Straßenschilder: Findet sich die Feuerwehr im Notfall zurecht?

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Das J im Jltisweg ist laut Auskunft des EUV nur eine vermeintlich falsche Schreibweise. Dass auf dem Schild die Angaben der Hausnummern fehlten, sei rechtlich in Ordnung, teilt die Stadtverwaltung mit. (Foto: Thiele)

„Spielt der EUV mit der Sicherheit der Bürger?“, fragt BürgerReporter Volker Grothaus. Denn am Iltisweg in Frohlinde fehlen auf den Straßenschildern „die Hausnummernangaben, ohne die Rettungswagen, Notärzte oder Feuerwehren aufgeschmissen sind und gegebenenfalls unnütz Zeit, die Leben retten könnte, verschwenden müssen“. Zudem gebe es dort einige Straßenschilder, auf denen der Weg als Jltisweg bezeichnet werde, bemängelt Grothaus.

„Trotz Meldung an verantwortliche Mitarbeiter des EUV am 18. Juni“ sei das Schild bis heute nicht ausgewechselt worden. Auf telefonische Nachfrage im Juli und August sei lediglich mitgeteilt worden, dass Schilder neu bestellt werden müssen, so Grothaus. „Muss tatsächlich erst etwas passieren? Fast drei Monate sind eindeutig zu lang.“
„Wir reden vom Verkehrszeichen 437“, sagt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi über die Schilder mit den Hausnummern. In einer früheren Verwaltungsverordnung finde sich zu der Verwendung des Zeichens ein Hinweis, aber nicht mehr in der neuen.
„Wenn sich eine Straße splittet, ist es manchmal trotzdem sinnvoll, aber es gibt keine rechtliche Verpflichtung für die Schilder“, verdeutlicht Fulgenzi. Bei der Erstausstattung einer Straße würden die Schilder allerdings mitbestellt.

Feuerwehr nutzt Navis

Entgegen der Vermutung von Volker Grothaus sieht man bei der Feuerwehr keine Notwendigkeit für die Hausnummern an den Straßenschildern. „Das ist eher für einen Lieferservice interessant“, vermutet Feuerwehrsprecher Michael Brudek. Bei der Feuerwehr dagegen arbeite man schon seit acht Jahren mit einem System, bei dem die Navis der Fahrzeuge bei einem Alarm von der Leitstelle aus gespeist würden.
Zusätzlich zu den Informationen auf dem Navi erhalte die Feuerwehr bei einem Notfall einen Kartenausdruck. Sollte einmal von der Leitstelle eine falsche Angabe fürs Navi kommen, gebe es zudem das sogenannte Adressbuch Castrop. „Da sind detaillierte Anfahrtswege drin“, so Brudek. Es käme aber nur in weniger als einem Prozent der Einsätze vor, dass zu dem Buch gegriffen werden müsse.

Nummern werden nicht ersetzt

Darauf, dass es keine rechtsverbindliche Vorschrift gebe, die Hausnummern an den Straßenschildern anzubringen, verweist auch EUV-Chef Michael Werner auf Stadtanzeiger-Nachfrage. Deshalb würden Schilder, die kaputt oder verloren gegangen seien, nicht ersetzt.
Was den Hinweis von BürgerReporter Volker Grothaus wegen der Schreibung Jltisweg angehe, erklärt Werner, dass dies die „Berliner Schreibweise“ sei, die aber vor Jahren abgeschafft worden sei. „Das ist ein I, kein J.“ Heutzutage werde die DIN-Norm verwendet, so dass dort nun Iltisweg stehe, wenn ein Schild erneuert werde. Für einen Austausch aller Schilder mit der alten Schreibweise sei aber kein Geld da.
Nach Auskunft von Michael Werner habe den EUV nicht zum ersten Mal ein Hinweis von Bürgern wegen der vermeintlich falschen Schreibweise erreicht. „Ein Kollege hat sich damit schon mehrfach beschäftigen müssen“, erklärt der EUV-Chef.
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