Flüchtlinge verlieren die Angst vor dem Lkw

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Nor aus Nordafrika beginnt den Radparcours durch Bochum auf der Gahlensche Straße.
Ev. Stiftung Overdyck und Verkehrswacht machen fit fürs Fahrrad

Eingekleidet in Warnweste und Helm radeln 16 jugendliche Flüchtlinge durch Bochums Straßen. Sie kommen zum Teil aus kleinsten Dörfern und lernen nun, wie man unfallfrei durch den Verkehr einer Großstadt kommt.

„Ich hatte keine Ahnung von den Gefahren, die hier lauern“, sagt Nor aus Nordafrika. Eine Mitarbeiterin der Ev. Stiftung Overdyck übersetzt, wenn der junge Mann spricht und wenn Guido Jabusch von der Bochumer Verkehrswacht der Gruppe etwas erklärt. Elemente wie Radwege, zweispurige Straßen oder Kreisverkehre sind den Flüchtlingen aus ihrer Heimat nicht immer bekannt. Deshalb organisierte die Stiftung Overdyck für die Bewohner ihrer Gruppe „Noah“ das Sicherheitstraining der Verkehrswacht, unterstützt von der Anneliese-Brost Stiftung.

Den Umgang mit dem toten Winkel üben die Jugendlichen abseits der Straßen. Aber auch hier bleibt es nicht bei der reinen Theorie: Die Flüchtlinge dürfen in einem Lkw probesitzen, um zu lernen, in welchen Bereichen sie sicher radeln und in welchen es gefährlich wird, weil sie in keinem der etlichen Spiegel der Zugmaschine sichtbar sind. Für sie ist die Aktion eine willkommene und informative Abwechslung vom Alltag.

„Einige der Jugendlichen sind zu Beginn an ihre Grenzen gekommen“, sagt Susanne Trappe, Bereichsleiterin bei der Ev. Stiftung Overdyck. „Alle konnten irgendwie Fahrrad fahren, aber nicht wirklich sicher.“

Den Abschluss des dreitägigen Trainings bildet ein fünf Kilometer langer Parcours im dichten Verkehr über die Gahlensche, Wattenscheider und Alleestraße. Ob die Radler alles richtig machen, kontrollieren junge Helfer der Verkehrswacht. Ihre Notizzettel bleiben nicht leer. Aber ein Anfang ist gemacht.
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