Diskussion um Zirkus-Gastspiel / Ratsbeschluss von 2015 sagt: Keine Wildtiere

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Die Aufbauarbeiten laufen. Der Moskauer Circus gastiert von Donnerstag bis Pfingstmontag auf der Wiese neben der Europahalle. Foto: Thiele

Der Moskauer Circus gastiert von Donnerstag (17. Mai) bis Pfingstmontag (21.) auf der Wiese neben der Europahalle. Ein Programmpunkt: Robano Kübler mit seiner Tigergruppe.  Aber geht das so einfach in Castrop-Rauxel? Schließlich gibt es einen Ratsbeschluss vom 29. Oktober 2015, wonach "Zirkusbetrieben, die freilebende Wildtiere (...) zur Schau stellen oder vorführen, keine städtischen Flächen für Gastspiele oder Quartiere zur Verfügung gestellt werden."

Darauf hat die Satirepartei "Die Partei" hingewiesen. "Die Verwaltung scheint dies allerdings nicht sonderlich zu interessieren", heißt es in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Zu spät bekannt
Die Stadt äußerte sich am Montag (14.) unter anderem wie folgt: "Im Fall des aktuellen Zirkusgastspiels (...) ist leider zu spät bekannt geworden, dass der Zirkus mit Wildtieren anreist. In den letzten Jahren war der Moskauer Cirkus schon einige Male in Castrop-Rauxel zu Gast, jedes Mal mit Programmen ohne Wildtiere."
Auf Nachfrage des Stadtanzeigers versicherte Zirkus-Chef Sandro Frank, er habe bei der Anmeldung des Gastspiels angegeben, dass die Raubtier-Nummer mit Tigern aus eigener Nachzucht Bestandteil des Zirkusprogramms sei.

Moralische Leitlinien
In ihrer Stellungnahme erklärte die Stadtverwaltung, sie fühle sich "den beschlossenen Petitionen und Resolutionen des Rates ausdrücklich verbunden und an sie gebunden. Sie stellen die moralischen Leitlinien für ihr Handeln dar." Den aktuellen Sachverhalt werde man zum Anlass nehmen, "um künftig jegliche Anfragen von Zirkusbetrieben im Stadtgebiet nach potentiellen Beteiligungen von Wildtieren zu überprüfen."

Der Stadtanzeiger sprach mit Rechtsdezernent Michael Eckhardt. "Der Ratsbeschluss von 2015 ist rechtlich nicht bindend, weil so ein Auftritt von Wildtieren in der Bundesrepublik nicht verboten ist", erläuterte er. Ein Gastspielverbot durch die Stadt wäre ein Eingriff in die Gewerbefreiheit. Allerdings könne die Forum GmbH als privatrechtlicher Vermieter der Fläche frei entscheiden, an wen vermietet werde oder nicht. ^red
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Marcus Liedschulte aus Castrop-Rauxel | 16.05.2018 | 21:40  
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