Lärmschutz: CDU und SPD bewerten Verzögerungen unterschiedlich

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SPD und CDU bewerten den Fortschritt der Lärmschutzmaßnahmen am Bahnhof unterschiedlich. (Foto: Thiele)

Die Fertigstellung der Lärmschutzwände entlang der Köln-Mindener Bahntrasse lässt auf sich warten. Wie berichtet, steht nach Aussage der Deutschen Bahn AG noch nicht fest, ob die Arbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden können. SPD und CDU bewerten den Baufortschritt unterschiedlich.

„Das habe ich mir ganz anders vorgestellt“, sagt Karl-Heinz Villis, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Rauxel/Bladenhorst. Wenn man ein Bauvorhaben in Angriff nehme, müsse man es auch zügig zu Ende bringen. „So kann das nicht befriedigend sein.“
Der Lärmschutz im Bereich Kämpenstraße sei hergestellt. Jedoch gebe es an den beiden Brücken über der Vörde- und der Wartburgstraße Lücken, und es müsse noch nachgearbeitet werden, so Villis. „Deswegen kann man jetzt noch nicht von einem vollständigen Schallschutz sprechen.“
Er vermutet, dass etwa die Brücke am Hauptbahnhof, bei der Schallschutzwände zwischen T-Träger eingefügt werden müssten, statische Probleme bereite, da sie schon älter sei.
Karl-Heinz Villis geht davon aus, dass der CDU-Ortsverband die Verzögerungen demnächst zum Anlass nehmen werde, selbst die Bahn zu kontaktieren, beim EUV nachzuhaken und gegebenenfalls auch in den zuständigen Ausschüssen zu fragen, wie es weiter­gehe.

Weiter als vor einigen Jahren gedacht

Als relativ zügig bezeichnet dagegen Rüdiger Melzner, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Nobelbahn/Rauxel, die bisherigen Bauarbeiten. „Es ist schade, dass es jetzt hängt, aber wir sind viel weiter, als wir das vor einigen Jahren gedacht haben.“ Denn ursprünglich seien die Lärmschutzmaßnahmen im Bahnhofsbereich viel weiter unten auf der Prioritätenliste gewesen. „Die Bahn hatte die Anwohnerzahlen und Lärmbelastungen nicht korrekt berechnet“, erinnert sich Melzner. Nach der Korrektur sei das Bauvorhaben auf der Liste nach oben gerutscht.
Zudem verweist er darauf, dass sowohl der Schallschutz über der Wartburgstraße als auch im Bereich des Bahnsteigs ursprünglich gar nicht vorgesehen gewesen seien.
Die jetzigen Verzögerungen kann Rüdiger Melzner durchaus nachvollziehen. „Die Bahn kann nicht einfach sagen ,Morgen machen wir weiter‘, denn dazu sind immer Gleissperrungen notwendig“, erklärt er. Obendrein habe es mehrere Verdachtsfälle auf Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gegeben, und auch das Wetter habe in den letzten Wochen wegen des vielen Regens nicht mitgespielt.
„Es sind nur Reststücke. Es ist ja nicht so, als ob der Großteil nicht fertig wäre“, betont Melzner. Er nimmt an, dass die weiteren Arbeiten zur Errichtung der Schallschutzmaßnahmen – mit Ausnahme der beiden Abschnitte am Bahnsteig und der Wartburgstraße – recht zügig bis zum Sommer beendet werden.
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