VfL tritt nach Nullnummer auf der Stelle – Riemann mahnt: „Müssen die Ärmel nochmal hochkrempeln“

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Im Mittelpunkt: Manuel Riemann konnte gegen Kaiserslautern einen Elfmeter halten. Foto: Molatta
 
Klartext von Manuel Riemann: "Wir müssen einfach mal zur Stelle sein und den Ball über die Linie drücken!" Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Viertes Spiel ohne Sieg, wieder nur eine Nullnummer: Der VfL Bochum tritt nach dem 0:0 gegen Kaiserslautern auf der Stelle. Am Ende musste sich die Mannschaft bei Manuel Riemann bedanken, der schon in der Anfangsphase einen Elfmeter parierte. Im Interview spricht der Kapitän des VfL über das schwache Offensivspiel und Pfiffe der Fans, neue Verletzungssorgen und die nächste Partie am Samstag (8.4., 13 Uhr) beim 1. FC Heidenheim.

Manuel Riemann, können Sie sich ohne Sieg überhaupt über den gehaltenen Elfmeter freuen?
Erstmal freue ich mich, dass wir zu Null gespielt haben. Aber am Ende wäre mir ein 2:1-Sieg lieber gewesen.

Kein Tor in Sandhausen, kein Tor gegen Kaiserslautern: Warum klappt’s beim VfL nicht mehr mit dem Toreschießen?
Wir haben in der Hinrunde viele Tore geschossen, aber auch viele Tore kassiert. Jetzt schaut es insgesamt ein bisschen anders aus. Wir müssen hintern weiterhin sicher stehen und wenig zulassen. Aber vorne müssen wir die Dinger einfach mal erzwingen. Da muss dann auch einfach mal einer von uns stehen anstelle von zwei Gegnern, wenn ein Ball am Fünfmeterraum runter fällt. Da gab es viele Bälle, wo am Ende noch ein Lauterer den Fuß dran hatte. Wir sind im Moment oft die entscheidende Zehntelsekunde zu spät. Da müssen wir einfach mal zur Stelle sein und den Ball über die Linie drücken. Da müssen wir so kaltschnäuzig sein und das richtige Näschen beweisen. Wir müssen so wach im Kopf sein, dass wir den letzten Fuß dran haben.

Wie bewerten Sie den Auftritt gegen Kaiserslautern insgesamt?
Die Chancen, das Spiel zu gewinnen, waren in jedem Fall da. Es waren bis auf die Möglichkeit von Toto Losilla nicht unbedingt hundertprozentige Chancen. Aber auch in dieser Szene beim Missverständnis in der Lauterer Abwehr war wieder keiner von uns zur Stelle. Stattdessen grätscht einer der Lauterer den Ball noch raus. Diesen Tick Laissez-faire, den wir in der Hinrunde hinten hatten, den haben wir jetzt vorne. Trotzdem finde ich, dass wir auch gegen Kaiserslautern wieder ein ordentliches Spiel gemacht haben. Bis auf den Elfmeter und ein, zwei Schüsse haben wir nicht viel zugelassen. Und obwohl es immer einfacher ist, zu reagieren statt zu agieren und wir viel Kreativität gebraucht haben, haben wir es ganz gut gemacht.

"Pfiffe? Das ist doch ganz normal!"

Können Sie dann die Pfiffe einiger Fans nach dem Abpfiff verstehen?
Das ist doch ganz normal. Die Fans haben uns 90 Minuten lang bedingungslos unterstützt. Dass dann am Ende ein paar Jungs dabei sind, die mit einem 0:0 zuhause gegen Kaiserslautern nicht zufrieden sind, ist völlig normal und völlig akzeptabel. Wichtig ist, dass sie uns während des Spiels unterstützen. Da habe ich keinen Pfiff gehört. Dann kann ich jeden verstehen, der danach seinen Unmut äußert.

Welchen Anteil haben die enormen Verletzungssorgen am fehlenden Erfolg? Gegen die Pfälzer mussten Hoogland und Dawidowicz angeschlagen raus.
Das können wir nicht beeinflussen. Wir haben in der Hinrunde schon mal mit einer Viererkette mit drei A-Jugendlichen gespielt. Das ist halt so. Ich glaube, dass wir in der Mannschaft im Moment ganz gefestigt sind. Wenn einer ausfällt, dann ist es die Chance für einen anderen. Und wenn ein junger Spieler wie Vitaly Janelt dann ins kalte Wasser geworfen wird, sieht man, dass er es richtig gut macht. Die Verletzungen sind vielleicht auch eine Chance für die Spieler, die es sonst nicht unbedingt in den Kader schaffen würden, aber nun gebraucht werden und ihre Chance nutzen können. Bei uns ist es wirklich so, dass alle Spieler gebraucht werden. Ich glaube, es gibt im ganzen Kader keinen Spieler, der noch nicht gespielt hat.

Wie geht es jetzt weiter für den VfL? Bis zu den angepeilten 40 Punkte ist es noch ein weiter Weg.
Dass wir die Punkte, die wir brauchen, nicht in einem Spiel holen werden, ist auch klar. Aber wir haben eben auch gegen Lautern einen Zähler geholt. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ heißt es doch so schön im Sprichwort. Wenn wir auf diese Weise am Ende auf unsere 40 Punkte kommen, bin ich auch glücklich.

"Ich bin nicht Jesus"

Machen Sie sich auf der anderen Seite Sorgen, dass es für Bochum in der Tabelle nochmal gefährlich werden könnte?
Ich habe keine Latschen an und bin auch nicht Jesus. Ich kann es ehrlich nicht sagen. Mein Gefühl sagt mir, dass wir unten nicht mehr hinein geraten. Aber ein Gefühl kann einen auch mal täuschen. Ich gehe nicht davon aus, aber wir müssen die Ärmel auf jeden Fall nochmal hochkrempeln in den letzten sieben Spielen.

Am Samstag geht es erst einmal nach Heidenheim. Was rechnen Sie sich dort aus?
Heidenheim hat gerade nicht den besten Lauf. Auf der anderen Seite haben wir auch seit vier Spielen nicht gewonnen, allerdings auch nicht verloren. Für eine Mannschaft gilt es den Bock am Samstag umzustoßen. Allerdings gibt es einfachere und angenehmere Spiele als in Heidenheim. Es ist wieder eine Herausforderung für uns. Ich glaube, dass es auch mit Blick auf die nächste Saison jetzt ganz wichtig ist, einiges an Erfahrung aus dieser Situation mitzunehmen. Wenn wir das schaffen, dann schauen wir mal, ob uns diese gesamte Spielzeit am Ende nicht doch etwas gebracht hat.
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