Junge Talente: Malin Cziuraj und Vanessa Vohs vom Fußballklub SGS Essen

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Als Duo in der Innenverteidigung spielen Malin Cziuraj (re.) und Vanessa Vohs im U15-Mädchenteam der SGS Essen. (Foto: Michael Kaprol)
 
Die eine liebt Schalke, die andere den BVB. Gemeinsam spielen Vanessa Vohs (li.) und Malin Cziuraj in der U15 des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen. (Foto: Michael Kaprol)

Die eine mag Mats Hummels und Mario Götze, die andere bevorzugt den Griechen Kyriakos Papadopoulos. Die eine wählt lieber die elegantere Lösung, während die andere schon mal robust dazwischen grätscht.

Die eine ist eher von ruhigerer Natur, die andere redet öfters mal gerne ein wenig mehr. Die eine war früher im Turnverein, die andere hat Kampfsport betrieben. So unterschiedlich Malin Cziuraj und Vanessa Vohs auch sein mögen, so unschlagbar sind die beiden Bottroperinnen, wenn sie gemeinsam auftreten. Oder vielleicht lässt sich besser sagen: Auflaufen.

Denn die zwei jungen Damen spielen Fußball. Und zwar bei keinem Geringeren, als in der Nachwuchsabteilung des Frauen-Bundesligisten SGS Essen. Dort bilden sie im U15-Mädchenteam das Stammduo in der Innenverteidigung. Vanessa auf halbrechts, Malin auf halblinks. Die Ligaspiele bestreiten sie mit ihrer Elf in der C-Junioren Kreisklasse gegen Jungs. „Dort lernen wir besser unseren Körper einzusetzen und robuster zu spielen. Auch unsere Reaktionsschnelligkeit und das Zweikampfverhalten profitieren davon“, erläutert Vanessa Vohs die Vorteile des Spiels gegen das männliche Geschlecht.

Und letzteres staunt schon mal nicht schlecht, wenn die jungen Kickerinnen der SGS Essen beginnen mit dem runden Leder zu zaubern. Sechs Mal konnten die beiden Nachwuchstalente mit ihrem Team in dieser Saison bereits das Feld als Sieger verlassen. Ein Remis kommt hinzu, eine Niederlage gab es dagegen noch nicht. „Als Innenverteidiger ist es manchmal schon etwas langweilig, wenn im Spiel nichts passiert“, lächeln die beiden 14-Jährigen. Doch sie wissen auch: „In der Rückrunde wird es schwieriger, dann kennen die Gegner uns schon.“

"Ein kleiner Traum ging
schon in Erfüllung"

Selbst kennen gelernt haben die Schülerinnen sich vor etwas mehr als anderthalb Jahren. Denn da wagten Vanessa Vohs und Malin Cziuraj den Schritt aus der Bottroper Fußballszene hinaus nach Essen. Den Schritt vom reinen Jungenteam in eine Mädchenmannschaft. Bis dato hatten sie nämlich beide noch mit den Jungs gemeinsam gespielt. Vanessa in der D-Jugend des SV 1911, Malin beim SV Rhenania. „Mit dem Wechsel zu Schönebeck ging schon ein kleiner Traum in Erfüllung“, erinnert sich Vanessa, deren allererster Kontakt mit dem runden Leder im Alter von etwa vier, fünf Jahren allerdings etwas unsanft endete.

„Ich stand im Tor und habe direkt den ersten Schuss gegen den Kopf bekommen. Da war das Thema erstmal durch“, lacht die Neuntklässerin des Heinrich Heine Gymnasiums. Ihren Weg hat sie dennoch gemacht. Genauso wie Freundin Malin. Diese machte ihren ersten Gehversuche in Fußballschuhen bei den Bambinis des FC Batenbrock. „Dort habe ich auch mein erstes Tor geschossen. Bei einer Schlammschlacht in Ebel“, berichtet die 14-Jährige.
Was damals für die beiden Kickerinnen noch in erster Linie mit viel Spiel und Spaß verbunden war, hat sich heute zum Leistungssport schlechthin entwickelt.

Vier Trainingseinheiten stehen pro Woche auf dem Programm. Zwei in Essen-Schönebeck, eine mit der C1-Jugend des SV Rhenania und eine weitere bei der männlichen Kreisauswahl von Oberhausen und Bottrop. Hinzu kommen Spiele oder Turniere am Wochenende sowie Trainingseinheiten mit der U15-Mädchenauswahl des Fußballverbands Niederrhein. Und mit Letzterer steht im Mai der Länderpokal vor der Tür, wo es gegen die Teams aller anderen deutschen Fußballverbände geht. So viele Spielanteile wie möglich, wünschen sich die Freundinnen dort. Aber auch wenn es um die weiteren Ziele in ihrer noch jungen Fußballerkarriere geht, sind sich Malin Cziuraj und Vanessa Vohs einig: „Wir wollen bei Schönebeck im Sommer den Sprung in die U17-Bundesligamannschaft schaffen“, betonen die beiden und fügen hinzu: „Unser Traum ist es, irgendwann in der Frauen-Bundesliga oder sogar in der Nationalmannschaft zu spielen.“

Das Einzige, wo die beiden derweil nicht auf einen Nenner kommen, ist die Wahl ihres jeweiligen Lieblingsfußballvereins. „Da gibt es schon mal kleine Sticheleien“, grinst Malin. Verständlich. Denn die eine liebt Schwarz-Gelb und die andere jubelt für Königsblau.
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