden Autos in die Hypnoseeinleitung eingebunden. Damit wirken sie nicht mehr störend. „Doppelt so tief, doppelt so wohl“, mit sanfter Stimme lädt Aaron dazu ein, sich in die Hypnose fallen zu lassen und das Gefühl der Entspannung zu erleben. „Du kannst meine Stimme hören. Du kannst die Wärme deiner Hände spüren“, sagt Aaron und gibt dem Probanden so das gute Gefühl auf dem genau richtigen Weg zu sein. Dabei nutzt er Vertiefer, wie das Bild einer Treppe, die man hinab geht, oder das Fallenlassen des Arms. In kurzen Fraktionierungen unterbricht Aaron den Zustand der Entspannung und löst mit Suggestionen Wirkung aus. Dabei hat sich gezeigt, dass positiv formulierte Suggestionen besonders gut funktionieren. Wesentlich ist es, den genauen Zeitpunkt „Wenn ich dich wecke, dann…“ zu benennen und die moralischen Grenzen der jeweiligen Person zu respektieren.

Im Seminar holt Aaron die Teilnehmer zurück ins „Hier und Jetzt“ bevor es richtig los geht, denn Showhypnose ist nur ein Randthema des Seminars. Gemeinsam wird ausführlich an Sprachmustern gearbeitet und reichlich geübt. So schreibt jeder Teilnehmer einen eigenen Induktionstext und probiert diesen an einem anderen Teilnehmer aus. Aaron erklärt Sprachmuster wie die Negation „Du musst nicht auf deine Atmung achten, um noch tiefer zu sinken.“ oder Verbindungsworte. Reihum üben die Teilnehmer Sätze und kleine Geschichten fortzusetzen und dabei bewusst mit der Sprache umzugehen. Nach der Praxis lädt Aaron dazu ein Convincer kennen zu lernen. Diese kommen vor der eigentlichen Hypnose zum Einsatz und überzeugen die Teilnehmer von der Wirksamkeit der Hypnose und den Fähigkeiten des Hypnotiseurs. Mit den Fingermagneten, einem imaginären Fenster im Kopf und anderen Techniken gibt Aaron seinen Seminarteilnehmern wertvolles Handwerkzeug an die Hand. Gemeinsam wird geprobt bis alle in der Lage sind, die Convincer einzusetzen.

Auch für den Coaching-Bereich hat Andreas Ahnfeldt noch einiges zu bieten. Er stellt beispielhaft den Verlauf einer Hypnosesitzung in seiner Praxis vor und gibt Anregungen, wie man mit den Klienten optimal ins Gespräch kommt. Dabei erklärt er die verschiedenen Hypnosetiefen und was diese möglich machen. Er rät zu einer musikalischen Untermalung mit der Frequenz des Herzschlags und beschreibt begleitende Phänomene wie den temporären Verlust der Erinnerung oder ein verändertes Zeitgefühl. Coaching bedeute, den Klienten einen Weg zu zeigen, den diese dann für sich gehen können, erläutert Andreas Ahnfeldt und verrät auch, welche Kosten üblicherweise pro Hypnosesitzung berechnet werden. Dann geht es wieder in die Praxis. Zu zweit setzen sich die Teilnehmer zusammen und suchen nach einem Problem und den richtigen Suggestionen für die Herausforderungen des Alltags. Anschließend steht die Hypnoseausleitung z.B. durch Rückwärtszählen auf dem Programm. „Geht raus und macht Fehler“, rät Andreas Ahnfeldt den Teilnehmern zum Ende des Seminars, denn genau wie in der Fahrschule kann die Schulung nur das Wissen vermitteln. Erfahrung hingegen entsteht erst durch die Anwendung in der Praxis. Welche Bausteine des umfangreichen Seminars jeweils zur Anwendung kommen, ist bei jedem Teilnehmer verschieden. Mit dem breiten Angebot aus dem Grundlagen-Seminar bestehen jedoch viele Möglichkeiten.

Vertiefen kann man das Wissen aus dem Grundlagenkurs zum Beispiel beim Aufbaukurs „Blitzhypnose“. Dabei geht es um Techniken, die auf der Bühne ohne großen Vorlauf für Trance sorgen. Das Tagesseminar wird wie der Grundkurs unter anderem in Bochum angeboten. Zum Teilnehmerkreis gehören Menschen mit Vorkenntnissen der Hypnose, die ihr Wissen ausbauen und neue Techniken lernen möchten. Michael möchte das Wissen nutzen im Rahmen seiner Ausbildung an der Heilpraktikerschule. Frank hat seit 14 Jahren eine Hypnosepraxis und möchte letzte Unsicherheiten ausräumen. Beraterin Annette und Vertriebstrainerin Belgin finden das Thema spannend als Ergänzung zu ihrer klassischen Hypnoseausbildung. Zahntechniker Bernard ist dabei sich mit einer Hypnosepraxis ein zweites Standbein aufzubauen. Mediziner Jack sucht den Austausch zu anderen Profis und beschreibt wie bei manchen Patienten Vorwürfe an den Augen ablesbar sind, wenn sich im Einzelfall keine Trance einstellt. Auch Zahnarzt Korkut nutzt die Hypnose bereits in seiner Praxis. Mit der Blitzhypnose möchte er „zusätzliche Pfeile im Köcher“ haben.

Angewandt werden kann die Blitzhypnose sowohl bei der Therapie als auch auf der Bühne. Während Therapeuten sie eher im Wiederholungsfall einsetzen, können die Techniken für den Showhypnotiseur Wunder wirken und eindrucksvolle Effekte möglich machen. Aaron beschreibt, dass der Überraschungseffekt bei der Blitzhypnose eine große Rolle spielt. Wichtig ist es aber auch, eine gute Verbindung zu den Hypnotisanden aufzubauen. Wenn sich dieser Rapport einstellt, ist ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen Hypnose getan. „Man muss nicht daran glauben, aber sich darauf einlassen“, erklärt Aaron, warum Hypnose nicht bei jedem funktioniert. Für alle, die auf der Bühne auftreten möchten, erklärt er anschließend wie er den Pretalk strukturiert, damit das Publikum ihn kennenlernt und sich auf seine Show einlässt. Dabei spielt auch das Selbstbewusstsein eine große Rolle. „Ich schaue nie nach, ob es geklappt hat. Ich gehe davon aus, dass es geklappt hat“, so Aaron. Anschließend präsentiert Aaron seinen Seminarteilnehmern Convincer, die helfen können, ein skeptisches Publikum zu überzeugen und besonders geeignete Kandidaten für die Hypnose zu identifizieren. Finger, die sich von selbst schließen, Augen, die sich nicht mehr öffnen lassen, und Hände, die sich wie von Geisterhand bewegen, können helfen, den Weg für die echte Trance zu ebnen. Anschließend präsentiert Aaron verschiedene Blitzhypnose-Induktionen. Dazu gehören der Handshake, das Armdrücken, die Acht-Worte-Induktion und auch die Fallinduktion. Vorgestellt werden auch der Aaron-Loop sowie eine Reihe von Schnellinduktionen. Weitere Elemente des Seminars sind die Vertiefung der Hypnose und der Umgang mit unerwarteten Reaktionen. Auch wenn im Tagesseminar die Praxis nur wenig Raum hat, bringen die Übung und der Austausch unter den Teilnehmern diese voran beim Ausbau ihrer Hypnosekenntnisse.
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1 Kommentar
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Volker Dau aus Bochum | 29.10.2015 | 19:20  
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