„Es ist großartig, wieder hier zu sein!“

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Der neue Cheftrainer Peter Neururer (l.) und der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Hans-Peter Villis (Foto: Molatta)

Peter Neururer offiziell vorgestellt - Vertrag für sechs Spiele

Da sitzt er nun auf dem Podest zwischen Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis und Pressesprecher Christian Schönhals und grüßt die alten Bekannten - beinahe so als wäre er nie weggewesen. Peter Neururer ist zurück und hat etwas mitgebracht, das der VfL gar nicht mehr kennt: ein außerordentlich großes Interesse der Medien.

Der Presseraum ist für Bochumer Verhältnisse tatsächlich rappelvoll als Hans-Peter Villis die Gründe für die Trennung von Karsten Neitzel und Jens Todt erläutert. Der Aufsichtsrat habe sich nach den Leistungen in Berlin und gegen Aue viele Stunden eingeschlossen und beraten, was zu tun sei. Schnell war klar, dass etwas passieren musste. „Wir spürten eine große Last auf den Schultern der Mannschaft“, beschreibt Villis einen Zustand, der den Aufsichtsrat zum Handeln zwang.

Dass nicht nur Neitzel, sondern auch Todt gehen musste, begründet Villis mit der Transferpolitik, die Jens Todt zu verantworten hat. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Entlassenen für die geleistete Arbeit.

Doch der Blick in den Rückspiegel ist fortan passe. Man fahre auf Sicht und es gehe einzig und allein um den Klassenerhalt. Deshalb habe Peter Neururer einen Vertrag für die nächsten sechs Spiele bzw. für acht Spiele falls der VfL in die Relegation muss. Was nach Ende der Saison passieren wird, sei völlig offen. Die Begrüßung des neuen Trainers zeugte jedenfalls von einer außerordentlichen Begeisterung: „Herzlich willkommen in Ihrem Verein“, machte Villis aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Forderung: Leidenschaft, absolute Disziplin und Verantwortung

Mit einem Strahlen im Gesicht gab Peter Neururer zu Protokoll, dass er sich sehr freue, zurück zu sein. „Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert.“ Obwohl es die schwierigste Aufgabe sei, die er im Profifußball je übernommen habe, sei es großartig, dass er wieder beim VfL Bochum arbeiten dürfe.

Peter Neururer hat fast alle Spiele des VfL in dieser Saison gesehen. Eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit einzelner Spieler und der gesamten Mannschaft dürfte ihm daher nicht schwerfallen. Als großes Problem des VfL sieht er die unrealistische Einschätzung der Situation. Nach dem 2:1-Sieg gegen Dynamo Dresden am 1. Spieltag hatte er von drei Punkten gegen den Abstieg gesprochen. Dafür wurde er angefeindet. “Man war sich der Situation nicht bewusst“, blickt er zurück.

Um nun aus dieser prekären Lage herauszukommen, seien drei Dinge notwendig: Leidenschaft, absolute Disziplin und Verantwortung. „Verantwortung gegenüber den Fans und der gesamten Stadt Bochum.“ Man könne es nur als Einheit schaffen. Und zu dieser Einheit zählen alle, die mit dem VfL zu tun - vom Kartenabreißer über den Zeugwart bis hin zu seinen Co-Trainern. Dazu zählt weiterhin Thomas Reis, der sich insbesondere um die Spielbeobachtung kümmern wird. Hinzu kommt Dariusz Wosz, den Neururer natürlich noch als seinen Kapitän aus erfolgreicheren Zeiten kennt.
Einen Blick zurück warf Neururer dann doch noch. Der Abstieg 2005 war seine alleinige Schuld gestand er ein. Eine Aussage, die in den letzten acht Jahren so noch nicht getätigt worden war.

Falls er aber in den nächsten sechs Spielen das Unmögliche möglich macht und den VfL zum Klassenerhalt führt, wird ihm jeder VfLer die Fehler von 2005 verzeihen. Und wer weiß, welche Aufgaben Peter Neururer beim VfL danach bevorstehen. „Ich möchte so lange wie möglich für diesen Verein arbeiten.“ Vielleicht als Trainer, vielleicht als Sportdirektor. Aber erst mal geht es ausschließlich um den Klassenerhalt.
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 08.04.2013 | 20:25  
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