Treffen der Generationen

Anzeige
Sieben der zehn Schüler der Johannes-Rau-Realschule, die an dem Projekt „Zusammen sind wir beide 100“ teilnehmen, mit Silvia Engemann (links) vom Caritasverband, Ute Hartung (2. von links), Leiterin des Sozialen Dienstes im Altenzentrum St. Lambertus, und Cathérine Bosse (2. von rechts), Lehrerin an der Johannes-Rau-Realschule.

Zum vierten Mal besuchen Schüler der Johannes-Rau-Realschule im Rahmen des Projekts „Zusammen sind wir beide 100“ Bewohner des Altenzentrums St. Lambertus. Ziel ist es, den Dialog zwischen Jung und Alt zu fördern.

Die meisten Kinder und Jugendlichen haben ein herzliches Verhältnis zu ihren Großeltern. Doch verlässt man den familiären Mikrokosmos, stehen sich mitunter völlig fremde Generationen gegenüber: auf der einen Seite die Alten, die mitunter noch den Zweiten Weltkrieg erlebt haben; auf der anderen Seite die Jungen, für die das Internet eben kein Neuland ist.

„Es ist ein Projekt, das sich lohnt. Beide Gruppen erzählen aus ihrem Leben“, erläutert Cathérine Bosse, Deutsch- und Religionslehrerin an der Johannes-Rau-Realschule. Gemeinsam mit Ute Hartung, Leiterin des Sozialen Dienstes im Altenzentrum, begleitet Cathérine Bosse die zehn Schüler. „Oft sind die Schüler fasziniert, was die Senioren noch alles können“, sagt Ute Hartung.

Die teilnehmenden Schüler der Klassen neun und zehn werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe besucht jeweils einmal die Woche für zwei Stunden das Altenzentrum, um gemeinsam Zeit mit den teilnehmenden Senioren zu verbringen. Das soziale Engagement der Schüler soll gestärkt und der Umgang mit Senioren vermittelt werden. Umgekehrt soll der Alltag der Senioren durch den Kontakt mit jungen Menschen bereichert werden. Beides kann durch Spaziergänge, Gesellschaftsspiele, gemeinsames Kochen usw. erreicht werden.

Doch zuvor müssen die Schüler auf ihr bis zu den Sommerferien dauerndes Praktikum vorbereitet werden. 60 bis 70 Prozent der Bewohner sind dement. „Das spiegelt die Bevölkerung wider“, meint Ute Hartung. Der Umgang mit Demenzkranken muss erlernt werden.

Und nicht nur das: Auf das, was die Schüler letztendlich bereichern kann, nämlich der völlig andere Erfahrungshorizont, müssen sie sich einlassen können. „Die Jugendlichen“, erklärt Ute Hartung, „müssen lernen, wie es in der damaligen Zeit war.“

Mit dem Projekt haben die Beteiligten in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht. Erst einmal ist ein Schüler vorzeitig ausgestiegen. „Die Schüler haben sich freiwillig gemeldet. Es gibt sogar Wartelisten“, sagt Cathérine Bosse.
Die teilnehmenden Schüler erhalten zum Abschluss ein Zertifikat.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.