Robin Dutt soll den VfL Bochum zum Klassenerhalt führen: Teamplayer mit Erfahrung

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Sie setzen künftig vor allem auf Teamwork beim VfL Bochum (v.l.): Sebastian Schindzielorz (Sportvorstand), Robin Dutt (Cheftrainer) und Heiko Butscher (Co-Trainer). Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Mit Robin Dutt soll endlich wieder Ruhe einkehren beim VfL Bochum. „Wir wollen uns hier wieder mehr auf das Sportliche konzentrieren als auf Schlagzeilen“, hat der neue Trainer bei seiner Vorstellung ganz unaufgeregt klargestellt. Gefragt sind dabei im Abstiegskampf vor allem auch Dutts Qualitäten als Teamplayer.

Dass Sebastian Schindzielorz als neuer Sportvorstand in seiner ersten Amtshandlung den 53-jährigen Robin Dutt aus dem Hut gezaubert hat, mag manchen überrascht haben. Doch für ihn verkörpert der gebürtige Kölner genau das, was es jetzt braucht. Der neue Mann auf der Trainerbank des VfL Bochum und die Idee, die dahintersteckt, das ist der komplette Gegenentwurf zu allem, was es dem Verein in den letzten Monaten so schwer gemacht hat. „Wir müssen in Bochum wieder zueinander stehen“, setzt Schindzielorz nach einer Zeit der Unruhe und des Streits wieder auf Gemeinsamkeit, um den drohenden Absturz in die 3. Liga zu verhindern. „Dafür ist ruhige, sachliche Arbeit und vernünftige Kommunikation ganz wichtig. “

Dutt verkörpert all das, hofft man in Bochum. Ruhe und Souveränität bescheinigt im Schindzielorz. Er bringe die nötige Erfahrung mit und kenne sich im deutschen Fußball gut aus. Vor allem aber gilt er als ausgewiesener Teamplayer, und genau das braucht es jetzt, ist der Sportvorstand überzeugt: „Diesen Charakterzug benötigen wir jetzt. Wir wollen das Wir-Gefühl stärken. Ich schätze es, wie er auftritt. Auch in unseren Gesprächen habe ich Harmonie gespürt.“ Dutt, ausgestattet mit einem Vertrag bis Juni 2019, sieht es ähnlich: „Die menschliche Wellenlänge muss passen. Ich habe den Eindruck, dass wir ein sehr gutes Team sein können.

"Wir wollen die Mannschaft nicht überfrachten."

Wer Robin Dutt bei seiner Vorstellung am Montag erlebt hat, bekam schnell den Eindruck, dass er den Teamgedanken tatsächlich lebt. Wie selbstverständlich benutzt der Trainer, der einst den SC Freiburg in die 1. Liga geführt hat, bei seinen Ausführungen immer wieder das Wort „wir“, wenn er über die Vorbereitung auf die nächste Partie schon am Freitag in Heidenheim spricht: „Wir wollen jetzt keine Revolution einführen, wir wollen die Mannschaft nicht überfrachten. Wir geben der Mannschaft einfache, klare Formationen an die Hand. Und wir wollen die Mannschaft mit großer Motivation ins Spiel schicken.“

In enger Zusammenarbeit mit seinem Co-Trainer Heiko Butscher und dem restlichen Trainerteam will Dutt die Dinge angehen, daran lässt er keinen Zweifel. Eine Arbeitsweise, die Butscher auch kennengelernt hat, als er einst unter Dutt in Freiburg als dessen Kapitän gespielt hat. „Wir hatten immer den Eindruck, dass das Trainerteam an einem Strang zieht“, erinnert er sich. Er beschreibt den neuen Cheftrainer als akribischen Arbeiter, der klare Ziele vorgebe und verfolge. „Er verlangt einiges ab, aber auf einer menschlich hervorragenden Ebene. Ich glaube, dass es hier wahnsinnig gut passen kann.“

"Wir wollen eine Aufbruchstimmung erzeugen"

Große Versprechungen wollte Robin Dutt selbst keine machen, aber auch das spricht für seine seriöse Herangehensweise. Potenzial sieht er natürlich in der Mannschaft. „Man übernimmt ja keine Aufgabe, wenn man nicht denkt, sie bewältigen zu können“, sagt er mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt. Den Erfolg über Darmstadt am vergangenen Freitag hat er als „ganz wichtigen Mentalitätssieg und Frage des Willens“ erlebt, „auch wenn nicht alles reibungslos lief und wir zu viele Fehlpässen hatten“. Wichtig sei aber erst einmal gewesen, den Kopf der Spieler wieder frei zu bekommen. „Und da hat Heiko schon richtig reingepustet.“

Daran will Dutt nun anknüpfen, viel an der mannschaftlichen Geschlossenheit arbeiten. Und das gilt wohl auch für das Umfeld, soweit es in seinen Möglichkeiten liegt. „Wir wollen versuchen, eine gewisse Aufbruchstimmung zu erzeugen“, erklärt der neue Cheftrainer. Natürlich habe man in den Gesprächen auch die Unruhe im Verein thematisiert. Wie er damit umgehen will? „Beobachten, analysieren, Brücken bauen und wenn möglich den Reset-Knopf zeigen.“

Info-Kasten:
• Seine Trainerlaufbahn begann Robin Dutt bei TSG Leonberg und TSF Ditzingen, bevor er zu den Stuttgarter Kickers wechselte.
• Seine erfolgreichste Zeit erlebte er als Trainer des SC Freiburg (2007-2011), mit dem er 2009 auch von der 2. Liga in die Bundesliga aufstieg.
• Sowohl sein Engagement bei Bayer Leverkusen (2011 bis 4/2012) als auch bei Werder Bremen (2013 bis 10/2014) endeten vorzeitig.
• Zehn Monate sammelte Dutt Erfahrungen als DFB-Sportdirektor (2012/13).
• Sein letzter Job im Profi-Fußball, Sportvorstand des VfB Stuttgart, endete mit dem Abstieg der Schwaben aus der 1. Liga (1/2015 bis 5/2016).
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Brigitte Böhnisch aus Bochum | 13.02.2018 | 07:28  
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